Regional Cup des Start-up BW Elevator Pitch

Kaum Innovation ohne KI: Beim ersten Karlsruher Elevator Pitch nach Corona zeigte sich: Die Start-up-Szene ist zurück im IHK-Haus der Wirtschaft und Künstliche Intelligenz ist fast immer mit an Bord, manchmal als Herzstück, manchmal als Co-Pilot, manchmal als Unterstützung für die nächste Entwicklungsstufe.
Mit dem Gründungswettbewerb Start-up BW Elevator Pitch sucht das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg in der neuen Wettbewerbsrunde auch 2025/26 wieder nach den besten Geschäftsideen und engagiertesten Gründerinnen und Gründern im Land. In ganz Baden-Württemberg finden dazu Cups statt, die von engagierten Partnern vor Ort organisiert werden und als Vorentscheide für das Landesfinale dienen.
Das Format ist ebenso einfach wie anspruchsvoll: drei Minuten Pitch, eine Aufzugfahrt lang, anschließend drei Minuten Fragen durch die Jury. Viel Zeit bleibt da nicht, um Geschäftsmodell, Problem und Lösung verständlich und unterhaltsam zu präsentieren. Es gehe nicht darum, perfekt zu sein, sondern klar und authentisch, betonte Alexander Fauck, Geschäftsführer der Technologiefabrik Karlsruhe, in seinem Grußwort. Moderiert wurde der Abend von IHK-Gründungsberaterin Bianca Schmid.
Den ersten Platz des Regionalentscheids Karlsruhe holte sich „SquareNeo“. Das Unternehmen unterstützt Maschinen- und Anlagenbauer dabei, komplexe Angebotsprozesse schneller und präziser zu bearbeiten. Im Mittelpunkt steht ein KI-basierter Sales Coach, kombiniert mit einem intelligenten Dokumentenserver. „Am Anfang war unser Ansatz breiter. Inzwischen konzentrieren wir uns stark auf das E-Mail-Handling, weil dort in vielen Unternehmen der konkrete Engpass sitzt“, sagt Gründer Sebastian Kaupp.
Platz zwei ging an „Previty“. Das junge Cybersecurity-Unternehmen prüft automatisiert, ob Software Com-pliance-Vorgaben erfüllt. Richtlinien werden hochgeladen und mit dem Source Code abgeglichen. Die Gründer Daniel Krohmer und Dario Schäfer wollen ab Oktober in Vollzeit durchstarten.
Den dritten Platz belegte „Aufsteiger“, eine App für Amateurfußballtrainerinnen und -trainer. Sie unter-stützt bei Taktikvisualisierung, Teammanagement und Trainingsplanung und berücksichtigt dabei zugleich, welche Spielerinnen und Spieler beim Training dabei sind.
Die weiteren Pitches zeigten die große Bandbreite der regionalen Gründungsszene: von begehbaren 3D-Erlebniswelten über Elternarbeit im Leistungssport und automatisierte Wasserspülungen in Hotelzimmern bis hin zu Beratungsangeboten für Transformation im Mittelstand.
Besonders ambitioniert war „Pink Viking“ mit der Vision eines Nähroboters, der Kleidung automatisiert und regional fertigen soll. „Ecoflight1“ stellte einen umweltfreundlichen Golfball vor, der wirklich spielbar sein soll. Einen besonderen Moment lieferte außerdem Lionel Pillich aus Rastatt: Der 19-Jährige, gerade mit dem Abitur fertig, pitchte außer Wertung und ganz spontan eine KI-Lösung für die Baubranche.
Der erste Elevator Pitch nach Corona machte Lust auf mehr. Nicht jedes Geschäftsmodell war schon fertig, nicht jeder Pitch perfekt. Aber genau darum ging es: sichtbar werden, Feedback bekommen, Kontakte knüpfen und von IHK-Mitarbeiterinnen gebackene Raketenwaffeln zu essen.
Info: www.startupbw.de/elevatorpitch