Klimaschutz: Good News zu Energieeffizienz, Dekarbonisierung und Elektromobilität
Mit dem Good News Monitoring möchten wir regelmäßig positive wirtschaftliche Entwicklungen aus zentralen Branchen in den Bereichen Energie, Umwelt und Innovation hervorheben, die für IHKs und Unternehmen relevant sind.
Ziel ist es, anhand aktueller Daten aufzuzeigen, wo trotz schwieriger Rahmenbedingungen Fortschritte erzielt werden.
Ziel ist es, anhand aktueller Daten aufzuzeigen, wo trotz schwieriger Rahmenbedingungen Fortschritte erzielt werden.
1) Studie belegt Wettbewerbsvorteile durch unternehmerische Energieeffizienzsteigerungen
Eine Studie des Wirtschaftsprüfers Deloitte zeigt, dass Unternehmen durch Effizienzsteigerungen und Nutzung erneuerbarer Energien Wettbewerbsvorteile und bessere Finanzierungsmöglichkeiten erzielen – und wirtschaftlich stärker dastehen, wenn sie in Nachhaltigkeit investieren. ‑Studie
Kerninhalte:
- Durch effizientere Energie- und Materialnutzung lassen sich Kosten nachhaltig senken, etwa durch erneuerbare Energien, deren Stromgestehungskosten bei Solarenergie zwischen 2010 und 2019 um 85 % gesunken sind. Effizientere elektrische Produktionsprozesse reduzieren den Energieverbrauch und eine stärkere Kreislaufwirtschaft senkt Material- sowie Abfallkosten. Die direkten Abfallkosten beliefen sich 2020 weltweit auf 252 Mrd. US-Dollar und die indirekten Kosten (inklusive Umweltverschmutzung, Gesundheitsgefährdung sowie Klimawandel) summierten sich auf 361 Mrd. US-Dollar.
- Die Finanzierung wird für nachhaltige Unternehmen attraktiver. Da 88 % der globalen Investoren Interesse an nachhaltigen Anlagen zeigen, steigt die Nachfrage nach Green Bonds, die häufig zu günstigeren Konditionen ausgegeben werden können (Greenium). Neue regulatorische Vorgaben im Finanzsektor schaffen weitere Vorteile für klimafreundliche Unternehmen, die dadurch leichter Kapital erhalten.
- Gleichzeitig entstehen neue Märkte für grüne Produkte, begünstigt durch politische Impulse wie CO₂-Bepreisung, klimafreundliche Quoten in der öffentlichen Beschaffung und einheitliche Standards. Die Studie identifiziert klare Vorteile: Zugang zu Zukunftsmärkten, höhere Resilienz durch weniger Abhängigkeit von fossilen Energiepreisen, Kosteneinsparungen durch Effizienzgewinne und vereinfachte Finanzierung.
2) Dekarbonisierung als strategischer Erfolgsfaktor
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten sehen deutsche Industrieunternehmen die Dekarbonisierung nicht als Zusatzaufwand, sondern als strategischen Erfolgsfaktor. Während Kosteneffizienz und Wettbewerbsfähigkeit stärker in den Fokus rücken, bleiben Investitionen in Energieeffizienz, grüne Energieträger und Emissionsreduktionen auf Wachstumskurs – ein deutliches Signal, dass Klimatransformation auch in herausfordernden Zeiten vorangetrieben wird.
Kerninhalte:
- Dekarbonisierung bleibt strategisch wichtig: Von über 200 befragten Industrieunternehmen stuften 41 % die Dekarbonisierung als Top-Priorität ein, direkt nach der Umsatz- und Gewinnentwicklung.
- Fokus auf wirtschaftlich effiziente Maßnahmen: Energieeffizienz, grüne Energie und Scope-3-Reduktion, also die indirekten Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, stehen im Vordergrund.
- Nur wenige bremsen Projekte: Lediglich 17 % haben Maßnahmen aufgrund geopolitischer Risiken zurückgestellt.
- Umsetzungsschwerpunkte: 78 % setzen auf grüne Energien, 76 % auf Energieeffizienzmaßnahmen wie LED-Umstellung und Wärmerückgewinnung
- Politische Rahmenbedingungen bleiben wichtig: Unternehmen fordern weniger Bürokratie, bessere Finanzierung und mehr Flexibilität.
Link zum Artikel: Dekarbonisierung in Unternehmen 2025 | EY - Deutschland
3) Elektromobilität: Kostenvorteile und wachsendes Ladenetz
Der Ausbau der Elektromobilität nimmt in Deutschland weiter Fahrt auf. Ein Kostenvergleich zeigt deutliche Vorteile für das Laden von Elektroautos in Deutschland, vor allem zu Hause, an der heimischen Ladesäule. Gleichzeitig wächst auch Deutschlands Ladeinfrastruktur dynamisch, mit einem starken Plus an Schnellladepunkten, jedoch mit klaren regionalen Unterschieden.
Kernpunkte
- Das Laden von Elektroautomobilen war im Jahr 2025 bis zu 56 Prozent für private Ladesäulenbesitzer günstiger als Tanken. Öffentliche Ladesäulen waren gegenüber Benzinern zwar kostengünstiger, aber im Hinblick zu Dieselfahrzeugen nicht immer.
- Das Laden von E-Pkw (Mittel- und Oberklassewagen) verursachen an der heimischen Ladesäule rund 5,86 EUR je 100 Kilometer, was bei einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 km 703 EUR entspricht
- An öffentlichen Ladesäulen entspricht der Preis des Normalladens 8,77 EUR je 100 km und beim Schnellladen 10,12 EUR je 100 km. Im Vergleich zum benzinbetriebenen Fahrzeug (13,34 EUR/ 100 km) ist das öffentliche Laden günstiger, jedoch teurer als bei dieselbetriebenen Fahrzeugen (8,38 EUR/ 100 km)
- Bei Klein- sowie Kompaktwagen bleibt die elektrische Variante gegenüber einem Benziner 45 % und einem Diesel 29 % günstiger, aufgrund niedriger Verbräuche
- 2025 stieg zudem die Zahl der Ladepunkte in Deutschland um 17 Prozent, während der Süden die höchste Ladepunktdichte pro Einwohner aufweist. EnBW Mobility bleibt Spitzenreiter unter den Betreibenden