Konjunktur und Statistik
Konjunktur in Ostwestfalen
Die Frühjahrskonjunkturumfrage 2026 der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) zeigt leichte Anzeichen einer Stabilisierung der regionalen Wirtschaft. Dennoch ist in der Breite der Wirtschaft keine echte Aufbruchstimmung erkennbar. Insgesamt bleibt die konjunkturelle Situation fragil.
Konjunktur kommt nicht vom Fleck
Die deutsche Konjunktur kommt auch im Frühjahr 2026 nicht vom Fleck. Die Prognosen der Institute liegen bei einem BIP-Wachstum von ungefähr einem Prozent, trotz wachsender Weltwirtschaft und erhöhten Staatsausgaben. Geopolitische Unsicherheiten, hohe Standortkosten und eine schwache Inlandsnachfrage belasten auch in Ostwestfalen viele Betriebe.
Nur ein knappes Fünftel der Unternehmen bewertet seine Geschäftslage zu Jahresbeginn als gut, ein weiteres Fünftel als schlecht. Angesichts angekündigter Reformen der Bundesregierung ist der Blick nach vorne zumindest teilweise optimistischer als noch im Herbst: Gut jedes vierte Unternehmen rechnet mit einer Verbesserung der Wirtschaftslage.
IHK-Konjunkturklimaindex
Der Konjunkturklimaindikator – ermittelt aus der Bewertung der aktuellen Lage und der Erwartungen – ist gegenüber Herbst 2025 von 94 auf 105 Punkte gestiegen und überschreitet damit erstmals seit vier Jahren wieder den Wert von 100 Punkten, der eine ausgeglichene Stimmung markiert. Getragen wird dieser Anstieg vor allem von positiven Erwartungen größerer Unternehmen. Im Dienstleistungssektor und im Handel bewegt sich das Konjunkturklima oberhalb der 100er-Marke. Die Industrie indes bleibt darunter, was die anhaltend schwierige Lage in diesem Sektor widerspiegelt.
Größte Risiken aus Sicht der Unternehmen
Die ohnehin sehr herausfordernde wirtschaftliche Lage wird durch die geopolitischen Entwicklungen zusätzlich belastet. Um die konjunkturellen Fragezeichen aufzulösen, benötigt die Wirtschaft entschlossene wirtschaftspolitische Weichenstellungen.
Die Umfrage zeigt klar die größten Risiken aus Sicht der Betriebe auf: Neben den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (71 Prozent) werden gestiegene Arbeitskosten (65 Prozent), die Inlandsnachfrage (59 Prozent) sowie hohe Energie‑ und Rohstoffpreise (40 bzw. 35 Prozent) genannt.
"Gerade die Energiepreise bleiben ein massiver Standortnachteil. Die von der Bundesregierung verschobene Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen und Haushalte wäre gerade auch in der aktuellen Lage ein wichtiges Signal, das sofort Entlastung in der ganzen Breite schaffen würde“, erklärt IHK-Präsident Wahl‑Schwentker.
„Mit angezogener Handbremse kommen wir aus dem Tal nicht heraus. Dafür braucht es wettbewerbsfähige Arbeits‑ und Energiekosten, zukunftsfähige Strukturreformen in den Sozialsystemen, spürbar weniger Bürokratie, schnellere Planungs‑ und Genehmigungsverfahren sowie verlässliche Rahmenbedingungen, die Investitionen erleichtern – und nicht verhindern.“
Detaillierte Infos und Auswertungen der Ergebnisse zu den Kreisen und der kreisfreien Stadt Bielefeld werden nach den Pressekonferenzen im rechten Bereich unter der Rubrik “Weitere Informationen” veröffentlicht.
Regionale Ergebnisse
Ergebnisse aus den Städten und Kreisen
- Konjunktur im Kreis Gütersloh (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 4614 KB) (Nr. 7004758)
- Konjunktur im Kreis Herford (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 5712 KB) (Nr. 7007752)
- Konjunktur im Kreis Höxter (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 422 KB) (Nr. 7007756)
- Konjunktur im Kreis Minden-Lübbecke (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 3907 KB) (Nr. 6767926)
- Konjunktur im Kreis Paderborn (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 400 KB) (Nr. 7007754)
