2026
Exportkontrolle zwischen Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit
Der erste IHK-Exportkontrolltag der IHK Nordschwarzwald stieß mit rund 100 Teilnehmenden auf großes Interesse. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter international tätiger Unternehmen aus dem gesamten IHK-Bezirk und ganz Deutschland nahmen an der Veranstaltung kamen ins IHK-Haus Pforzheim, um sich über aktuelle Entwicklungen der Exportkontrolle zu informieren und mit führenden Fachleuten aus Verwaltung, Wirtschaft und der IHK-Organisation auszutauschen.
- Exportkontrolle schützt vor erheblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken
- Thema trifft den Nerv der Zeit
- Verstöße können hohe Bußgelder und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
- Dual-Use-Güter im Wert von rund 77 Milliarden Euro genehmigt
- Renommierte Expert:innen aus Wirtschaft und Verwaltung informierten beim Exportkontrolltag 2026
- Individuelle Beratungsgespräche geführt und konkrete Fragestellungen aus dem Unternehmensalltag erörtert
- Weitere Informationen der IHK Nordschwarzwald zum Thema Exportkontrolle
V. l. n. r.: Katharina Neckel (Referatsleiterin Außenwirtschaftsrecht und Handelsvereinfachungen, DIHK), Thomas Barowski (Referatsleiter Sonstige Genehmigungspflichten, Embargos, BAFA), Nico Gunzelmann (Landtagsabgeordneter für den Enzkreis), Tanja Traub (Hauptgeschäftsführerin der IHK Nordschwarzwald), Gunther Krichbaum MdB (Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt), Daniel Delatrée (Leiter Wirtschaft International der IHK Nordschwarzwald) und Mirjam Kochendörfer (Referatsleiterin Grundsatz- und Verfahrensfragen Exportkontrolle, BAFA)
Gunther Krichbaum MdB, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt), hält ein Grußwort zu Beginn der Veranstaltung.
Der Exportkontrolltag der IHK Nordschwarzwald brachte Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Politik und Behörden zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen im Exportkontroll- und Sanktionsrecht sowie deren praktische Umsetzung für die Unternehmen. Auf der Bühne begrüßt IHK-Hauptgeschäftsführerin Tanja Traub die Teilnehmenden zur Veranstaltung.
Exportkontrolle schützt vor erheblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken
„Für international tätige Unternehmen ist Exportkontrolle eine wichtige Disziplin. Sie schützt vor erheblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken und stellt sicher, dass Waren, Software und Technologien nur an zuverlässige Empfänger und für erlaubte Verwendungszwecke geliefert werden. Angesichts der aktuellen globalen Herausforderungen ist es uns ein Anliegen, diesem Thema mit dem Exportkontrolltag eine eigene Plattform zu geben“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführerin Tanja Traub zur Eröffnung der Veranstaltung. Gerade für die exportstarke Wirtschaft im Nordschwarzwald sei die rechtssichere Gestaltung internationaler Geschäftsbeziehungen von zentraler Bedeutung.
Thema trifft den Nerv der Zeit
Gunther Krichbaum (MdB), Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, ordnete die Bedeutung von Exportkontrollen vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen und sicherheitspolitischen Herausforderungen ein. „Der volle Saal zeigt, dass dieses Thema einen Nerv trifft. Wir leben nicht auf einer Insel – politische Entwicklungen und internationale Konflikte haben unmittelbare Auswirkungen auf die Wirtschaft. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen die Regeln der Exportkontrolle kennen und verstehen“, sagte Krichbaum.
Verstöße können hohe Bußgelder und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Exportkontrolle stellt sicher, dass Waren, Software und Technologien ausschließlich an zulässige Empfänger und für erlaubte Verwendungszwecke geliefert werden. Verstöße können hohe Bußgelder und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die Exportkontrolle schützt Unternehmen vor erheblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken. Dabei bewegt sich die Exportkontrolle in einem Spannungsfeld. Denn einerseits beklagen viele Unternehmen einen wachsenden bürokratischen Aufwand im internationalen Geschäft und andererseits machen die aktuellen geopolitischen Entwicklungen deutlich, wie wichtig wirksame Kontrollmechanismen sind.
Dual-Use-Güter im Wert von rund 77 Milliarden Euro genehmigt
Wie stark das Thema auch wirtschaftlich ins Gewicht fällt, zeigen aktuelle Zahlen der Europäischen Union. Nach dem jüngsten Exportkontrollbericht wurden 2024 EU-weit Ausfuhren von Dual-Use-Gütern im Wert von rund 77 Milliarden Euro genehmigt. Zu den wichtigsten Empfängerländern zählen unter anderem China, die USA, Großbritannien, Südkorea und die Ukraine.
Renommierte Expert:innen aus Wirtschaft und Verwaltung informierten beim Exportkontrolltag 2026
Für den Exportkontrolltag hatte die IHK Nordschwarzwald renommierte Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Verwaltung und der IHK-Organisation gewonnen: Katharina Neckel, Referatsleiterin Außenwirtschaftsrecht und Handelsvereinfachungen bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), gab zunächst ein aktuelles Lagebild zur Exportkontrolle in der Unternehmenspraxis. Anschließend erläuterte Mirjam Kochendörfer, Referatsleiterin für Grundsatz- und Verfahrensfragen der Exportkontrolle beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die Anforderungen im Umgang mit Dual-Use-Gütern. Simon Sandrock, Gruppenleiter Zollabfertigung bei der Richard Wolf GmbH in Knittlingen, zeigte praxisnah auf, wie Unternehmen Sanktionen und Embargos rechtskonform umsetzen können. Über aktuelle Entwicklungen bei Sanktionen und Embargos informierte zudem Thomas Barowski, Referatsleiter für sonstige Genehmigungspflichten und Embargos beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die Referentinnen und Referenten standen den Teilnehmenden darüber hinaus für Fragen und den fachlichen Austausch zur Verfügung.
Individuelle Beratungsgespräche geführt und konkrete Fragestellungen aus dem Unternehmensalltag erörtert
Besonders intensiv wurde die Möglichkeit genutzt, direkt mit den Expertinnen und Experten des BAFA ins Gespräch zu kommen. Im Rahmen individueller Beratungsgespräche konnten konkrete Fragestellungen aus dem Unternehmensalltag erörtert und praktische Hinweise für den Umgang mit exportkontrollrechtlichen Anforderungen gegeben werden.
„Exportkontrolle mag komplex sein. Mit den richtigen Prozessen, einer sorgfältigen Dokumentation und dem passenden Fachwissen lassen sich die Anforderungen jedoch sicher bewältigen“, resümiert Traub. Die IHK Nordschwarzwald unterstützt ihre Mitglieder auch weiterhin durch ihr Beratungsangebot sowie durch die Zusammenarbeit mit der IHK-Exportakademie Baden-Württemberg, die spezialisierte Weiterbildungsangebote im Bereich Exportkontrolle anbietet.
Mit dem IHK-Exportkontrolltag unterstreicht die IHK Nordschwarzwald einmal mehr ihre Rolle als Ansprechpartner für die auch international tätige Wirtschaft in der Region.