Niederrhein Wirtschaft
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Der Blütendoktor

Gärten ohne Gießen

Ein blühender Garten, in dem es immerzu summt. Der jeder Witterung trotzt, wenig Pflege braucht – und ohne Gießen auskommt. Dafür sorgt Petra Kühn mit ihrem Unternehmen „Der Blütendoktor“.
Ökologische Verantwortung fängt im Kleinen an. Gärten, Grünstreifen, selbst graue Einfahrten und Parkplätze haben viel Potenzial, findet Petra Kühn. Sie betreibt seit 2021 das Unternehmen „Der Blütendoktor“, ein Planungsbüro für immerblühende Gartenkonzepte. Ursprünglich in Düsseldorf gegründet, ist die Inhaberin 2024 nach Moers gezogen. In ein Haus mit großem Grundstück. „Hier wird in den nächsten Jahren ein repräsentativer, insektenfreundlicher Garten entstehen“, kündigte Kühn an. Und tatsächlich, zwei Jahre später blüht es ohne Wässerung. Dieses Wissen gibt sie an Privatpersonen, Unternehmen und Städte weiter.
„Ich entwickele ein Pflanzkonzept, das genau auf den jeweiligen Standort abgestimmt ist. Auf den Boden, die Sonneneinstrahlung, den Schattenwurf und die Witterungsverhältnisse“, sagt die Fachfrau. „Beim Gießen gewöhnen wir Pflanzen daran, dass ständig Wasser von oben kommt. Sie bilden ihre Wurzeln dann nach oben aus.“ Da Kühn nicht wässert, unterstützt sie die Pflanzen, ihre Wurzeln nach unten auszustrecken. Am Niederrhein sei der Boden eher lehmig und könne Wasser gut halten. Tiefer wurzelnde Pflanzen könnten sich so gut versorgen. Und passender Mulch schütze, damit der Boden nicht austrocknet oder verschlammt. Ein ökologisches Plus bei wenig Pflegeaufwand. „Er besteht überwiegend im Rückschnitt nach dem Winter. Vögel und Insekten finden so auch in der kalten Jahreszeit Schutz und Nahrung.“ Von März bis November blühen nektarund pollenreiche Pflanzen.
Städte und Kommunen würden ebenfalls profitieren, meint die Planerin. Blühende Flächen, die Insekten nähren, nicht gewässert und nicht mehrmals im Jahr gemäht werden müssen, reduzieren Kosten. Neben dem Naturschutz sorgen sie für Abwechslung in einer oft gleichen Gestaltung. Das lohnt sich auch für Unternehmen, die zum Beispiel einen Grünstreifen neben einer Firmenhalle haben. Oder ein Stück Land an einem Bürogebäude. „Viele Firmen halten Rasen für ein einfaches, gepflegtes Auftreten. Dabei ist Rasen ein Flachwurzler, der viel Wasser, Dünger und Aufmerksamkeit braucht und ökologisch nur geringe Funktion hat“, sagt Kühn. „Ein harmonisches, gepflegtes Aussehen kann man auch ökologisch sinnvoll und ansprechend gestalten. Davon möchte ich Entscheider gern überzeugen.“
Text: Heike Gorres
Foto: Der Blütendoktor