Ausbildungsberufe

Neue und neu geordnete Ausbildungsberufe 2024

Mehrere Ausbildungsberufe werden zum August 2024 neu geordnet. Auf unserer Homepage finden Sie alle Informationen zu den Neuordnungen in diesem Jahr. Die Informationen auf dieser Seite werden laufend aktualisiert.

Umwelttechnische Berufe

Die Fachkräfte in den umwelttechnischen Berufen arbeiten in systemrelevanten Bereichen und Teilen der kritischen Infrastruktur: in der Wasserversorgung, der Abwasserbewirtschaftung, der Kreislauf- und Abfallwirtschaft sowie in der Pflege und Wartung von Rohrleitungsnetzen und Industrieanlagen.
Herausforderungen wie die Digitalisierung, der Klimawandel sowie veränderte technische und rechtliche Anforderungen haben eine Modernisierung der vier Ausbildungsordnungen erforderlich gemacht. Die Berufe erhalten mit der Modernisierung jeweils eine neue Abschlussbezeichnung. Gleichzeitig gibt es in den einzelnen Berufen unter anderem folgende wesentliche Neuerungen:
Umwelttechnologinnen und Umwelttechnologen für Wasserversorgung: Nachhaltiger Umgang mit der Ressource Wasser, Optimierung von Prozessen zur Verhinderung von Wasserverlust.
Umwelttechnologinnen und Umwelttechnologen für Abwasserbewirtschaftung: Erweiterung um den Schwerpunkt Regenwasserbewirtschaftung, zusätzliche neue Reinigungsverfahren.
Umwelttechnologinnen und Umwelttechnologen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft: Die bisherigen Schwerpunkte entfallen, so dass sie zukünftig schwerpunktübergreifend vielfältiger einsetzbar sind.
Umwelttechnologinnen und Umwelttechnologen für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen: Diese werden weiterhin in diesen beiden Schwerpunkten ausgebildet, allerdings haben sich die zeitlichen Richtwerte für die Schwerpunkte von 32 auf 42 Wochen erhöht aufgrund erweiterter Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
Die vier neuen Ausbildungsordnungen wurden am 22. Dezember 2023 im Bundesanzeiger veröffentlicht und treten zum 1. August 2024 in Kraft.

Industriekaufmann/-frau

Das Kompetenzprofil des Berufsbildes der Industriekaufleute wird neu beschrieben und auch der Rahmenlehrplan wird neu gefasst, um den veränderten Anforderungen der beruflichen Praxis gerecht zu werden.
Es hat vielfältige wirtschaftliche, technologische und arbeitsorganisatorische Entwicklungen seit der letzten grundlegenden Neuordnung aus dem Jahr 2002 gegeben, die sich zunehmend auf das Berufsbild der Industriekaufleute auswirken.
Zwar sind die Tätigkeiten der Industriekaufleute bereits seit Jahrzehnten digital geprägt, jedoch gewinnt die Digitalisierung weiter an Dynamik und verändert die Geschäftsprozesse sowie Arbeitsformen grundlegend. Dies erfordert eine Erweiterung bzw. Überarbeitung des Spektrums der beruflichen Handlungsfähigkeit, wie zum Beispiel beim Umgang mit großen Datenmengen, dem Datenschutz und der Datensicherheit.
Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz auf Initiative der Sozialparteien das BIBB mit der Entwicklung einer neuen Ausbildungsordnung beauftragt.
Auf Bundesseite haben im Januar 2023 die Sachverständigen der Sozialpartner ihre Arbeit an der Ausbildungsordnung aufgenommen. Die Kultusministerkonferenz der Länder mit den Vertreterinnen und Vertretern der einzelnen Bundesländer haben mit der Erarbeitung des berufsschulischen Rahmenlehrplans im März 2023 begonnen.
Unter anderem soll die neue Ausbildungsordnung kompetenzorientiert gestaltet werden. Das bedeutet, dass sich die Beschreibung der beruflichen Tätigkeiten an den betrieblichen Arbeits- und Geschäftsprozessen orientiert und dabei fachliche, methodische, soziale sowie personale Kompetenzen berücksichtigt.
Hierbei wird auch die Zuordnung der Berufsbildpositionen zu den berufsprofilgebenden bzw. den integrativen Berufsbildpositionen sowie evtl. bestehender Anpassungsbedarf aufgrund der neuen Standardberufsbildpositionen geprüft.

Auch die Prüfungsregelungen werden aktualisiert:

Neben der inhaltlichen Erneuerung, ist auch die Einführung einer „gestreckten Abschlussprüfung“ vorgesehen. Die Möglichkeiten werden im Verfahren geprüft. Das bedeutet, dass die Abschlussprüfung aus zwei zeitlich voneinander getrennten Teilen besteht. Der erste Prüfungsteil ersetzt hierbei die bisherige Zwischenprüfung und wird im vierten Ausbildungshalbjahr durchgeführt.
Die Veröffentlichung der Verordnung erfolgte am 15. März 2024 im Bundesanzeiger. Ein Inkrafttreten ist zum 1. August 2024 geplant.