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VR China - Neuer 14. Fünf-Jahresplan

Anfang März 2021 tagte in China der jährliche Nationale Volkskongress und verabschiedete wohl einstimmig den 14. Fünf-Jahres-Plan. Der Plan liefert einen klaren Hinweis darauf, in welche Richtung das Land gesteuert werden soll. Auf Basis der darin allgemein formulierten makroökonomischen Entwicklungsziele werden anschließend Detailpläne und Durchführungsbestimmungen für einzelne Bereiche ausgearbeitet.
Lesen Sie hier, welche Auswirkungen der 14. Fünf-Jahres-Plan auf die deutsche Wirtschaft haben könnte:

Stärkung des chinesischen Binnenmarkts und neues Konjunkturprogramm

Für den 14. Fünf-Jahres-Plan rechnen die deutschen Unternehmen in China mit einem Fokus auf die Stärkung des heimischen Marktes (55 Prozent) und einem Konjunkturprogramm (50 Prozent). Auch signifikante Schritte bei der Klima- und Umweltschutzpolitik (37 Prozent) sowie bedeutende Fortschritte bei der Reform- und Öffnungspolitik (33 Prozent) werden erwartet.
Die längerfristige wirtschaftspolitische Perspektive des 14. Fünf-Jahres-Plans: Bis 2035 soll das Pro-Kopf-Einkommen nochmals verdoppelt werden, bis 2049 – also 100 Jahre nach der Gründung der Volksrepublik – will China eine etablierte Welt- und Wirtschaftsmacht sein.

Unabhängigkeit Chinas im Hochtechnologiebereich

China wolle dazu unter anderem die Abhängigkeit Chinas vom Ausland insbesondere im Hochtechnologiebereich verringern, erklärte Premier Li Keqiang. Mit dem neuen Entwicklungsparadigma "Dual Circulation" werde nicht das Ende der chinesischen Öffnung gegenüber dem Ausland eingeläutet, so Li: Vielmehr gehe es um eine Stärkung des Binnenmarktes bei stabiler Handelsbilanz und eine gezielte Förderung von Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit. Marktkräfte werden demnach auch weiterhin kontrolliert zugelassen, und das Umfeld für kleinere und mittlere Unternehmen soll verbessert werden.
Staatseigene Unternehmen werden als Global Player aber eher noch an Bedeutung gewinnen; die Erweiterung des chinesischen Freihandelsnetzes und der Ausbau der Belt and Road Initiative (Neue Seidenstraßeninitiative) stehen auf dem Programm. Ziel ist auch eine zügige Umsetzung des Ende 2020 im Grundsatz vereinbarten EU-China-Investitionsabkommens (Comprehensive Agreement on Investment).
Darüber hinaus werden die Reform der Gesundheits- und Sozialsysteme sowie des Finanzmarktsystems die chinesische Regierung beschäftigen. Unter anderem soll die Digitalisierung des Renminbi vorangetrieben werden.

Betriebe vieler Branchen rechnen mit positiver Entwicklung

Für die rund 5.200 deutschen Unternehmen im Land bedeutet dies in absehbarer Zukunft allen Herausforderungen zum Trotz mehr Chancen. Insbesondere die Automobil- und Elektronikbranche, aber auch Chemie, Maschinenbau und Dienstleistungen rechnen sich eine verbesserte Entwicklung aus.
Zwar werden chinesische Wettbewerber immer mehr zu wichtigen Konkurrenten und Innovationstreibern. Gleichzeitig gehen 77 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass sich ihre Branche in China im laufenden Jahr besser entwickeln wird als in anderen Märkten. 96 Prozent haben keinerlei Pläne, das Land zu verlassen, und 72 Prozent wollen weiter investieren.
Verstärkt durch die Corona-Pandemie und damit verbundene Reiserestriktionen, aber auch den Konflikt zwischen den USA und China ist dabei ein zunehmender Lokalisierungstrend zu beobachten.
Für 2021 nannte Premier Li Keqiang ein Wachstumsziel von über 6 Prozent; der Internationale Währungsfonds prognostiziert für die chinesische Volkswirtschaft im Jahr 2021 sogar ein Wachstum von über 8 Prozent. China bleibt damit ein wichtiger Markt für die deutsche Wirtschaft.

Quelle: GTAI, DIHK