Wohnungsbau in Ostwürttemberg stärken

Weg frei für mehr Wohnungsbau durch Kredite

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwürttemberg begrüßt ausdrücklich die Ankündigung der Bundesregierung im „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ vom 2. Juli 2026, die zusätzlichen sowie unnötigen nationalen Kapitalpuffer für Immobilienkredite zum 1. Januar 2027 abzuschaffen. Nach Einschätzung der IHK wird dieser Schritt dazu beitragen, die Finanzierung von Wohnungsbauvorhaben zu erleichtern und dringend notwendige Investitionen in den Wohnungsmarkt anzustoßen.
Als zuständiger Hauptgeschäftsführer für den Bereich Wohnen und Bauen innerhalb der Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammern bewertet Thilo Rentschler die Entscheidung als wichtiges Signal:
„Die Bundesregierung setzt an einem zentralen Engpass im Wohnungsbau an. Viele Wohnbau-Projekte scheitern heute nicht an fehlender Nachfrage oder mangelnder Investitionsbereitschaft, sondern an zunehmend restriktiven Finanzierungsbedingungen. Die Abschaffung der zusätzlichen Kapitalpuffer ist deshalb ein starkes Signal für mehr Wohnungsbau, mehr Investitionen und letztlich für mehr bezahlbaren Wohnraum.“
Schätzungen zufolge können damit rund 710 Millionen Euro für die Finanzierung von Wohnbaukrediten freigesetzt werden.
Die IHK-Organisation habe sich in den vergangenen Jahren wiederholt für eine Überprüfung dieser zusätzlichen regulatorischen Anforderungen eingesetzt. Gegenüber Bundesbank, Politik und Aufsichtsbehörden seien die negativen Auswirkungen auf die Kreditvergabe und damit auf die Investitionsbereitschaft im Wohnungsbau immer wieder thematisiert worden.
„Wer mehr Wohnungen will, muss auch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Bauherren, Projektentwickler und Wohnungsunternehmen Zugang zu Finanzierungsmitteln erhalten. Die nun angekündigte Freisetzung zusätzlicher Kreditkapazitäten wird dazu beitragen, Investitionen zu ermöglichen, die bislang verschoben oder gar nicht realisiert wurden“,
so Rentschler. Aus Sicht der Wirtschaft kann die Maßnahme jedoch nur ein erster Schritt sein.
„Die Entlastung für Baufinanzierungen ist ein wichtiger Hebel. Gleichzeitig brauchen wir schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie, ausreichend Bauland und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen. Nur im Zusammenspiel dieser Faktoren wird es gelingen, den dringend benötigten Wohnungsbau wieder spürbar zu beleben.“
Die IHK Ostwürttemberg sieht in der geplanten Abschaffung der Kapitalpuffer ein wichtiges Signal für Banken, Investoren, Wohnungsunternehmen und private Bauherren. Angesichts des anhaltenden Wohnraummangels in vielen Regionen Baden-Württembergs sei jede Maßnahme zu begrüßen, die den Wohnungsneubau erleichtert und beschleunigt.

Breite Unterstützung aus Kreditwirtschaft und Wohnungswirtschaft

Markus Frei, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ostalb und Mitglied der Vollversammlung der IHK Ostwürttemberg, erklärt:
„Die Abschaffung der zusätzlichen Kapitalpuffer stärkt die Fähigkeit der Kreditwirtschaft, Wohnungsbauprojekte zu finanzieren. Sie verschafft den Banken mehr Handlungsspielraum und erleichtert die Begleitung notwendiger Investitionen in den Wohnungsmarkt.“
Thomas Schöpplein, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heidenheim ergänzt:
„Bezahlbarer Wohnraum ist ein entscheidender Standortfaktor für unsere Unternehmen und ihre Beschäftigten. Wenn die Kreditwirtschaft wieder mehr Möglichkeiten erhält, Wohnungsbauprojekte zu finanzieren, profitieren davon nicht nur Investoren und Bauherren, sondern letztlich die gesamte regionale Wirtschaft.“
Elke Müller-Jordan, Vorstandsvorsitzende der Heidenheimer Volksbank eG und Mitglied der Vollversammlung der IHK Ostwürttemberg, betont:
„In den vergangenen Jahren haben steigende Zinsen, hohe Baukosten und zusätzliche regulatorische Anforderungen die Finanzierung vieler Projekte erschwert. Die nun angekündigte Maßnahme verbessert die Rahmenbedingungen für Banken spürbar und kann neue Spielräume für die Finanzierung tragfähiger Wohnungsbaukonzepte schaffen.“
„Die geplante Maßnahme setzt dringend benötigte Finanzierungsspielräume frei. Gerade in Zeiten hoher Baukosten ist jeder Schritt wichtig, der tragfähige Projekte ermöglicht und den Wohnungsbau wieder attraktiver macht.“,
ergänzt Kurt Abele, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Ostalb eG.
Franziska Tagscherer, Geschäftsführerin der Wohnungsbau Aalen GmbH, erklärt:
„Für die Wohnungswirtschaft ist die Verfügbarkeit von Finanzierungsmitteln ein zentraler Erfolgsfaktor. Die angekündigte Entlastung ist ein wichtiges Signal. Angesichts der schwierigen Wirtschaftlichkeit vieler Projekte kann sie dazu beitragen, deren Umsetzung zu erleichtern und die Rahmenbedingungen für dringend benötigten Wohnungsbau zu verbessern.“
Lars Fischer, Geschäftsführer der Essinger Wohnbau GmbH, ergänzt:
„Wenn Banken wieder mehr Finanzierungskapazitäten bereitstellen können, profitieren davon sowohl private als auch institutionelle Bauherren. Das ist ein wichtiger Beitrag, um den Wohnungsbau in Deutschland wieder in Gang zu bringen.“
„Die Entscheidung zeigt, dass die Politik die Realität auf den Wohnungsmärkten zunehmend erkennt. Mehr Finanzierungsspielraum ist eine notwendige Voraussetzung, um die Neubauziele überhaupt erreichen zu können. Damit wird der Traum vom eigenen Heim für viele Familien wieder realisierbar. Die Mobilisierung privaten Kapitals ist gerade in Zeiten leerer öffentlicher Kassen für die Erreichung der Neubauziele unverzichtbar. Denn schon im Jahr 2025 wurden 56,2 % der Investitionen in Wohngebäude von privaten Haushalten getragen.“
Rentschler abschließend:
„Deutschland braucht dringend mehr Wohnungsbau. Dafür müssen Finanzierung, Planung und Genehmigung wieder einfacher, schneller und wirtschaftlicher werden. Die Abschaffung der Kapitalpuffer ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Weitere müssen folgen."