Kanada: Es könnten künftig mehr Maschinen aus Deutschland eingeführt werden
Der zusätzliche Zollsatz von 25 Prozent, den die USA auf eine breite Palette von Gütern aus Kanada erheben wollten, wurde am 3. Februar 2025 für einen Monat ausgesetzt. Die Zölle hätten die gesamte Lieferkette betroffen, neben dem Kfz- auch den Energiesektor, den Maschinenbau, Pharma sowie Lebensmittel bis hin zum Agrarsektor. Bei Energieressourcen wie Öl und Gas hätte er „nur“ 10 Prozent betragen, vermutlich da es den Amerikanern an Substituten fehlt. Kanada ist wichtigster Öllieferant der USA. Etwa 50 Prozent der US-Öleinfuhren stammen von dort.
US-Präsident Donald Trump sagte, dass die Zölle mit der Zeit hätten steigen können. Dabei würde bereits die ursprünglich angekündigte Größenordnung der Zölle in Kanada eine Rezession auslösen.
Es ist davon auszugehen, dass Trump dadurch vor allem Verhandlungsmasse für die schon geplanten Neuverhandlungen zum USMCA-Freihandelsabkommen aufbauen will. Das verarbeitende Gewerbe Kanadas wäre von den neuen Zöllen am stärksten betroffen. Besonders der Kfz-Sektor ist stark mit dem der USA und Mexikos verflochten. Neue Zölle würden besonders Industrien mit stark integrierten internationalen Lieferketten in Schwierigkeiten bringen – wie den Automobilsektor. Probleme bekämen auch solche, die nicht ohne weiteres auf Vorleistungen ausweichen können, die im Inland produziert oder zu wettbewerbsfähigen Preisen aus anderen Ländern bezogen werden.
Im Falle neuer US-Zölle könnte Kanada künftig mehr deutsche Produkte importieren, darunter Maschinen, die bisher aus den USA kamen. Auch bei Kfz-Teilen, elektronischen Geräten und Komponenten oder chemischen Erzeugnissen könnten deutsche Anbieter möglicherweise künftig entstehende Lücken schließen.
(Gemany Trade & Invest)
