Grabo-Tours-Reisen e.K. Ohmbach
Was heute ein Reiseunternehmen für Menschen mit Beeinträchtigung ist, begann aus einer sehr persönlichen Herausforderung heraus. Vor 25 Jahren gründete Herr Grabowski sein Reisebüro – ursprünglich nicht als durchdachtes Geschäftsmodell, sondern aus einer familiären Notwendigkeit.
Ein schwerer Unfall seines Bruders, der ihn dauerhaft an den Rollstuhl fesselte, veränderte das Leben der Familie grundlegend. Für Herrn Grabowski war früh klar, dass er Verantwortung übernehmen wollte. Er entschied sich für eine Ausbildung in der Krankenpflege, um seinen Bruder bestmöglich unterstützen zu können.
Aus der Not ein Business gemacht – 25 Jahre barrierefreie Reisen mit Herz
Mit der Zeit entstand aus dieser Fürsorge eine neue Idee: Warum sollten Menschen im Rollstuhl oder mit anderen Beeinträchtigungen auf unvergessliche Reiseerlebnisse verzichten? Zunächst organisierte Herr Grabowski Urlaubsreisen für seine Familie. Bald schlossen sich Freunde an – und der Kreis der Mitreisenden wuchs stetig. Aus einzelnen privaten Reisen entwickelte sich Schritt für Schritt ein professionelles Angebot.
Vor 25 Jahren fasste Herr Grabow schließlich den Entschluss, aus seiner Leidenschaft und Erfahrung eine volle berufliche Existenz zu machen. Heute ist er mit seinen Gästen weltweit unterwegs. Es gibt kaum ein Reiseziel, das er nicht gemeinsam mit Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern erreichbar macht. Ob europäische Metropolen, Fernreisen oder auch mal ein Badeurlaub – mit guter Planung, Erfahrung und dem richtigen Netzwerk wird vieles möglich.
Dabei setzt er auf ein starkes Miteinander. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer begleiten viele Reisen, zusätzlich arbeitet Herr Grabowski eng mit lokalen Partnern vor Ort zusammen. Sein Veranstaltungskalender ist prall gefüllt: Fast zwei Reisen pro Monat stehen auf dem Programm. Als nächstes geht es für eine Gruppe nach Fuerteventura – ein weiteres Abenteuer auf seiner langen Reiseliste.
Natürlich gab es auch schwierige Zeiten. Besonders die Corona-Pandemie stellte die Reisebranche vor enorme Herausforderungen. Doch selbst in dieser Phase bewahrte Herr Grabowski sein sonniges Gemüt. Er suchte stets nach Lösungen, fand neue Perspektiven und verlor nie den Glauben an seine Vision.
Denn Reisen mit Menschen mit Behinderung ist bis heute nicht selbstverständlich. Barrierefreiheit ist vielerorts noch immer unzureichend, und auch die gesellschaftliche Akzeptanz könnte besser sein. Hier wünscht sich Herr Grabowski eine stärkere Lobby und mehr Sensibilität – damit Teilhabe am Reisen künftig noch selbstverständlicher wird.
Seine Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie aus einer persönlichen Krise eine Lebensaufgabe entstehen kann – und wie Engagement, Optimismus und Herzblut nicht nur ein erfolgreiches Unternehmen, sondern vor allem unzählige glückliche Reisemomente schaffen. Dass dies alles - unterstützt durch seine Frau - nun auch Anerkennung durch die IHK fand, darüber hat sich Herr Grabowski sehr gefreut.
Johann Wolfgang Grabowski hat sich sehr über den Besuch und die Ehrung durch die IHK gefreut.
