Ausbildungsmarkt Ostwürttemberg 2026
Noch viele Chancen auf den Ausbildungsstart
Zum Start des neuen Ausbildungsjahres verzeichnet die IHK Ostwürttemberg 1.310 neu eingetragene Ausbildungsverträge. Das sind 4,6 Prozent weniger als zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr. Damit entwickelt sich Ostwürttemberg etwas besser als das Land insgesamt: In Baden-Württemberg registrierten die Industrie- und Handelskammern zum Ausbildungsstart insgesamt 31.413 neue Verträge und damit neun Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders betroffen sind landesweit die gewerblich-technischen Berufe mit einem Minus von 10,8 Prozent.
In Ostwürttemberg zeigt sich ein geteiltes Bild: Im kaufmännischen Bereich haben sich die Zahlen nach einem Rückstand von 13 Prozent im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahr bei 698 Neueintragungen stabilisiert und liegen sogar leicht über dem Vorjahresniveau. Zuwächse gibt es insbesondere im Groß- und Außenhandelsmanagement, im Bankensektor, im Hotel- und Gastgewerbe, in der Verkehrs- und Transportbranche sowie im Büromanagement.
Zum Start des Ausbildungsjahres wirbt die IHK Ostwürttemberg um weitere Ausbildungsplätze.
Im gewerblich-technischen Bereich setzt sich der Rückgang gegenüber dem Vorjahr fort: Hier wurden knapp 70 Verträge weniger (-10 Prozent) eingetragen. Gegenüber dem Stand vom Mai 2026 haben sich die Zahlen zwar um sechs Prozent verbessert – unter anderem in den Metall- und Elektroberufen sowie bei den Fachinformatikern –, das Vorjahresniveau wird mit 612 neu eingetragenen Ausbildungsverträgen jedoch nicht erreicht.
„Die IHK Ostwürttemberg setzt gemeinsam mit unseren Partnern Agentur für Arbeit und den aktuell rund 900 Ausbildungsbetrieben alles daran, allen ausbildungswilligen jungen Menschen noch eine Ausbildung zu ermöglichen. Es gibt noch einige freie Ausbildungsstellen in der Region“,
sagt Thilo Rentschler, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwürttemberg.
Warum Ausbildung gerade jetzt Zukunft sichert
Angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage und der damit verbundenen Unsicherheiten planen viele Unternehmen derzeit auch bei der Ausbildung zurückhaltender. Nach Angaben der Agentur für Arbeit Aalen wurden 2026 insgesamt in allen Berufssparten rund 500 Ausbildungsplätze weniger in der Region angeboten.
„Kurzfristige Überlegungen dürfen nicht dazu führen, dass in den kommenden Jahren der dringend benötigte Fachkräftenachwuchs fehlt. Ich danke allen Ausbildungsbetrieben für ihr Engagement für die duale Ausbildung“,
sagt Thilo Rentschler.
Denn Ausbildung ist weit mehr als eine Investition in junge Menschen: Wer heute ausbildet, sichert sich die Fachkräfte von morgen und qualifiziert sie von Anfang an passgenau für die Anforderungen, Abläufe und Zukunftsthemen des eigenen Betriebs. Gleichzeitig stärkt Ausbildung die Bindung an das Unternehmen und schafft eine wichtige Grundlage für dessen Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit. Dies gewinnt angesichts der grundlegenden Veränderungen der Arbeitswelt durch Künstliche Intelligenz zusätzlich an Bedeutung: Neue Technologien machen qualifizierte Fachkräfte nicht überflüssig, sondern erhöhen den Bedarf an Menschen, die Technologien kompetent einsetzen können.
„KI ersetzt weder fundiertes Fachwissen und praktische Erfahrung noch Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, komplexe Situationen eigenständig zu beurteilen. Im Gegenteil: Je leistungsfähiger digitale Werkzeuge werden, desto wichtiger sind gut ausgebildete junge Menschen, die Ergebnisse kritisch hinterfragen, Zusammenhänge verstehen und Technik sicher und sinnvoll einsetzen können“,
betont der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Gute Orientierung bringt Jugendliche und Unternehmen zusammen
Die Ausbildungsumfrage 2026 unter den baden-württembergischen IHKs (Durchführungszeitraum: 11.5. bis 29.5.2026) zeigt, dass Ausbildungsbetriebe und Bewerberinnen und Bewerber nicht immer zueinanderfinden: Nur rund die Hälfte der befragten Unternehmen in Baden-Württemberg konnte alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Bei unbesetzten Stellen fehlten in 69 Prozent der Fälle geeignete Bewerbungen. Umso wichtiger ist eine frühzeitige, praxisnahe Berufsorientierung. Dazu passt, dass sich 67 Prozent der Betriebe mehr anwendungsorientiertes Lernen und 44 Prozent eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen wünschen. Die IHK Ostwürttemberg setzt hier mit ihren Unterstützungsangeboten an: Sie bringt junge Menschen und Betriebe bei der Berufsorientierung zusammen, begleitet Unternehmen mit ihrer Ausbildungsberatung und bietet Auszubildenden im Rahmen der Azubi-Akademie kostengünstige Weiterbildungsangebote.
Ausbildung 2026? Es ist noch nicht zu spät
Auch kurz nach dem offiziellen Ausbildungsstart bestehen noch Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Bei ihren Last-Minute-Lehrstellen-Beratungen unterstützt die IHK Ostwürttemberg gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Aalen junge Menschen dabei, freie Stellen zu finden und die nächsten Schritte zu planen. Thilo Rentschler appelliert an die jungen Menschen, die noch einen Arbeitsplatz suchen:
„Nutzt die Angebote zur Vermittlung. Ein Start in die duale Ausbildung ist noch möglich.“
Neben den untenstehenden Beratungsangeboten gibt es auch in der IHK-Lehrstellenbörse noch genügend freie Ausbildungsplätze.
Die Beratungen finden an nachfolgenden Terminen statt:
BiZ-Berufsinformationszentrum in der Agentur für Arbeit Aalen
8. September, 13 bis 17:30 Uhr
6. Oktober, 13 bis 17:30 Uhr
https://eveeno.com/ausbildungsplatzberatung-ihk-2026
8. September, 13 bis 17:30 Uhr
6. Oktober, 13 bis 17:30 Uhr
https://eveeno.com/ausbildungsplatzberatung-ihk-2026
JBA-Jugendberufsagentur in Heidenheim
22. September, 13 bis 16 Uhr
20. Oktober, 13 bis 16 Uhr
https://eveeno.com/Ausbildungsplatzberatung_IHK_JBA_2026
22. September, 13 bis 16 Uhr
20. Oktober, 13 bis 16 Uhr
https://eveeno.com/Ausbildungsplatzberatung_IHK_JBA_2026
