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Vorübergehende Ausfuhr von Waren in Drittländer mit und ohne Carnet

Für die vorübergehende Ausfuhr von Waren gibt es folgende mögliche Verfahren:

1. Das Carnet A.T.A - Verfahren

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Das Carnet A.T.A. ist ein internationales Zollpassierscheinheft, das die vorübergehende Ausfuhr von Waren (zum Beispiel Berufsausrüstung, Messegut und Warenmuster) ausschließlich in die fast 80 angeschlossenen Vertragsstaaten erleichtert. Voraussetzung ist, dass die Waren nach der vorübergehenden Ausfuhr in unverändertem Zustand wieder in die EU eingeführt werden. Daher kann kein Carnet A.T.A. zum Beispiel für verderbliche Lebensmittel oder Werbeprospekte für eine Messe ausgestellt werden. Durch die unveränderte Wiedereinfuhr entfällt die Zahlung oder Hinterlegung von Zöllen und sonstigen Abgaben in den Einfuhr- bzw. Durchfuhrländern. Das Carnet A.T.A beinhaltet auch die erforderliche Sicherheit, so dass im Verwendungsland eine gesonderte Sicherheitsleistung nicht mehr erforderlich ist.
Die entsprechenden Zollstellen kontrollieren beim Carnet-Verfahren, ob die im Carnet angemeldeten Waren tatsächlich mitgeführt werden.
Die Kontrolle und die notwendige Eintragung der entsprechenden Vermerke erfolgen durch die Zollstellen bei jeder
  • Ausfuhr aus der EU,
  • Einfuhr in das Drittland,
  • Wiederausfuhr aus dem Drittland und
  • Wiedereinfuhr in die EU.
Carnets A.T.A. können wegen ihrer Vorteile wie z. B. eine zügige Grenzabfertigung, beliebig häufige Benutzung während der Gültigkeitsdauer von einem Jahr ab Ausstellung und teilweisem Wegfall der üblichen Ausfuhrdokumente sehr hilfreich sein.
Die Ausstellung eines Carnets A.T.A erfolgt durch Ihre zuständige IHK. Mehr Informationen zur Aus- und Wiedereinfuhr erhalten Sie auf der Website des deutschen Zolls oder bei Ihrer zuständigen IHK.
Ein Carnet A.T.A. kann für alle im Kammerbezirk ansässigen Unternehmen und natürlichen Personen ausgestellt werden. Welchem Kammerbezirk sie angehören erfahren Sie hier.
Bitte kontaktieren Sie uns vor Einreichung eines Carnets, ggf. gibt es Änderungen oder neue Anforderungen für das jeweilige Land. Planen Sie hierzu  ein einige Tage Vorlaufzeit ein. Um eine schnelle Bearbeitung gewährleisten zu können, vereinbaren Sie bitte telefonisch einen Termin mit uns
Kosten für die Ausstellung eines Carnets:
  • Entgelt für den entsprechenden Vordruck (über einen Formularverlag oder bei Ihrer IHK erhältlich)
  • IHK-Ausstellungsgebühr in Höhe von 30 EUR für IHK-Mitglieder, 60 EUR für Nicht-IHK-Mitglieder (lt. Gebührentarif der IHK Pfalz)
  • Versicherungsentgelt seitens Euler Hermes (PDF) (deckt weder eine Transportversicherung noch eventuell anfallende Abgaben beim Verbleib der Waren im Ausland). Die Rechnungsstellung des Entgelts für die Kautionsversicherung erfolgt im Namen und auf Rechnung der Euler Hermes Deutschland Niederlassung der Euler Hermes SA in Hamburg; das Entgelt ist steuerfrei gem. § 4 Nr. 8 Buchstabe g) UStG
  • ICC-Entgelt (ICC= International Chamber of Commerce) in Höhe von 12 Euro zuzüglich 19% MwSt (ab 1. Januar 2023). Die Rechnungstellung des ICC-Entgelts erfolgt im Namen und auf Rechnung des DIHK e.V. in Berlin; das ICC-Entgelt unterliegt der Umsatzsteuer nach § 1 Abs. 1 UStG
Anbei erhalten Sie alle nötigen Vorlagen und Informationen rund um das Thema:

2. Das Carnet C.P.D. - Verfahren

Das Carnet C.P.D. kann nur einmalig für die vorübergehende Einfuhr von Waren ausschließlich nach Taiwan angewendet werden. Hinsichtlich Beschaffenheit der Waren (Verderblichkeit, Verbrauchsgüter) gelten die gleichen Bestimmungen wie für das Carnet A.T.A. Den Vordruck können Sie im Formularfachhandel oder bei einigen IHKs beziehen. Falls auf der gleichen Reise noch weitere Länder besucht werden, muss zusätzlich ein Carnet A.T.A. verwendet werden.
Interessieren Sie sich für die Ausstellung eines Carnet C.P.D. setzen Sie sich bitte frühzeitig mit uns in Verbindung.

3. Die vorübergehende Ausfuhr ohne Carnet

Waren, die nur vorübergehend im Ausland verbleiben sollen, können auch außerhalb des Carnet A.T.A.- bzw. C.P.D.-Verfahrens in Drittländer eingeführt werden. Hierbei ist generell eine Sicherheit im Importland zu hinterlegen, welche bei der Wiederausfuhr zurückerstattet wird. Voraussetzung ist, dass sich die Waren im zollrechtlich freien Verkehr der EU befinden (Unionsware), d. h. die Ware muss verzollt und versteuert oder innerhalb der EU hergestellt worden sein.

3.1. Benötigte Dokumente

Zur Ausfuhr wird eine Proforma-Rechnung mit diesem Vermerk genutzt:
"Zur vorübergehenden Verbringung von
...Berufsausrüstung / Warenmustern,...
...für die Messe / Ausstellung..."
"Kein Handelswert - nur für Zollzwecke"
auf Englisch:
"Temporary importation
...of professional equipment /of commercial samples
...for fair/exhibition"
"No commercial value - only for customs purposes"
Einige Länder wie z. B. Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verlangen allerdings auch bei vorübergehenden Einfuhren die Einhaltung sämtlicher Vorschriften ( siehe Konsulats- und Mustervorschriften). Bei Auslandsmessen empfiehlt es sich beim Organisator der Messe nachzufragen.
Bei Einfuhren in Ländern, mit denen die EU ein Präferenzabkommen abgeschlossen hat, kann bei Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften eine Ursprungserklärung auf der Rechnung bzw. ab 6.000 Euro Warenwert eine Warenverkehrsbescheinigung wie z.B. A.TR., EUR.1 oder EUR-MED beigefügt werden.

3.2. Elektronische Ausfuhranmeldung

Ab einem Warenwert von 1.000 Euro oder einem Gewicht von 1.000 Kilo muss die vorübergehende Ausfuhr beim Zoll angemeldet werden. Die Zollanmeldung erfolgt elektronisch über das Zollsystem ATLAS-Ausfuhr oder über die Internetzollanmeldung der Zollverwaltung.
(a) Einstufiges Ausfuhrverfahren (nur möglich bei einem Warenwert unter 3.000 Euro und Waren, die keiner Ausfuhrgenehmigung des BAFA unterliegen):
Die Vorabfertigung durch das lokal zuständige deutsche Binnenzollamt ist nicht erforderlich. Es genügt eine Abfertigung durch die Grenzzollstelle, die vorher in der Ausfuhranmeldung genannt werden muss. Bei der Internetausfuhranmeldung funktioniert das einstufige Verfahren nur mit einer deutschen Grenzzollstelle. Eine andere als die genannte Grenzzollstelle kann die Daten nicht aufrufen!
Tipp: Wählen Sie das zweistufige Ausfuhrverfahren, damit erhalten Sie sich eine größere Flexibilität hinsichtlich der gewählten Route. Dies ist in Kombination mit der Beschau der Waren im Unternehmen (Gestellung außerhalb des Amtsplatzes) möglich.
(b) Zweistufige Ausfuhrverfahren (möglich bei jedem Warenwert, Pflicht ab einem Warenwert von 3.000 Euro, sofern keine Bewilligung durch das Hauptzollamt vorliegt):
Vorabfertigung durch das deutsche zuständige Binnenzollamt nach erstellter Ausfuhranmeldung. Die Vorabfertigung geschieht entweder beim Zollamt selbst oder im Unternehmen. Für die Gestellung im Unternehmen muss mit der Ausfuhranmeldung ein "Antrag auf Gestellung außerhalb des Amtsplatzes" abgegeben werden. Entweder kommt der Zoll zur Vorabfertigung in Ihren Betrieb oder er gibt Ihnen die Ware ohne Beschau auf elektronischem Weg zur Ausfuhr frei. Unter anderem ist hier der Vorteil, dass eine Abfertigung durch jedes EU-Grenzzollamt möglich ist. Gegebenenfalls ist eine Ausfuhrgenehmigung des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) notwendig.

3.3 Rückwarenregelung: Auskunftsblatt INF3

Das INF 3-Auskunftsblatt Nr. 0329 (erhältlich über einen Formularverlag, eine Auswahl von Formularverlagen finden Sie über diese Auflistung) benötigen Sie, um bei der Wiedereinfuhr in die EU nachzuweisen, dass Sie die Ware zuvor ausgeführt haben. Damit sind dann keine Zölle zu zahlen.
Wenn Rückwaren in einen anderen Mitgliedsstaat zurückkommen, als aus dem sie ursprünglich ausgeführt wurden, verlangt die Zollstelle des Einführers (Einfuhrstaat) ein von der Zollstelle des Ausführers (Ausfuhrstaat) ausgestelltes Auskunftsblatt INF 3 als Nachweis.
Für die Nämlichkeitssicherung durch den Zoll sind die genaue Warenbeschreibung (handelsübliche Bezeichnung, Hersteller, Seriennummer, etc.) in Feld 4 und die Statistische Warennummer in Feld 9 unabdingbar.
Bei mehreren Warenpositionen ist es ratsam, Kopien der Proforma-Rechnung mit statistischen Warennummern dreifach dazuzulegen und mit dem Vordruck zu verbinden. Vermerk im Feld 4 und 9 "siehe beiliegende Kopie der Proforma-Rechnung".

3.4. Einfuhr in das Drittland

Bei der Einfuhr in das Drittland wird die Pro-Formarechnung wie oben beschrieben dem Zoll des Importlandes zusammen mit den entsprechenden nationalen Zollpapieren vorgelegt und eine vorübergehende Einfuhr angemeldet. Hierbei müssen Sie eine Sicherheitsleistung oder Kaution hinterlegen (Barsicherheit in der jeweiligen Landeswährung oder Bürgschaft eines nationalen Bankinstituts des Einfuhrlandes). In manchen Ländern müssen Sie für die Abwicklung der Einfuhr einen Zollagenten einschalten.

3.5. Ausfuhr aus dem Drittland

Bei Wiederausfuhr der vorübergehend importierten vollständigen und unveränderten Waren wird die Kaution bzw. Sicherheitsleistung zurückerstattet. Als Nachweis dass es sich um Rückware handelt, sind die Durchschriften des INF3, die bei der Ausfuhr abgefertigt wurden, bei der Eingangszollstelle der EU vorzulegen.
Eine Einfuhrumsatzsteuerfreiheit von Rückwaren ist grundsätzlich ausgeschlossen, da der Einführer in der Regel zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt ist.

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