Ausbildung

Ausbildungsvergütung

Die Industrie- und Handelskammern haben den gesetzlichen Auftrag zur Überwachung der Berufsausbildung. Ein Berufsausbildungsvertrag kann nur dann in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen werden, wenn der Ausbildungsvertrag dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) entspricht. Dazu gehört auch die angemessene Ausbildungsvergütung (BBiG § 17 Abs. 1).
Wenn für einen Ausbildungsbetrieb eine verbindliche Tarifregelung vorliegt, dürfen im Berufsausbildungsvertrag keine niedrigeren Vergütungssätze als die Tarifsätze vereinbart werden. Ob eine verbindliche Tarifregelung vorliegt, lässt sich beim Ausbildenden, Betriebsrat oder - soweit vorhanden - bei der Jugend- und Auszubildendenvertretung erfragen.
Ist ein Unternehmen nicht tarifgebunden, aber einem einschlägigen Tarifvertrag zuzuordnen, darf die Ausbildungsvergütung maximal 20 % unter dem jeweiligen Tarif liegen, um angemessen zu sein. Einschlägig heißt hier, dass dieser Tarifvertrag in der fraglichen Region für den fraglichen Personenkreis in Anwendung kommt.
Die Mindestausbildungsvergütung kommt nur dann zur Anwendung, wenn dieser Betrag die Werte der Mindestausbildungsvergütung unterschreitet und gilt für Berufsausbildungsverträge, die ab dem 1. Januar 2020 abgeschlossen werden.
Für das erste Lehrjahr sieht das Gesetz eine konkrete Mindestvergütung vor, die sich in den folgenden Ausbildungsjahren um 18 Prozent, 35 Prozent bzw. 40 Prozent erhöht.
Beginn der
Ausbildung
1.
Ausbildungsjahr

2.
Ausbildungsjahr
+ 18 %
3.
Ausbildungsjahr
+ 35 %
4.
Ausbildungsjahr
+ 40 %
2020
(01.01.-31.12.2020)
515,00 €
607,70 €
(515 € + 18 %)
695,25 €
(515 € + 35 %)
721,00 €
(515 € + 40 %)
2021
(01.01.-31.12.2021)
550,00 €
649,00 €
(550 € + 18 %)
742,50 €
(550 € + 35 %)
770,00 €
(550 € + 40 %)
2022
(01.01.-31.12.2022)
585,00 €
690,30 €
(585 € + 18 %)
789,75 €
(585 € + 35 %)
819,00 €
(585 € + 40 %)
2023
(01.01.-31.12.2023)
620,00 €
731,60 €
(620 € + 18 %)
837,00 €
(620 € + 35 %)
868,00 €
(620 € + 40 %)
Wie sich die Mindestausbildungsvergütung in den Folgejahren entwickelt, gibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung jeweils im November des jeweiligen Vorjahres bekannt.
Sollten Sie keine anzunehmende Ausbildungsvergütung finden oder weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Ausbildungsberater.
Vertraglich vereinbarte Sachleistungen sind Teil der Ausbildungsvergütung, soweit sie nach § 17 Absatz 6 (BBiG) auf die Bruttovergütung angerechnet werden können. Angerechnet werden können die in § 2 Sozialversicherungsentgeltverordnung festgelegten Sachbezugswerte für Verpflegung, Unterkunft und Wohnung. Die Sachbezüge dürfen nicht mehr als 75 Prozent der Bruttovergütung betragen.  Die aktuellen Sachbezugswerte finden Sie unter Dok. 84801.
Die  eingestellte Tariftabelle (PDF-Datei · 78 KB) ist unser Service für Sie und gibt Ihnen einen Überblick über die aktuellen Tarife des Landes Sachsen-Anhalt. Tarife unterliegen ständigen Veränderungen. Eine Garantie auf Vollständigkeit und Aktualität kann daher nicht gewährleistet werden. Wird dem Unternehmen bekannt, dass es eine Tarifsteigerung gibt, so ist diese unverzüglich auf die Ausbildungsverträge aller im Unternehmen tätigen Auszubildenden anzuwenden. Die Zusendung eines Änderungsvertrages o.ä. ist nicht notwendig.
Beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales und bei den zuständigen obersten Landesbehörden wird ein Tarifregister geführt. Zuständige Stelle für den Kammerbezirk Magdeburg ist das Tarifregister des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt. Dort werden alle Tarifverträge registriert, deren Geltungsbereich sich auf das Land Sachsen-Anhalt erstreckt.