Infrastruktur und Digitale Wirtschaft

Mobiles Arbeiten

Digitalisierung macht mobil und flexibel und erlaubt nahezu unbegrenztes Arbeiten: am Arbeitsplatz, zuhause oder unterwegs auf dem Weg zum Arbeitsplatz sowie auf Dienstreisen. Mobiles Arbeiten führt automatisch zu einem Wandel der Arbeitsbeziehungen, da die Mitarbeiter nicht mehr unter der direkten Aufsicht des Vorgesetzten stehen.
Idealerweise hat ein solcher Mitarbeiter bereits unter Beweis gestellt, dass er seine Aufgaben ohne häufige Überwachung zuverlässig erfüllt. Seitens der Führungskraft ist das Vertrauen in ausreichende Fachkenntnis, Motivation und Leistungsbereitschaft des Mitarbeiters erforderlich. Sind diese Kriterien gewährleistet, ist die Einführung von Vertrauensarbeitszeit eine weitere Möglichkeit zur Flexibilisierung der Arbeitsgestaltung. Vorteile sind die individuelle Reaktion auf private Belange, z.B. wenn ein Kind erkrankt ist und die Zeitersparnis für den Arbeitnehmer.
Der Arbeitnehmer hat sicherzustellen, dass außer ihm niemand, auch keine Familienangehörigen, Zugang zu den für das mobile Arbeiten benutzten Endgeräten und betrieblichen Daten erhält. Zugangsdaten dürften nicht an Dritte weitergegeben oder fahrlässig leicht zugänglich aufbewahrt werden. Soweit der Arbeitnehmer eigene Endgeräte verwendet, verpflichtet er sich ferner, darauf keine betrieblichen Daten zu speichern und für eine dem jeweiligen Stand der Technik entsprechende Sicherheit zu sorgen; dies schließt insbesondere regelmäßige Sicherheitsupdates des Betriebssystems, eine aktuelle Antivirensoftware und eine Firewall ein. Dazu bleiben die Vorschriften der EU-Datenschutzgrundverordnung unberührt. Die anfallenden Daten werden nicht zur allgemeinen Leistungs- und Verhaltenskontrolle durch den Arbeitgeber genutzt und nur solange gespeichert, wie es zum Zwecke der Erfüllung der arbeitsvertraglichen Verpflichtungen erforderlich ist.
Laut einer Forsa-Umfrage unter jungen Eltern möchte sich die Mehrzahl (60 Prozent) die Kinderbetreuung gleichberechtigt teilen, damit beide weiterhin ihrem Beruf nachgehen können. Vielfach wünschen sich Väter, dass mobiles Arbeiten bzw. die Arbeit aus einem Home Office ausdrücklich in einer Betriebsvereinbarung erlaubt wird. Oftmals wird eine bestimmte Zeit pro Woche festgelegt, in der von zuhause gearbeitet wird. Dies bietet Chancen, sehr viel individueller als bisher seine Arbeitszeit zu gestalten, ohne die wöchentliche Stundenanzahl reduzieren zu müssen. Trotzdem bleibt die zeitweilige Anwesenheit im Büro wichtig, um den Anschluss zu den Kollegen nicht zu verlieren. Dieses Arbeitszeitmodell ist auch für viele Unternehmer attraktiv, da die Alternativen oftmals eine Zurückstufung des Arbeitnehmers auf eine Teilzeitstelle, die Rekrutierung einer Elternzeitvertretung oder die Suche von neuen Mitarbeitern ist.