Die Zeiten bleiben herausfordernd – IHK-Vollversammlung diskutiert mit Staatsminister a.D. Dr. Tobias Lindner
Ludwigshafen/Neustadt a.d.W. Ob USA, China oder Indien, als Staatsminister im Auswärtigen Amt war der Südpfälzer Dr. Tobias Lindner in der ganzen Welt unterwegs. Bei der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Pfalz (IHK) im Cineplex-Kino in Neustadt an der Weinstraße diskutierte er mit den Vertreterinnen und Vertreter der 80.000 pfälzischen Unternehmen über die aktuelle wirtschaftliche Weltlage. Live aus Washington war der Leiter der dortigen Auslandshandelskammer, Dr. Christoph Schemionek, auf der großen Kinoleinwand zugeschaltet. Er schilderte seine Eindrücke der US-Wirtschaftspolitik unter Präsident Donald Trump.
„Die Zeiten bleiben herausfordernd. Für eine exportstarke Region wie die Pfalz waren, sind und bleiben offene Weltmärkte enorm wichtig. Wir müssen gute Standortbedingungen für unsere Unternehmen schaffen. Warenströme brauchen leistungsfähige Verkehrswege, Infrastrukturen sind das Rückgrat internationaler Wettbewerbsfähigkeit und ohne qualifizierte Fachkräfte wird kein Unternehmen seine Chancen nutzen können. Ohne entschlossene Weichenstellungen droht Rheinland-Pfalz den Anschluss im internationalen Wettbewerb zu verlieren“, sagt Albrecht Hornbach, Präsident der IHK Pfalz.
Die Ergebnisse einer Mitgliederakzeptanzstudie wurden vorgestellt, bei der 500 zufällig ausgewählte Unternehmen repräsentativ zur Arbeit der IHK Pfalz befragten wurden. Die Zufriedenheit bei den Unternehmen, die mit der IHK Pfalz in Kontakt stehen, ist hoch. Weiter verstärkt werden sollen die Kontakte mit den Mitgliedsunternehmen. Dafür hat sich die IHK Pfalz eine neue Strategie gegeben, die auf die Schaffung von Mehrwerten für die Mitgliedsbetriebe fokussiert ist.
Weiterhin beschloss die IHK-Vollversammlung die Umlage für das Jahr 2026 auf 0,1 Prozent des Gewerbeertrags zu senken. Die Umlage hatte seit 2020 stabil bei 0,24 Prozent gelegen. Sie ist neben dem Grundbeitrag, der sich an Unternehmensform und Umsatzklassen orientiert, der zweite Bestandteil des IHK-Beitrags.
„In diesen herausfordernden Zeiten ist die Senkung des Beitrages ein gutes Zeichen. Das ist möglich, weil sich die Pfälzer Wirtschaft bisher resilienter gezeigt hat, als es prognostiziert wurde“, sagt Jürgen Vogel, Hauptgeschäftsführer der IHK Pfalz. Aus rechtlichen Gründen verfügt die IHK nicht mehr über eine sogenannte Ausgleichsrücklage, mit der Beitragsrückgänge abgefedert werden konnten. Ob und wie stark die Beitragssätze in den kommenden Jahren angepasst werden müssen, ist deshalb stärker als früher von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der Region abhängig.
Zur Finanzierung der IHK tragen neben den Beiträgen auch Erträge aus Gebühren und Entgelten beispielsweise bei Prüfungen bei. Generell von der Beitragspflicht befreit sind Kleingewerbetreibende mit einem Gewinn von weniger als 5.200 Euro im Jahr.
Neu in die Vollversammlung wurden Dr. Helmut Winterling, Werksleiter Standort Ludwigshafen der BASF SE sowie Felix Hammann, Geschäftsführer der Hammann-Haßloch GmbH, aufgenommen.
Der Neubau am Ludwigsplatz in Ludwigshafen liegt weiterhin im Zeitplan und im Budget. Die IHK Pfalz rechnet mit dem Umzug zur Jahresmitte 2026. Derzeit findet der Innenausbau statt.
