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Ein Talent für den Service
Stefanie Wind vom Café Waldsee in Hamminkeln hat ihrer Nichte Emma eine Fachpraktikerausbildung ermöglicht. Für beide war es ein voller Erfolg.
Kuchen, Desserts und ein üppiges Frühstücksbuffet – alles selbst hergestellt. Dazu ein wahres Deko-Eldorado innen und außen. Störche, Schafe und der idyllische Waldsee gleich nebenan. Ver antwortlich für dieses kleine Gesamtkunstwerk ist Stefanie Wind. Sie hat die Geschichte des Cafés seit der Gründung vor 32 Jahren miterlebt und es vor sieben Jahren von ihrer Mutter übernommen. Seitdem stellt sie gemeinsam mit ihrem Mann und einem kleinen Team an fünf Tagen pro Woche Köstlichkeiten wie Kartoffelsalat, Kirschpfannkuchen, Torten und Suppen her. Bis mittags freuen sich Tagestouristen, Radfahrer oder Gäste der nahegelegenen Campingplätze über das Angebot.
Unerwartete Chance
„Unsere Tage fangen früh an. Um fünf Uhr beginnen wir mit der frischen Zubereitung der Speisen“, erzählt Stefanie Wind. Durch die familienfreundlichen Arbeitszeiten hat sie – ungewöhnlich für die Gastronomie – bislang kein Problem mit fehlenden Fachkräften. „Daher war Ausbildung für uns bislang auch nie ein Thema“, sagt sie. Doch dann kam Emma. „Meine Nichte Emma Flores kennt unser Café von Kindesbeinen an. Früher hat sie meine Eistruhe geplündert“, lacht Stefanie Wind. Emma ist eine offene, fröhliche junge Frau, kommunikativ und gut gelaunt. Ideal für die Gastronomie. Eigentlich. Denn Emma hat eine Lernschwäche und braucht deshalb für theoretische Auf gaben mehr Zeit und Unterstützung. Doch nach einem Praktikum war für sie klar: Die Arbeit in der Gastronomie kann sie sich gut vorstellen. Nicht in der Küche, aber sehr gerne im Service.
„Unsere Tage fangen früh an. Um fünf Uhr beginnen wir mit der frischen Zubereitung der Speisen“, erzählt Stefanie Wind. Durch die familienfreundlichen Arbeitszeiten hat sie – ungewöhnlich für die Gastronomie – bislang kein Problem mit fehlenden Fachkräften. „Daher war Ausbildung für uns bislang auch nie ein Thema“, sagt sie. Doch dann kam Emma. „Meine Nichte Emma Flores kennt unser Café von Kindesbeinen an. Früher hat sie meine Eistruhe geplündert“, lacht Stefanie Wind. Emma ist eine offene, fröhliche junge Frau, kommunikativ und gut gelaunt. Ideal für die Gastronomie. Eigentlich. Denn Emma hat eine Lernschwäche und braucht deshalb für theoretische Auf gaben mehr Zeit und Unterstützung. Doch nach einem Praktikum war für sie klar: Die Arbeit in der Gastronomie kann sie sich gut vorstellen. Nicht in der Küche, aber sehr gerne im Service.
Beruflich vorankommen
„Wir haben uns dann informiert, welche Möglichkeiten es für Emma geben könnte, und haben die Fachpraktikerausbildung gefunden“, sagt Stefanie Wind. Bei der Niederrheinischen IHK laufen alle Informationen zu den beteiligten Partnern bei Angelina Olschewski zusammen. Sie ist Fachberaterin für inklusive Bildung. Olschewski berät Unternehmen und macht das Modell bekannter. Die Fachberatung erfolgt im Auftrag des LVR- Inklusionsamtes. „Die Ausbildung zur Helferin im Gastgewerbe passt sehr gut zu Emma und zum Café Waldsee. In Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg in Kleve und der Arbeitsagentur Wesel konnte sie die Ausbildung beginnen“, sagt Stefanie Wind.
„Wir haben uns dann informiert, welche Möglichkeiten es für Emma geben könnte, und haben die Fachpraktikerausbildung gefunden“, sagt Stefanie Wind. Bei der Niederrheinischen IHK laufen alle Informationen zu den beteiligten Partnern bei Angelina Olschewski zusammen. Sie ist Fachberaterin für inklusive Bildung. Olschewski berät Unternehmen und macht das Modell bekannter. Die Fachberatung erfolgt im Auftrag des LVR- Inklusionsamtes. „Die Ausbildung zur Helferin im Gastgewerbe passt sehr gut zu Emma und zum Café Waldsee. In Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg in Kleve und der Arbeitsagentur Wesel konnte sie die Ausbildung beginnen“, sagt Stefanie Wind.
Im Berufskolleg bekam sie einen Nachteilsausgleich bei den Prüfungen. Und im Betrieb? „Emma ist sehr gründlich und gewissenhaft. Sie braucht daher etwas länger für die Aufgaben“, erzählt Stefanie Wind. „Auf der anderen Seite genießen es unsere Gäste, wenn eine Servicekraft auf sie eingeht und auch mal Zeit hat, etwas zu plaudern. Jeder Mensch hat spezielle Talente und Emma kann ihre sehr gut in unseren Betrieb einbringen. Wir sagen immer: Sie ist unser Trinkgeldmagnet!“ Inzwischen hat Emma die Ausbildung ab geschlossen. Für ihren weiteren Weg will sich die junge Frau – ganz Emma-typisch – etwas Zeit lassen: Entweder macht sie die reguläre Ausbildung zur Fachkraft Gastgewerbe. Oder sie nimmt einen Arbeitsvertrag an, am Waldsee oder woanders. Nun stehen ihr viele Wege offen.
Bessere Förderung gewünscht
Was sagt Stefanie Wind zu ihren Erfahrungen mit der Fachpraktikerausbildung? „Das Konzept müsste noch bekannter sein. Es ist toll, wie einfach Inklusion gelingen kann.“ Es müsse aus ihrer Sicht jedoch noch eine bessere Förderung des Modells geben. „Denn eine Begleitung junger Menschen mit Lernschwäche kostet Zeit. Besonders in kleineren und mittelständischen Betrieben ist im Gastronomiebereich die Marge nicht gigantisch. Zeit spielt da eine große Rolle. Und da kann es sein, dass sich eine Fachpraktikerausbildung nicht rechnet.“ Für sie selbst war die Ausbildung von Emma eine lohnende Zeit. Stefanie Wind legt grundsätzlich nicht viel Wert auf Zeugnisnoten: „Es muss von der Persönlichkeit her passen, die Motivation muss stimmen und natürlich die Leistung.“ All das war bei Emma gegeben – und schon jetzt wird die fröhliche junge Frau von den Gästen vermisst.
Was sagt Stefanie Wind zu ihren Erfahrungen mit der Fachpraktikerausbildung? „Das Konzept müsste noch bekannter sein. Es ist toll, wie einfach Inklusion gelingen kann.“ Es müsse aus ihrer Sicht jedoch noch eine bessere Förderung des Modells geben. „Denn eine Begleitung junger Menschen mit Lernschwäche kostet Zeit. Besonders in kleineren und mittelständischen Betrieben ist im Gastronomiebereich die Marge nicht gigantisch. Zeit spielt da eine große Rolle. Und da kann es sein, dass sich eine Fachpraktikerausbildung nicht rechnet.“ Für sie selbst war die Ausbildung von Emma eine lohnende Zeit. Stefanie Wind legt grundsätzlich nicht viel Wert auf Zeugnisnoten: „Es muss von der Persönlichkeit her passen, die Motivation muss stimmen und natürlich die Leistung.“ All das war bei Emma gegeben – und schon jetzt wird die fröhliche junge Frau von den Gästen vermisst.
Die Fachpraktikerausbildung ist im Beufsbildungsgesetz geregelt. Sie ermöglicht anschließend eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die Aus bildungsinhalte orientieren sich an an erkannten Ausbildungsberufen, jedoch mit einem geringeren theoretischen Anteil. Die Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre. Fachpraktikerausbildungen gibt es für viele verschiedene Bereiche. Die Ausbildungsgänge für Gastronomie betriebe sind der Fachpraktiker Küche oder der Helfer im Gastgewerbe.
Text: Susanne Hartmann
Foto: Niederrheinische IHK / Hendrik Grzebatzki
Foto: Niederrheinische IHK / Hendrik Grzebatzki
