Auswertung der Umfrage
Digitalisierungsumfrage 2025
Im Jahr 2025 befragte die IHK-Magdeburg wieder Unternehmen zum Stand der eigenen Digitalisierung. Dabei zeigt sich: Die Unternehmen sehen sich digital unverändert aufgestellt zum Vorjahr. Es gibt eine Reihe von Herausforderungen, die es zu lösen gilt, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Hier sind sowohl Unternehmen als auch die Politik gefragt.
Grundsätzliche Erkenntnisse
- Die Digitalisierung in Unternehmen tritt auf der Stelle: Mit der durchschnittlichen Schulnote 2,8 bewerten Unternehmen ihren Digitalisierungsgrad etwas besser als im Vorjahr (2,9). Digitaler Vorreiter ist die Informations- und Kommunikationsbranche mit einer Ø-Bewertung von 2,1 (VJ: 2,1). Dagegen bewegen sich das Gastgewerbe mit 2,9 (VJ: 3,0), die Verkehrsbranche mit 3,1 (VJ: 3,2) und das Baugewerbe mit 3,0 (VJ: 3,0) unverändert im hinteren Bereich der Notenskala.
- In Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen gewinnen das Einsparen von Kosten, Flexibilisierung und Qualitätsverbesserung deutliche Relevanz und werden zu wichtigen Gründen für die unternehmensinterne Digitalisierung (65%). Die Entwicklung innovativer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle als Zukunftssicherung legt weiterhin an Bedeutung zu, wenn auch nur als viertwichtigster Grund. Das Potential zur Abfederung des Fachkräftemangel durch Digitalisierung wird noch zögerlich anvisiert.
- Zeitmangel (53%), die zunehmende Komplexität digitaler Prozesse (47%) und hohe Kosten (45%) sind die größten Herausforderungen für die Digitalisierung der Unternehmen im nördlichen Sachsen-Anhalt. Unternehmensinterne Akzeptanz und Weiterbildungsbedarf haben an Bedeutung zugenommen.
Künstliche Intelligenz ist angekommen
- Die Bedeutung von künstlicher Intelligenz (KI) steigt weiter deutlich und spielt mittlerweile bei mehr als 53% der Unternehmen eine Rolle: 31% nutzen KI bereits heute – ein beachtlicher Anstieg zum Vorjahr. Gleichzeitig planen weitere 22% der Unternehmen, KI in den nächsten drei Jahren einzuführen. Generative KI-Anwendungen wie die Verarbeitung von Texten, Bildern und Medien stehen mit 80% an der Spitze der Anwendungsfelder.
- Rechtliche Unsicherheiten (59%) und technische Hemmnisse (46%) blieben branchenübergreifend die größte Herausforderung bei der Datennutzung.
- Unternehmen weisen eine große Zurückhaltung beim Teilen von Daten über die gesetzlichen Pflichten hinaus auf. Deutlich mehr als zwei Drittel der Unternehmen möchte Daten nicht teilen.
Cyberangriffe und technologische Abhängigkeiten
- Die Zahl der Unternehmen, die von einem oder mehreren erheblichen Cyberangriffen betroffen ist, liegt bei 16%. Gleichzeitig werden die Angriffsarten immer komplexer. Die drei Angriffsarten Betrug (33%), Ransomware (27%) und der Diebstahl digitaler Daten (13%) sind gleichbleibend massiv, es ist ein spürbarer Anstieg im Bereich der Spionage zu verzeichnen. (von 19% auf 40%)
- Die IT-Sicherheitsmaßnahmen in diesen Unternehmen steigen im Vergleich zum Vorjahr mehrheitlich an – in Anbetracht der aktuellen Bedrohungslage allerdings zu gering. Technische IT-Standards sind zunehmend etabliert (regelmäßige Backups 81), bei organisatorische Maßnahmen wie Schulungen (34%) und Nutzungsrichtlinien für Mitarbeitende (47%) oder Notfallpläne (19%) ist noch Luft nach oben.
- Zur digitalen Souveränität zeigt sich dazu ein uneinheitliches Bild: In vielen Bereichen sehen sich Unternehmen stark abhängig von externen Systemen und Anbietern, während in spezialisierten Produktionssystemen (z. B. Maschinensoftware) mehr Unabhängigkeit gesehen wird.
Politische Unterstützung enorm wichtig
- Nicht ausreichender Internetzugang am Unternehmensstandort bleibt für Unternehmen ein entscheidender Hemmschuh: 71% der Unternehmen geben an, dass ihre Internetverfügbarkeit ihren tatsächlichen Bedürfnissen entspricht. 29% der Unternehmen weisen darauf hin, dass die Bandbreite nicht ausreichend ist.
- Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung steht weiter deutlich in der Kritik: Unternehmen bewerten den Stand der Verwaltungsdigitalisierung mit der durchschnittlichen Schulnote 4,3. 45% der Unternehmen stufen die Digitalisierung der Verwaltung als ungenügend oder mangelhaft ein.
Die IHK Magdeburg macht sich stark für die Bereitstellung einer ausreichenden digitalen Infrastruktur. In den Wirtschaftspolitischen Positionen der IHK Magdeburg wird der Breitbandausbau in Gewerbegebieten, den Industriestandorten sowie im ländlichen Raum gefordert. Der Fokus der Digitalpolitik in Sachsen-Anhalt ist zudem auf IT-Schutz und die zielgerichtete Förderung von Digitalisierungsprojekten zu legen.
Im Kammerbezirk der IHK Magdeburg beteiligten sich 229 Unternehmen an der Umfrage zum Stand der Digitalisierung. Es wurden Unternehmen aus allen Branchen befragt. Die Ergebnisse sind in die deutschlandweite Digitalisierungsumfrage der DIHK eingeflossen, an der sich 4.686 Unternehmen beteiligt haben.