Presse/Publikation
Konjunkturbericht Jahresanfang 2026
Die wirtschaftliche Lage in der MEO-Region zeigt sich zum Jahresbeginn 2026 leicht stabilisiert, bleibt insgesamt jedoch unter Druck. Der aktuelle Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen (IHK) steigt gegenüber dem Herbst 2025 um knapp vier Punkte auf 99,9 und nähert sich damit der neutralen 100-Punkte-Marke an. Hauptursache der anhaltenden Schwäche ist eine gedämpfte Binnennachfrage, die von den Unternehmen zunehmend als größtes Geschäftsrisiko wahrgenommen wird.
Während der Fachkräftemangel weiterhin von fast der Hälfte der Betriebe genannt wird, hat er im Vergleich zum Vorjahr spürbar an Bedeutung verloren. „Das ist kein struktureller Entwarnungseffekt, sondern eine Folge der derzeit verhaltenen wirtschaftlichen Dynamik“, ordnet Hauptgeschäftsführerin Kerstin Groß ein. „Sobald die Konjunktur wieder anzieht und die Nachfrage steigt, wird auch der Fachkräftemangel sehr schnell wieder an Relevanz gewinnen. Umso wichtiger ist es, jetzt die richtigen Rahmenbedingungen für Wachstum und Fachkräftesicherung zu schaffen.“
Ein zentraler Hebel hierfür ist aus Sicht der regionalen Wirtschaft die Flächenpolitik. Mehr als ein Drittel der Unternehmen sieht zusätzlichen Bedarf an Gewerbeflächen, um Investitionen und weiteres Wachstum realisieren zu können. Besonders ausgeprägt ist dieser Bedarf in Oberhausen, wo über die Hälfte der Betriebe eine Ausweitung des Gewerbeflächenangebots für erforderlich hält.
„Die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen ist ein entscheidender Standortfaktor für die Zukunftsfähigkeit der MEO-Region“, betont Kerstin Groß. „Wenn Unternehmen nicht investieren können, weil geeignete Flächen fehlen, gefährdet das nicht nur Wachstum und Beschäftigung, sondern auch die Transformation in Richtung Digitalisierung und Klimaschutz. Eine vorausschauende, regionale Flächenpolitik ist deshalb eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Erholung und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.“
Die Beschäftigungspläne der Unternehmen fallen zum Jahresbeginn 2026 gemischt aus. Während 16 Prozent einen Stellenaufbau planen, rechnen 25 Prozent mit einem Personalabbau. Die Mehrheit geht von einer stabilen Beschäftigung aus. Damit setzt sich die Abkühlung am Arbeitsmarkt fort – parallel zur insgesamt verhaltenen Konjunkturentwicklung.
Auch die Investitionsneigung bleibt gedämpft: Nur 16 Prozent der Unternehmen planen steigende Inlandsinvestitionen, während gut ein Viertel Kürzungen vorsieht. Vor dem Hintergrund des hohen Investitionsbedarfs in Infrastruktur, Digitalisierung und Klimaschutz wirkt dies als Bremsfaktor für die mittelfristige Entwicklung der Region.
Positiv entwickelt sich hingegen das Auslandsgeschäft. Die Erwartungen der exportierenden Unternehmen haben sich gegenüber dem Herbst spürbar aufgehellt, auch wenn die internationale Konjunktur weiterhin keine starken Impulse liefert.
Insgesamt zeigt der Konjunkturbericht: Die wirtschaftliche Stabilisierung ist fragil. Umso entscheidender sind jetzt verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und eine aktive Standortpolitik – insbesondere bei der Bereitstellung von Gewerbeflächen –, damit die MEO-Region bei einer konjunkturellen Belebung schnell wieder Fahrt aufnehmen kann.
