30.06.2026

UK führt 2027 CBAM ein

Ähnlich wie es die Europäische Union bereits getan hat, wird auch das Vereinigte Königreich einen CO2-Grenzausgleichmechanismus (UK CBAM) für Importe emissionsreicher Waren einführen. Dieser wird ab dem 1. Januar 2027 gelten.

Was sind die Rechtsgrundlagen des britischen CBAM?

Das grundlegende Regelwerk des britischen CBAM wurde mit dem Finance Act 2026, Part 5 festgelegt. Weitere Rechtsakte zur Regelung von Details sind noch im Gesetzgebungsprozess und werden im Laufe des Jahres 2026 verabschiedet werden.

Welche Lieferungen bzw. Waren sind vom britischen CBAM betroffen?

Im Rahmen des britischen CBAM wird eine Abgabe auf den Import bestimmter Waren aus anderen Ländern in das Vereinigte Königreich erhoben. Betroffen sind ausgewählte Waren aus den Warengruppen Eisen, Stahl, Aluminium, Düngemittel, Wasserstoff sowie Zement. Eine genaue Auflistung der erfassten Waren findet sich im Schedule 16 des Finance Act 2026. Strom ist - anders als im CBAM der EU - nicht erfasst.

Wie wird die Abgabe im britischen CBAM errechnet und bezahlt?

Die britische CBAM-Abgabe wird als Steuer erhoben, nicht in Form von Emissionszertifikaten wie beim CBAM der EU. Der Steuersatz wird in Anlehnung an den CO2-Preis im britischen Emissionshandelssystem festgelegt werden. Dabei wird es je nach Warengruppe unterschiedliche Abzüge für die freie Zuteilung von Emissionen geben, so dass es zu unterschiedlichen Steuersätzen für die Warengruppen kommen wird. Der Steuersatz wird von der britischen Regierung immer zu Beginn eines Quartals ab dem 1. Januar 2027 veröffentlicht werden.
Der Steuerbetrag errechnet sich grundsätzlich, indem die Menge der in den importierten Waren enthaltenen Emissionen mit dem CBAM-Steuersatz mulitpliziert wird. Von diesem Betrag kann ein Abzug erfolgen, wenn für enthaltene Emissionen nachweislich ein qualifizierter CO2-Preis im Ausland bezahlt wurde.
Relevant sind die direkten enthaltenen Emissionen, die entweder anhand von echten Daten oder anhand von Standardwerten, die die britische Regierung festlegt, berechnet werden müssen.
Werden Echtdaten verwendet, müssen diese beim Hersteller der Ware von einem zugelassenen Prüfer verifiziert werden.
Die Standardwerte, die tendenziell zu ungünstigeren Ergebnissen als die Verwendung von Echtdaten führen werden, werden von der britischen Regierung für jede CBAM-pflichtige Ware einzeln festgelegt und rechtzeitig vor Beginn der Anwendung von UK CBAM bekanntgegeben werden. Anders als im CBAM der EU werden die Standardwerte global festgelegt, also nicht je nach Herstellungsland variieren.
Die CBAM-Abgabe muss innerhalb von fünf Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums - erstmalig zum 31. Mai 2028 für das Kalenderjahr 2027 - in einer CBAM-Steuererklärung gemeldet und bezahlt werden.

Gibt es Ausnahmeregelungen?

Es gibt im britischen CBAM eine wertbezogene Ausnahmeregelung (de-minimis-Schwelle): Einfuhren betroffener Waren im Wert von 50.000 Pfund innerhalb von zwölf Monaten sind vom britischen CBAM befreit. Wenn ein Einführer diese Schwelle voraussichtlich in den nächsten 30 Tagen überschreiten wird oder rückblickend in den vergangenen 12 Monaten überschritten hat, werden seine Importe CBAM-pflichtig und er muss sich bei den britischen Zollbehörden registrieren.
Ebenfalls ausgenommen vom britischen CBAM sind nichtkommerzielle Importe, Einfuhren von Waren britischen Ursprungs, Rückwaren sowie Einfuhren im Rahmen besonderer Zollverfahren (vorübergehende Verwendung, Zolllager, aktive Veredelung, genehmigte besondere Verwendung).

Wo finde ich weitere Informationen?

Die britische Regierung hat eine Zusammenfassung des CBAM-Regelwerks veröffentlicht, die gut verständlich alle wichtigen Aspekte erläutert.
Im Übrigen finden Sie auf unserer Internetseite auch Informationen zu CBAM in der EU.

Quellen: www.gov.uk , Germany Trade & Invest (GTAI)