Pressemeldung
Fachkräfte bleiben Herausforderung für Unternehmen in Südbaden
Wie zufrieden sind die Unternehmen der Region mit ihrem Standort – und wo drückt der Schuh am meisten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee Mitte April in der IHK-Hauptgeschäftsstelle in Schopfheim. Grundlage der Diskussionen bildeten die Ergebnisse des Standortmonitors 2025 und ein Impuls aus der Agentur für Arbeit Lörrach zur Fachkräftesicherung.
Themen leuchten rot
Im Jahr 2025 beteiligten sich insgesamt 1.724 Unternehmen aus dem Regierungsbezirk Freiburg an der IHK-Standortumfrage und gaben so Einblick in ihre Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit zentralen Standortfaktoren. Besonders positiv bewerteten sie die Stabilität und Leistungsfähigkeit des Stromnetzes, die Lebens- und Aufenthaltsqualität sowie das Kultur-, Sport- und Freizeitangebot. Deutlich kritischer und damit leuchtend rot in der sogenannten Heatmap für die Region zeigen sich dagegen: Verfügbarkeit und Preise von Wohn- und Gewerbeimmobilien, Verfügbarkeit von Fach- und Arbeitskräften sowie von Ausbildungsbewerbern und Höhe der Energiekosten. „Das sind alles Standortfaktoren mit entscheidendem Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit“, sagt IHK-Präsident Thomas Conrady. „Die hohen Wohnkosten sind ein Problem für Beschäftigte und damit auch ein echtes Hemmnis für Unternehmen, um passenden Fachkräfte zu finden und zu halten.“
„Fachkräfte gewinnen, halten und qualifizieren“
Gastrednerin Jenniefer Schmucker, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lörrach, knüpfte hier mit ihrem Impuls zur Fachkräftesicherung an. Mit den Mitgliedern der Vollversammlung diskutierte sie unter anderem, wie Erfahrungswissen im Unternehmen bleibt, etwa durch Patenschaften oder Mentorenmodelle nach dem Renteneintritt. Jenniefer Schmucker sprach sich dafür aus, regelmäßige Weiterbildung nicht nur als fachliche Qualifikation in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt zu verstehen, sondern auch als Motivation für Beschäftigte, sich langfristig an einen Arbeitgeber zu binden. „Diese Perspektive auf Qualifizierung spiegelt sich auch räumlich wider: Vom Sitzungssaal aus fiel mein Blick auf das IHK-Bildungszentrum“, sagt IHK-Geschäftsführerin Katrin Klodt-Bußmann.
Personelle Änderungen
Als neues Mitglied begrüßte die IHK-Vollversammlung in ihrer Sitzung am 14. April Holger Vollmer, der das Werk von Stihl in Tengen leitet. In das Präsidium wurde Oliver Maier gewählt. Er ist Geschäftsführer von WEFA Inotec in Singen und seit 15 Jahren Mitglied der Vollversammlung.
IHK als Selbstverwaltung der regionalen Wirtschaft
Als Parlament der Wirtschaft in der Region legt die Vollversammlung mit ihren Beschlüssen die Grundlagen für die Arbeit der IHK Hochrhein-Bodensee. Sie bringt regelmäßig Unternehmerinnen und Unternehmer aus unterschiedlichen Branchen zusammen, um wirtschaftliche Entwicklungen zu bewerten und Impulse für die Region zu setzen.
Zufriedenheit von grün bis rot
Die Farbskala der sogenannten Heatmap verdeutlicht für Stadt- und Landkreise im Regierungsbezirk Freiburg, wo Unternehmen vor allem Handlungsbedarf sehen. Indem die IHK Hochrhein-Bodensee, die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg und die IHK Südlicher Oberrhein den Standortmonitor gemeinsam etwa alle zwei Jahre durchführen, bildet er den aktuellen Stand, aber auch Entwicklungen ab.
Parlament der Wirtschaft: Am 14. April 2026 kamen die Vollversammlung der IHK Hochrhein-Bodensee und auch hauptamtliche IHK-Beschäftigte in Schopfheim zusammen. Gastrednerin Jenniefer Schmucker (2.v.r.) setzte als Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lörrach Impulse zur Fachkräftesicherung.
Neu in der Vollversammlung, neu im Präsidium: Holger Vollmer (2.v.l.), Leiter des Werks von Stihl in Tengen, rückte Mitte April 2026 in die Vollversammlung der IHK Hochrhein-Bodensee nach. Oliver Maier (3.v.l.), Geschäftsführer von WEFA Inotec in Singen, ist seit 15 Jahren Mitglied und wurde bei der Sitzung ins Präsidium gewählt. IHK-Hauptgeschäftsführerin Katrin Klodt-Bußmann (l.) und IHK-Präsident Thomas Conrady (r.) gratulierten am IHK-Standort in Schopfheim.
