Infrastruktur und Digitale Wirtschaft
Digitalisierungsumfrage 2026
Die aktuelle DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 zeigt: Viele deutsche Unternehmen sind stark von digitalen Technologien, Innovationen und Dienstleistungen aus Nicht-EU-Ländern abhängig – von Hardware über Betriebssysteme bis hin zu Künstlicher Intelligenz (KI). Das stellt eine wachsende Herausforderung für die digitale Souveränität dar.
Um unabhängiger und wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen Unternehmen vor allem bessere Rahmenbedingungen. Dazu zählen verlässliche und praxisnahe rechtliche Regelungen, offene Schnittstellen und Standards, der Abbau von Bürokratie, die Förderung von Open-Source-Lösungen sowie der gezielte Ausbau digitaler Kompetenzen.
Gerade bei Künstlicher Intelligenz wird der Handlungsbedarf deutlich: 41 Prozent der Unternehmen, die KI bereits einsetzen, berichten von einer hohen Produktivitätssteigerung. Gleichzeitig nutzt rund ein Drittel der Betriebe KI bislang nicht und plant dies auch nicht. Hier liegt noch großes Potenzial, vorausgesetzt, Mitarbeitende verfügen über die nötigen digitalen Kompetenzen und die Unternehmen erreichen einen ausreichenden digitalen Reifegrad.
Neben Know-how sind auch leistungsfähige Infrastrukturen entscheidend. Der Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen, leistungsfähige Rechenzentren sowie wettbewerbsfähige Stromkosten sind zentrale Faktoren, um international mithalten zu können.
Ein weiteres zentrales Thema bleibt die Cybersicherheit. Die Bedrohungslage ist weiterhin hoch. Zwar haben viele Unternehmen grundlegende technische Schutzmaßnahmen umgesetzt, doch insbesondere die Vorbereitung und Reaktion auf Cyberangriffe, etwa durch regelmäßige Notfallübungen und das Testen von Backups, ist noch ausbaufähig.
Insgesamt zeigt die Umfrage: Trotz schwieriger Marktbedingungen und zunehmender Dynamik bei digitalen Innovationen treiben die Unternehmen ihre Digitalisierung weiter voran. Um diesen Weg erfolgreich fortzusetzen, braucht es jedoch zielgerichtete politische Unterstützung, insbesondere durch eine stärker digitalisierte Verwaltung, einen schnelleren Netzausbau und bessere Unterstützung im Bereich Cybersicherheit. Mehr digitale Resilienz und unternehmerische Freiräume sind entscheidend für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
An der DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 beteiligten sich zum Jahresende 2025 rund 5.000 Unternehmen aus nahezu allen Wirtschaftsbranchen.
