CORONA-PANDEMIE

Auswirkungen auf Ausbildung und Prüfungen ab dem 6. Mai 2022

Alle Aus- und Weiterbildungsprüfungen (Zwischenprüfungen, Abschlussprüfungen Teil 1, Abschlussprüfungen, Abschlussprüfungen Teil 2, Prüfungen für Umschülerinnen und Umschüler, Weiterbildungs- und AEVO-Prüfungen) finden statt. 

Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu den aktuellen Hygienemaßnahmen in unserem IHK-Gebäude, über die Sie sich vor der Prüfung mithilfe der folgenden FAQ ausführlich informieren können. Weiterhin sind generelle Antworten auf Fragen zum Thema “Ausbildung während Coronazeiten” aufgeführt.

Was muss ich als Teilnehmer*in oder Prüfer*in bei Prüfungen beachten?

Aufgrund der andauernden Infektionslage, bitten wir Sie, sich so zu verhalten, dass Sie sich und andere keinen unangemessenen Infektionsgefahren aussetzen (mithilfe der allgemeinen Verhaltensregeln zu Abstand, Hygiene und Masken).

Bitte beachten Sie ggf. anders geltende Hinweise im Sinne des Hausrechts der einzelnen Prüfungsorte.

Was ist bei der Bearbeitung der aktuellen kaufmännischen Abschlussprüfungen zu beachten?

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie gilt für die schriftlichen kaufmännischen Zwischen- und Abschlussprüfungen Folgendes:
Bei der Bearbeitung der Prüfungsaufgaben ist von einem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb auszugehen, der nicht durch die COVID-19-Pandemie beeinflusst bzw. durch entsprechende behördliche Verfügungen eingeschränkt ist. 
Es gilt grundsätzlich, dass bei der Bearbeitung der Aufgaben die Gesetze und Verordnungen jeweils in der zum Prüfungstermin gültigen Fassung anzuwenden sind. 

Was ist zu tun, wenn Auszubildende zur Prüfung am Coronavirus erkrankt sind?

Auszubildende, die zum Prüfungstermin am Coronavirus erkrankt sind, dürfen nicht an der Prüfung teilnehmen. Dies stellt in der Regel einen Rücktritt mit wichtigem Grund dar. Wichtig ist, dass die Auszubildenden unverzüglich der IHK die Nichtteilnahme mitteilen müssen (per E-Mail) und den wichtigen Grund (Erkrankung) durch Vorlage eines ärztlichen Attestes nachweisen müssen. Bei Ausbildungsprüfungen gilt zusätzlich: Auszubildende informieren auch Ihren Ausbildungsbetrieb (vorzugsweise in derselben E-Mail).

Was ist zu tun, wenn sich Auszubildende zur Prüfung in behördlich angeordneter Quarantäne befinden?

Auszubildende, die behördlich unter Quarantäne gestellt werden, dürfen nicht an der Prüfung teilnehmen, wenn die Prüfung in den Zeitraum der Quarantäne fällt. Auch dies ist ein Rücktritt mit wichtigem Grund, den die Auszubildenden bitte unverzüglich unter Beifügung geeigneter Nachweise (zum Beispiel Bescheinigung vom Gesundheitsamt) der IHK zu Essen mitteilen (per E-Mail). In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht abgelegt. Bei Ausbildungsprüfungen gilt zusätzlich: Auszubildende informieren auch Ihren Ausbildungsbetrieb (vorzugsweise in derselben E-Mail).

Was geschieht, wenn Auszubildende aus wichtigem Grund nicht an der Prüfung teilnehmen können?

Sollten Auszubildende aus wichtigem Grund nicht an der Prüfung teilnehmen, können sie zum nächstmöglichen Termin (in der Regel sechs Monate später) die Prüfung ablegen. Wird der wichtige Grund von der IHK anerkannt, gilt die Prüfung als nicht abgelegt.

Verlängert sich die Ausbildungszeit automatisch, wenn eine Prüfung verschoben wird?

Nein, die Ausbildungszeit verlängert sich nicht automatisch. Das Berufsausbildungsverhältnis endet nach § 21 Absatz 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG) mit Erreichen des vertraglich vereinbarten Ausbildungsendes, auch wenn die Abschlussprüfung noch nicht abgelegt ist.
Beispiel:
Vertraglich vereinbart endet die Ausbildungszeit mit Ablauf des 31.07.2020, die mündliche Prüfung findet am 15.08.2020 statt. In diesem Fall gibt es keine automatische Verlängerung des Ausbildungsvertrages bis zum Termin der mündlichen Prüfung.
Achtung! Ausbildungsbetriebe sollten zum vertraglich vereinbarten Ende der Ausbildungszeit unbedingt beachten, eine eventuelle Weiterbeschäftigung des Auszubildenden formal zu regeln. Wird nichts geregelt und kommt der Auszubildende nach dem vertraglichen Ende weiter in den Betrieb, so besteht die Gefahr, dass ein unbefristetes Arbeitsverhältnis entsteht.
Eine Verlängerung der Ausbildungszeit kann insbesondere dann beantragt werden, wenn diese erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Erforderlich ist dies z.B., wenn der Auszubildende für die Prüfung
  • eine betriebliche Projektarbeit durchführen muss, die noch nicht durchgeführt werden konnte,
  • der Betrieb im erheblichen Maß Materialien (zum Beispiel Schaltschrank) für die praktische Prüfung zur Verfügung stellen muss,
  • die praktische Prüfung im Ausbildungsbetrieb durchgeführt werden muss.
Insbesondere in diesen Fällen wird die IHK in der Regel dem Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit stattgeben. Bei Fragen helfen die IHK-Ausbildungsberater gerne weiter.

In welcher Form findet der Schulbetrieb in Corona-Zeiten statt?

Die Situation ist dynamisch, es kann jederzeit neue Regeln und Vorgaben geben. Die Berufsschüler sollten sich aufgrund dessen regelmäßig bei den Berufskollegs informieren, ob es Änderungen gibt, die sie betreffen.
Informationen zum Schulbetrieb finden Sie unter:

Müssen Auszubildende in den Ausbildungsbetrieb kommen, wenn der Berufsschulunterricht ausfällt?

Fällt der Berufsschulunterricht aus, so müssen Auszubildende an diesen Tagen in den Ausbildungsbetrieb kommen. Die Freistellungsregelung nach § 15 BBiG findet nur Anwendung, wenn tatsächlich Berufsschulunterricht stattfindet.
Wird der Berufsschulunterricht in virtueller Form durchgeführt, müssen die Auszubildenden für die Teilnahme am virtuellen Unterricht (Homeschooling) freigestellt werden.
Findet kein Unterricht statt, so gibt es auch keine Freistellung. Die Auszubildenden müssen regulär in den Ausbildungsbetrieb kommen.
Das gilt unabhängig davon, warum der Schulunterricht ausfällt. Ob eine Schule aufgrund einer Quarantäneanordnung schließen muss, Schulferien sind, Schulferien aufgrund von Corona verlängert werden (z.B. am 21. und 22.12.2020) oder aus sonstigen Gründen keinen Unterricht anbietet, spielt keine Rolle. Wenn kein Unterricht stattfindet, so dürfen die Auszubildenden nicht einfach zu Hause bleiben, sondern müssen in den Betrieb kommen. Selbstverständlich besteht aber die Möglichkeit, den Auszubildenden die Zeit, in der eigentlich Unterricht wäre, als Zeit zum selbständigen Lernen zur Verfügung zu stellen. 

Dürfen Auszubildende von der Ausbildung fernbleiben?

Grundsätzlich darf ein Auszubildender die Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Im Einzelfall kann der Arbeitgeber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Auszubildenden von der Arbeit freizustellen oder Teile der Ausbildung (zum Beispiel das Führen des Ausbildungsnachweises) zu Hause zu erlauben.

Können Auszubildende in den Urlaub geschickt werden?

Auszubildende können nicht pauschal in “Zwangsurlaub” geschickt werden. Urlaub muss der Auszubildende beantragen und er kann nicht gegen dessen Willen einfach angeordnet werden. Ähnliches gilt für den Abbau von Überstunden. Der Auszubildende selbst oder auch der Betriebsrat können eine Vereinbarung mit der Unternehmensleitung treffen. Hier zählt der Einzelfall.

Kann für Auszubildende Kurzarbeit angeordnet werden?

Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten:
  • Umstellung des Ausbildungsplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Rückversetzung in die Lehrwerkstatt
  • Durchführung besonderer Ausbildungsveranstaltungen
Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben.

Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen.
Weitere Informationen zur Kurzarbeit erhalten Sie bei der Agentur für Arbeit

Kann für Ausbilder Kurzarbeit angeordnet werden?

Auch bei Ausbildern sollte Kurzarbeit nur in Ausnahmefällen angeordnet werden, da der Betrieb gewährleisten muss, dass der Ausbilder seiner Ausbildungspflicht gegenüber dem Auszubildenden nachkommt. Werden die Auszubildenden mangelhaft oder gar nicht ausgebildet, kann ein Schadensersatzanspruch gegenüber dem Ausbildungsbetrieb entstehen.

Kann Auszubildenden aufgrund der aktuellen Situation gekündigt werden?

Kurzarbeit an sich kann keine Kündigung der Auszubildenden durch den betroffenen Ausbildungsbetrieb rechtfertigen. Es sei denn der Ausbildungsbetrieb kommt für längere Zeit vollständig zum Erliegen. Entfällt dadurch die Ausbildungseignung des Betriebes, ist eine Kündigung der Auszubildenden möglich, ohne dass ein Schadensersatzanspruch entsteht. Die Ausbilder sind aber dazu verpflichtet, sich mit der zuständigen Agentur für Arbeit rechtzeitig um einen anderen Ausbildungsbetrieb für den Auszubildenden zu bemühen.

Worauf müssen Ausbildungsbetrieb und Auszubildende achten, wenn das Unternehmen Insolvenz anmeldet?

Grundsätzlich gilt: Weder eine drohende Insolvenz noch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens haben direkte Auswirkungen auf den Ausbildungsvertrag. Die aus dem Ausbildungsverhältnis resultierenden Rechte und Pflichten bleiben weiter bestehen. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens tritt allerdings der Insolvenzverwalter an die Stelle des Ausbildungsbetriebs. Alle aus dem Ausbildungsvertrag bestehenden Ansprüche sind an ihn zu richten.
Der Ausbildungsbetrieb bzw. der Insolvenzverwalter sind dazu verpflichtet, die aus dem Ausbildungsverhältnis resultierenden Pflichten weiter zu erfüllen. Hierzu zählt insbesondere die Zahlung der vereinbarten Ausbildungsvergütung. Grundsätzlich können sich Ausbildungsbetrieb und Auszubildender auf eine Kürzung der Ausbildungsvergütung einigen. Die Ausbildungsvergütung muss jedoch weiterhin angemessen und höher als die gezahlte Vergütung des vorhergehenden Jahres sein, § 17 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG).
Ist die Einstellung des Geschäftsbetriebs absehbar, sollte das insolvente Unternehmen Kontakt mit der IHK-Ausbildungsberatung aufnehmen, um die Weiterführung der Berufsausbildungsverhältnisse abzuklären. Welchen Einfluss die Betriebsstilllegung auf das Prüfungsverfahren hat, kann dann auch im Einzelfall mit dem jeweiligen IHK-Ansprechpartner abgesprochen werden.

IHK-Ausbildungsberatung

Für telefonische Beratung und Auskünfte per E-Mail stehen die IHK-Ausbildungsberater gerne zur Verfügung. Die Kontaktdaten der Ausbildungsberater finden Sie hier.

Die Industrie- und Handelskammer  hilft  Ihren zugehörigen Unternehmen aus Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen  in den Corona-Zeiten  durch vielfältige Informationen und meist telefonischen Beratungen zu den Soforthilfemaßnahmen.  Grundlage sind hierfür die jeweiligen aktuellen Verordnungen und die uns  weitergereichten Informationen der Bewilligungsstellen sowie die Eigenangaben, die die Unternehmer uns zurufen. Durch die  ständig aktualisierten Verordnungen kommt es hierbei ständig zu Rechtsänderungen. Die  Beratung in Form der für uns zulässigen Erstberatung erfolgt vor diesem Hintergrund bestmöglich, eine Haftung der IHK ist aber -  außer für Fälle der groben Fahrlässigkeit oder des Vorsatzes, ausgeschlossen. Bei rechtlichen Einzelfragen sowie zur Absicherung sollten Sie sich zusätzlich fachkundigen Rat Ihres Rechtsanwaltes und/oder Steuerberaters, die die Situation Ihres Unternehmens aufgrund der ständigen Befassung noch viel intensiver kennen, einholen.