Wenn nicht jetzt, wann dann?
Liebe Leserinnen und Leser,
als Rheinländer sind wir dafür bekannt, dass wir eher gute Laune haben und immer das Beste aus den Dingen machen. Das ist auch gut so.
als Rheinländer sind wir dafür bekannt, dass wir eher gute Laune haben und immer das Beste aus den Dingen machen. Das ist auch gut so.
Denn man kann es drehen und wenden, wie man will: Deutschland ist leider zum Sanierungsfall geworden. Und da braucht man viele Menschen, die den Kopf nicht verzweifelt in den Sand stecken, sondern die Dinge anpacken und unser Land wieder auf die Erfolgsspur bringen.
Jedes Unternehmen kennt Krisensituationen
Aus der Wirtschaft weiß man: Unternehmen, die in einer Sackgasse stecken, kann man sanieren und wieder auf die Beine stellen. Oft sind sie danach erfolgreicher als vorher. Jedes Unternehmen, das einige Jahrzehnte auf dem Markt ist, kennt Krisensituationen – und hat gelernt, damit umzugehen.
Klar ist: Es wird nichts besser, wenn man Probleme nicht angeht, sondern verschleppt. Viele Unternehmen sind gerade hier am Standort Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig. Viele kämpfen gerade um ihre Existenz. Aber immerhin kämpfen sie. Es werden neue Wege ausprobiert, es werden neue Technologien integriert, es werden neue Allianzen geschmiedet, es werden Kosten gesenkt, es wird sich schlanker aufgestellt.
66 Insolvenzen pro Tag
Dennoch haben wir zurzeit 66 Insolvenzen pro Tag. Egal, wen man fragt, ob Unternehmerinnen, Unternehmer oder Mitarbeitende – allen ist mittlerweile klar, dass wir in unserem Land Reformen brauchen. Die letzte große
Reform, die „Agenda 2010“, ist knapp ein Vierteljahrhundert her. Kanzler Gerhard Schröder und Vizekanzler Joschka Fischer waren beide gute Kommunikatoren, die es geschafft haben, ihre Parteien für Reform-Beschlüsse zu gewinnen. Beide hatten eine Vision: Deutschland wieder an die Spitze zu bringen.
Reform, die „Agenda 2010“, ist knapp ein Vierteljahrhundert her. Kanzler Gerhard Schröder und Vizekanzler Joschka Fischer waren beide gute Kommunikatoren, die es geschafft haben, ihre Parteien für Reform-Beschlüsse zu gewinnen. Beide hatten eine Vision: Deutschland wieder an die Spitze zu bringen.
Wir haben nach wie vor innovative Spitzen-Unternehmen in Deutschland. Wir haben topausgebildete Fachkräfte. Die Probleme sind bekannt: Es sind die zu hohen Energie- und Arbeitskosten, die völlig marode Infrastruktur und die alles erdrückende Bürokratie. Alles Dinge, die man durch Reformen lösen kann. Die „Agenda 2010“ lässt grüßen.
Mut zu einer „Agenda 2030“
Was man nicht mehr kann, ist weiterzumachen wie bisher, die Reformen nicht anzugehen oder nur als Stückwerk. Die steigende Zahl der Insolvenzen, die Zahl der Entlassungen, die Hiobsbotschaften zu unseren kaputten Brücken – das kann unsere Politik nicht länger kaltlassen. Wenn unsere Logistiker bald nicht mehr wissen, wie ihre Lkws über den Rhein kommen sollen, wenn große Chemiekonzerne hier am Standort das vierte Jahr in Folge rote Zahlen schreiben, wenn Traditionsunternehmen aufgeben, dann ist es bereits Viertel nach 12.
Daher wünsche ich den Verantwortlichen im Bundestag den Mut und die Durchsetzungsstärke zu einer „Agenda 2030“. Es ist allerhöchste Zeit. Wir brauchen jetzt Reformen, und wir sind auch bereit dazu! Und das sage
ich – als Rheinländerin.
ich – als Rheinländerin.
Herzliche Grüße,
Ihre Dr. Nicole Grünewald
Präsidentin der IHK Köln
Präsidentin der IHK Köln
Kontakt
Industrie- und Handelskammer zu Köln
Unter Sachsenhausen 5–7
50667 Köln
Tel: 0221 1640-0
E-Mail: service@koeln.ihk.de
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