Hintergrund
Unternehmen nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Je nach Krisenszenario sind Gesellschaft und Wirtschaft unterschiedlich betroffen, weshalb robuste Produktions- und Lieferketten sowie der Schutz kritischer Infrastrukturen unerlässlich sind. Betriebe können im Ernstfall zur Grundversorgung und Aufrechterhaltung staatlicher Ordnung beitragen, müssen sich aber zugleich auf Einschränkungen und Herausforderungen vorbereiten.
Wirtschaft in der Gesamtverteidigung
Gesamtverteidigung bezeichnet ein ganzheitliches Sicherheitskonzept, das militärische und zivile Maßnahmen verbindet, um Staat, Gesellschaft und Wirtschaft gegen unterschiedliche Bedrohungen widerstandsfähig zu machen. Neben der Landes- und Bündnisverteidigung umfasst sie unter anderem den Zivil- und Katastrophenschutz, den Schutz kritischer Infrastrukturen sowie die Resilienz von Gesellschaft und Wirtschaft.
Die Rahmenrichtlinie für die Gesamtverteidigung definiert hierfür das enge Zusammenwirken militärischer und ziviler Akteure und regelt Zuständigkeiten von Bund, Ländern, Bundeswehr, Blaulichtorganisationen und zivilen Stellen. Sie adressiert insbesondere zivile Aufgaben und Bereiche mit notwendiger zivil-militärischer Kooperation (Rahmenrichtlinie für Gesamtverteidigung) Im Einzelnen reicht dies zum Beispiel von der Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung über die Sicherstellung des Verkehrs bis hin zu Aspekten des Arbeitsrechts. Zudem werden die unterschiedlichen Zuständigkeiten auf Bundes- und Landesebene, von Bundeswehr, Blaulichtorganisationen und zivilen Akteuren/Organisationen geregelt. Stark vereinfacht ausgedrückt adressiert die Rahmenrichtlinie Gesamtverteidigung somit diejenigen Aspekte im Krisenfall, die entweder den zivilen Bereich betreffen oder bei denen ein enges zivil-militärisches Zusammenwirken erforderlich ist. Ergänzend schaffen das Wirtschaftssicherstellungsgesetz (Wirtschaftssicherstellungsgesetz) und die entsprechende Verordnung (Wirtschaftssicherstellungsverordnung) einen Rahmen zur Priorisierung verteidigungsrelevanter Leistungen.
Baden-Württemberg ist ein wichtiger Standort sicherheits- und verteidigungsrelevanter Branchen. Durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen und steigende Investitionen ergeben sich für Unternehmen – etwa aus der Automobilindustrie – Chancen zur Transformation, zur Erschließung neuer Geschäftsfelder und Absatzmärkte. Dazu zählen Aufträge für Streitkräfte, NATO oder EU-Programme, Dienstleistungen in Bereichen wie Cyberabwehr und Krisenvorsorge sowie der Ausbau von Infrastruktur.
Insgesamt zeigt die Gesamtverteidigung, dass Krisenvorsorge nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch wirtschaftlich relevant ist. Unternehmen können durch gezielte Maßnahmen ihre Resilienz stärken und gleichzeitig neue Geschäftsfelder erschließen. Die IHKs unterstützen sie dabei als Partner bei der Vorbereitung auf zukünftige Herausforderungen.
Aktuelle Veranstaltungen und Aktvitäten
Kostenlose Infoveranstaltung
Ausrüstung der Bundeswehr – Möglichkeiten für KMU im Bereich Cyber und IT
Mittwoch, 20. Mai 2026
16.00 - 19.00 Uhr
Online via MS Teams
Weitere Informationen und Anmeldung
Ausrüstung der Bundeswehr – Möglichkeiten für KMU im Bereich Cyber und IT
Mittwoch, 20. Mai 2026
16.00 - 19.00 Uhr
Online via MS Teams
Weitere Informationen und Anmeldung
Ausrüstung der Bundeswehr: Möglichkeiten der Unterstützung für KMU
Donnerstag, 11. Juni 2026
15.30 - 19.00 Uhr
Online via MS Teams
Weitere Informationen und Anmeldung
Donnerstag, 11. Juni 2026
15.30 - 19.00 Uhr
Online via MS Teams
Weitere Informationen und Anmeldung
Unterstützungsleistungen der IHK und Links zu weiteren Angeboten
Weiterführende Informationen zum Thema Wirtschaft und Verteidigung finden Sie auf der Homepage der Koordinierungsstelle Security & Defence IHK Bodensee-Oberschwaben. Dort sind unter anderem ein Quick-Check zur Rüstungsbeschaffung und nähere Informationen zu den Sicherstellungsgesetzen zu finden.
Einstieg und Aufträge in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie
- Die Auftragsberatungsstelle der IHK Stuttgart unterstütz bei öffentlichen Aufträgen und Ausschreibungsverfahren, auch im Bereich der Bundeswehr und NATO: Auftragsberatungsstelle - IHK Region Stuttgart
- Vernetzungsplattform SVI Connect. Die Plattform SVI-Connect bringt Bedarfsträger und Industriepartner im Sicherheits- und Verteidigungssektor zusammen und wird gemeinsam vom BDSV-Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie e.V. und vom BME – Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. angeboten.
- Nähere Informationen zur Beschaffung durch die Bundeswehr sind auf der Homepage der Bundeswehr zu finden.
Resilienz und Krisenvorsorge
- Die Handelskammer Hamburg stellt allen KMU in Deutschland den Praxis-Vorsorgeplan für Krisen, Katastrophen und Konflikte zur Verfügung.
- Für die Mitgliedsbetriebe der IHK Hochrhein-Bodensee gibt es als kostenloses Angebot den CyberWup - IHK Hochrhein-Bodensee für KMU. Dieses Angebot hilft Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern dabei, Sicherheitslücken im Unternehmen aufzudecken und erste Handlungsempfehlungen abzuleiten.
- Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat auf seiner Homepage weiterführende Informationen und Checklisten zum Thema Vorsorge für Krisen und Katastrophen aufgeführt.
- Für eine erste Einschätzung zur eigenen Resilienz im Unternehmen bietet der ResilienzCheck des Landeskommando Hessen in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Industrie- und Handelskammertag eine kostenlose und datenschutzkonforme Möglichkeit.
Gesetzliche Grundlagen und politische Strategien
- Nationale Sicherheitsstrategie (Link: https://www.bmvg.de/de/nationale-sicherheitsstrategie)
- Rahmenrichtlinie Gesamtverteidigung (Link: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/themen/sicherheit/RRGV.pdf?__blob=publicationFile&v=1)
- Nato Strategie (Link: https://www.act.nato.int/wp-content/uploads/2023/05/290622-strategic-concept.pdf)
