Konjunktur und Statistik

Konjunktur in Ostwestfalen

Die Ostwestfälische Wirtschaft ist auch im Herbst 2026 weiter in Wartestellung. Industrie, Handel und Dienstleister kommen weiterhin nicht in Schwung und benötigen dringend Wachstumsimpulse. Zwar haben sich Wirtschaftsleistung und Konjunkturaussichten bundesweit zuletzt verbessert. Von einer nachhaltigen Trendwende kann in der Region jedoch noch keine Rede sein.

Kein echter Aufbruch erkennbar

„Die wirtschaftliche Lage hat sich zuletzt etwas stabilisiert, ein echter Aufbruch ist aber noch nicht erkennbar. Viele Unternehmen warten auf Reformen und bessere Rahmenbedingungen“, erklärt IHK-Präsident Jörn Wahl-Schwentker. Insbesondere Industrie und Handel leiden unter schwacher Nachfrage sowie hohen Energie- und Arbeitskosten. Der Dienstleistungsbereich zeigt sich stabiler.
Besonders deutlich wird die anhaltende Schwäche in der Industrie: Zwar hat sich die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage etwas verbessert. Eine durchgreifende Erholung ist aber weiterhin nicht in Sicht. Gleichzeitig bleibt die Produktionsauslastung niedrig und die Investitionstätigkeit bleibt ebenfalls weiterhin zurückhaltend.
Die Situation im Handel bleibt angespannt. „Hohe Kosten treffen auf eine schwache Nachfrage und Konsumzurückhaltung. Die Möglichkeiten, Preissteigerungen vollständig weiterzugeben, sind damit begrenzt“, sagt Rainer Döring, Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses.
Der Dienstleistungssektor zeigt insgesamt eine gewisse Stabilität, hat aber an Dynamik eingebüßt. Der Ertragsdruck, hohe Kosten und eine schwache Nachfrage verhindern eine breitere Aufwärtsbewegung.

IHK-Konjunkturklimaindex

Der Konjunkturklimaindikator – ermittelt aus der Bewertung der aktuellen Lage und der Erwartungen – ist gegenüber dem Frühjahr 2026 von 97 auf 95 gesunken. Damit hat er sich etwas weiter von der neutralen 100-Punkte-Marke entfernt. Der leichte Rückgang ist in den drei Teilsektoren Industrie, Handel und Dienstleistungen gleichermaßen zu beobachten.
Die im Frühjahr angekündigten Reformen der Bundesregierung sind zum großen Teil auch mit Beginn des Herbstes noch nicht final beschlossen. Zudem entwickelt sich der Konflikt rund um den Persischen Golf langwieriger als erhofft. Dadurch verursachte deutliche Energiepreissteigerungen drücken zusätzlich auf die Konsumlaune. Die bereits zum Sommer stark gestiegenen Gaspreise dürften die Nachfrage vieler Konsumenten mit Blick auf den Winter zusätzlich drücken.

Größte Risiken aus Sicht der Unternehmen

Als größte Risiken für ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung nennen die Unternehmen in Industrie, Handel und Dienstleistungen fast gleichlautend eine schwache Inlandsnachfrage, hohe Arbeitskosten, gestiegene Energiepreise sowie belastende wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen.
„Genau an diesen Punkten muss die Politik jetzt ansetzen. Die Unternehmen brauchen jetzt keine weiteren Ankündigungen, sondern konkrete Entscheidungen und wirtschaftspolitische Impulse für mehr Wettbewerbsfähigkeit", betont Wahl-Schwentker. „Dazu gehören auch schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie ein konsequenter Abbau bürokratischer Belastungen.“ „Reformen müssen jetzt zügig beschlossen und umgesetzt werden. Entscheidend ist, dass sie in den Unternehmen schnell spürbar ankommen“, fordert der IHK-Präsident.

Regionale Ergebnisse

Detaillierte Infos und Auswertungen der Ergebnisse zu den Kreisen und der kreisfreien Stadt Bielefeld werden nach den Pressekonferenzen veröffentlicht.