Region stärkt Resilienz
Neues IHK-Netzwerk Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft gestartet
Die IHK Ostwürttemberg hat ein neues Netzwerk zur Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft gegründet, um die regionale Resilienz in Wirtschaft, Gesellschaft und Infrastruktur weiter auszubauen. Das Netzwerk ist Teil des neuen Masterplans 2.0 der Zukunftsinitiative „Zukunft Ostwürttemberg“ (ZO). Ziel ist es, Unternehmen bei sicherheitsrelevanten Herausforderungen zu unterstützen und wirtschaftliche Chancen aus den neuen Rahmenbedingungen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu erschließen.
„Das neue IHK‑Netzwerk Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft soll die Akteure der Region enger verzahnen, Wissen bündeln und ein koordiniertes Vorgehen fördern“,
erklärt Thorsten Drescher, stellvertretender IHK‑Hauptgeschäftsführer und Koordinator des ZO‑Handlungsfelds „Regionale Resilienz“.
Erstes Netzwerktreffen: Einblicke in neue Rahmenbedingungen und den ‚Operationsplan Deutschland‘
Beim Auftakt des Netzwerks informierte die IHK über aktuelle gesetzliche und organisatorische Anpassungen in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Neue Bundesmittel stärken sowohl die militärische als auch die zivile Verteidigungsbereitschaft – und eröffnen Unternehmen der Region neue Marktpotenziale, etwa in Form zusätzlicher Aufträge, Zulieferchancen oder Entwicklungskooperationen. Laut IHK‑Konjunkturumfrage halten 16 Prozent der Industrieunternehmen in Ostwürttemberg den Einstieg in die Verteidigungsindustrie für interessant; 14 Prozent sind bereits Zulieferer für militärische oder Dual‑Use‑Produkte.
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war der Austausch mit dem Kreisverbindungskommando Heidenheim. Oberstleutnant Robin Weigt und Major d. R. Gerd Höflacher stellten Aufgaben und Perspektiven ihres Kommandos vor und erläuterten den „Operationsplan Deutschland“. Diskutiert wurden unter anderem die Auswirkungen möglicher Reservisteneinsätze auf Unternehmen sowie Herausforderungen in der militärischen Beschaffung. Mehrere Unternehmensvertreter betonten die Notwendigkeit, das Thema Resilienz stärker in Schulen und Hochschulen zu verankern. Angesichts wachsender Risiken – von Energie- und Rohstoffabhängigkeiten über Cyberangriffe bis hin zu geopolitischen Spannungen – steige der Bedarf an Qualifizierung deutlich.
Major d. R. Gerd Höflacher (am Pult) und Oberstleutnant Robin Weigt (sitzend) brachten den Teilnehmenden des Netzwerktreffens Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft bei der IHK Ostwürttemberg den Operationsplan Deutschland näher.
IHK‑Unterstützungsangebote
Die IHK Ostwürttemberg begleitet Unternehmen bereits heute mit vielfältigen Angeboten, darunter Krisenvorsorgeberatung, CyberSecurityChecks, ResilienzChecks und in Kürze erscheint der DIHK‑Leitfaden zum Einstieg kleiner und mittlerer Unternehmen in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Diese Instrumente helfen Betrieben, ihre Robustheit zu stärken und sich auf mögliche Störungen vorzubereiten und Marktchancen zu ergreifen.
Schwerpunktthemen des neuen Netzwerks
Für die weitere Arbeit wurden zwei zentrale Handlungsschwerpunkte festgelegt. Zum einem der Marktzutritt. Dabei sollen regionale Unternehmen beim Einstieg in die Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft – einschließlich Zertifizierungsfragen, Beschaffungswegen und potenziellen Partnerschaften unterstützt werden. Zum anderen die Resilienz. Im Fokus steht hier die Weiterentwicklung betrieblicher und regionaler Robustheitsstrukturen, insbesondere in den Bereichen Cybersicherheit, Lieferkettenstabilität und Krisenvorsorge, Anforderungen Operationsplan Deutschland.
Durch die Bündelung regionaler Kompetenzen und die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Verwaltung und Sicherheitsakteuren leistet das neue Netzwerk einen wichtigen Beitrag dazu, Ostwürttemberg langfristig resilient und wettbewerbsfähig aufzustellen. Das Netzwerk ist offen für weitere Mitglieder. Zielgruppe sind Geschäftsführung, Leiter von Defence-Märkten und auch Sicherheitsbeauftragte von Unternehmen.
