Innenstädte
Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) hat sich für das Jahr 2024 das Schwerpunktthema „Innenstädte“ gesetzt. Deren facettenreiche Funktion erläuterte Prof. Dr. Torsten Bölting, Experte für Wohn- und Raumsoziologie, anlässlich der Frühjahrstagung.
Die gewählten Vertreterinnen und Vertreter von rund 58.000 Unternehmen aus Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen diskutierten, wie Innenstädte der Zukunft gestaltet werden könnten.
Der Austausch auf der Frühlingssitzung verdeutlichte die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes für die Weiterentwicklung von Innenstädten. Die Integration verschiedener Funktionen und die Schaffung eines einladenden Umfeldes sind entscheidend, um den stetigen Wandel unserer urbanen Zentren erfolgreich zu bewältigen. Gelernte Leitbilder müssen durch neue, zukunftsfähige und individuelle Ideen ersetzt werden. Sei es beispielsweise die Innenstadt der Kultur, die Innenstadt am Wasser oder auch die Innenstadt der Begegnung – neue Ideen und sinnstiftende Identitäten tragen zur Attraktivität bei. Es gilt, individuelle Leitbilder zu entwerfen.
Vitale Innenstädte 2024
Die Innenstädte befinden sich seit einigen Jahren im Wandel und sehen sich zugleich mit dynamischen Herausforderungen konfrontiert. Um diesen Wandel nachhaltig und unterstützend zu begleiten, hat sich die IHK zu Essen an der Studie „Vitale Innenstädte 2024“ beteiligt, die vom Institut für Handelsforschung Köln (IFH) bundesweit durchgeführt wurde. Dabei handelt es sich um die größte Passanten-Befragung Deutschlands. Diese liefert wertvolle Einblicke in die Stadtperformance, Besuchererwartungen und das Kundenverhalten. Ziel der Studie ist es, verlässliche Daten zur Besucherstruktur, den Besuchermotiven und dem Besucherverhalten zu sammeln, um Optimierungspotenziale zu identifizieren und die Attraktivität der Innenstädte zu steigern. Gleichzeitig bietet die Befragung die Möglichkeit, besseres Verständnis für die Bedürfnisse und Erwartungen der Besucher zu gewinnen. Die Ergebnisse tragen dazu bei, gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Innenstädte zu entwickeln und die Lebensqualität sowie die Attraktivität der Stadtzentren zu erhöhen.
Die Befragungen fanden sowohl in den Innenstädten von Essen und Oberhausen statt.
Oberhausen: Schulnote 3,0 mit positiven Tendenzen und Steigerungspotenzial
Insgesamt bewerten die Befragten die Oberhausener Innenstadt mit der Note 3,0. Damit liegt die Stadt leicht hinter der Durchschnittsnote 2,5 des Ortsgrößendurchschnitts. „Die Befragung liefert klare Anforderungen an die Innenstadt. Dazu zählen vor allem der strategische Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, die Aufwertung der Fußgängerzone, ein verbessertes Toilettenangebot sowie Maßnahmen gegen leerstehende Ladenlokale. Positive Bewertungen gab es für die Gastroszene sowie das Freizeit- und Kulturangebot der Oberhausener Innenstadt“, resümiert Sandra Schmitz, die das IHK-Geschäftsfeld „Branchen & International“ leitet.
Darüber hinaus wurden die Passanten gefragt, mit welchen Verkehrsmitteln sie in die Innenstadt gekommen sind: Ein Drittel reist mit dem PKW an. Im Vergleich zum Ortsgrößendurchschnitt fällt auf, dass öffentliche Verkehrsmittel von 29 Prozent und damit unterdurchschnittlich genutzt werden. Für Geschäftsfeldleiterin Sandra Schmitz ein klares Signal: „Der Ausbau des ÖPNV-Angebots sollte oberste Priorität haben. Als IHK fordern wir daher eine gezielte Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs, um die Qualität und Leistungsfähigkeit des Umweltverbundes zur Oberhausener Innenstadt zu verbessern.“ Für die IHK bilde der ÖPNV das Rückgrat der innerstädtischen Mobilität und sei entscheidend für die Erreichbarkeit der Innenstadt sowie die Anbindung an das Umland: „Hier haben die Befragten eine klare Hausaufgabe für die Stadt Oberhausen: 82 Prozent finden einen Ausbau sinnvoll oder fordern ihn direkt.“
Die Befragung gibt einen klaren Anforderungskatalog, der eine gute Basis für zukünftige Handlungsfelder bietet. So kann die Oberhausener Innenstadt zum Magneten werden – sowohl für den Handel als auch für die Besucherinnen und Besucher.
Essener Innenstadt überzeugt mit Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten
In den Bereichen Gastronomie, Verweilen/Sightseeing sowie Einkaufsmöglichkeiten schneidet Essen im Vergleich zu anderen Städten dieser Größenklasse sogar besser ab. Zu den Vergleichsstädten zählen unter anderem Berlin, Düsseldorf, Leipzig und Frankfurt. Dafür haben die Befragten die Schulnote 2,7 vergeben.
Die Resultate bewertet Geschäftsfeldleiterin Sandra Schmitz positiv: „Die Ergebnisse für die Essener Innenstadt sind durchaus erfreulich. In den Bereichen Gastronomie, Verweilen/Sightseeing sowie Einkaufsmöglichkeiten schneidet Essen im Vergleich zu anderen Städten dieser Größenklasse sogar besser ab. Dafür haben die Befragten die Schulnote 2,7 vergeben. Das ist für die Essener Innenstadt ein starker Erfolg.“ Zu den Vergleichsstädten zählen unter anderem Berlin, Düsseldorf, Leipzig und Frankfurt.
Die Essener Innenstadt kann einen Großteil der Befragten überzeugen. So geben 53 Prozent der Befragten an, unverändert häufig die Innenstadt zu besuchen, obwohl sie auch online einkaufen. Mit den Shoppingangeboten sind die Besucherinnen und Besucher mehr als zufrieden: Hier vergeben sie die Schulnote „gut“.
Die IHK zu Essen wird die zukünftige Entwicklung der Innenstädte aufmerksam verfolgen und dabei als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen, um den Prozess rund um die Innenstädte fachlich zu begleiten.
