Warenverkehr mit Kanada
Grundlagen des Exports aus der EU
Alle notwendigen Schritte zum Export von Waren finden Sie hier.
Einfuhr nach Kanada unter dem EU-Kanada-Abkommen CETA
Das EU-Kanada-Abkommen CETA wird seit dem 21. September 2017 vorläufig angewendet und hat rund 99 Prozent aller Zolllinien abgeschafft.
Präferenznutzung in drei Schritten:
- Ursprung prüfen: Prüfen Sie die im Ursprungsprotokoll vereinbarten Ursprungsregeln unter WuP online - Startseite
- REX-Registrierung – EU-Exporteure benötigen für Sendungen über 6.000 Euro eine Registrierung als Registrierter Ausführer
- Ursprungserklärung mit vorgegebenem Wortlaut auf Rechnung oder anderem Handelspapier
Mit EU-Ursprung liegt der Zollsatz in aller Regel bei 0 Prozent. Sind die Ursprungskriterien nicht erfüllt und somit kein EU-Ursprung gegeben, gilt der MFN-Satz (Maschinen meist 0 bis 6 Prozent, Textilien/Schuhe bis 18 Prozent).
Achtung bei Waren mit US-Vorleistungen: bei US-Ursprung greift seit 8. September 2026 ggf. der kanadische Gegenzoll. Nähere Infos finden sich auf den Seiten der kanadischen Zollbehörde: Import commercial goods into Canada
Zollabwicklung und CARM
- Die Canada Border Services Agency (CBSA) wickelt alle gewerblichen Einfuhren über das Portal CARM ab; Voraussetzung ist eine Business Number mit Import-Export-Konto (RM). Die Zollanmeldung erfolgt als Commercial Accounting Declaration (CAD), die die alten Formulare B3/B2 ersetzt hat.
- Non-Resident Importer (NRI): Deutsche Unternehmen können selbst als Importeur auftreten (DDP-Lieferung) und müssen sich dann ebenfalls in CARM registrieren und eine eigene Finanzsicherheit stellen; Das NRI-Modell ist für E-Commerce und Ersatzteilgeschäft attraktiv, da der kanadische Kunde eine „inländische“ Rechnung erhält.
- Importunterlagen sind sechs Jahre aufzubewahren, bei Aufbewahrung außerhalb Kanadas mit Genehmigung (Formular BSF900).
- Verbindliche Zolltarif- und Ursprungsauskünfte (Advance Rulings) sind über CARM beantragbar.
- Zollwert: grundsätzlich Transaktionswert; Besonderheit: Bei Verkäufen über Zwischenhändler ist der Preis des Verkaufs an den „purchaser in Canada“ maßgeblich
- GST 5 Prozent auf den Zollwert plus Zoll bei Einfuhr, in HST-Provinzen bei gewerblichen Einfuhren ebenfalls nur der Bundesanteil; Vorsteuerabzug für registrierte Importeure. GTAI
Produktvorschriften und Kennzeichnung
- Zweisprachigkeit: Pflichtangaben auf Verpackungen (Consumer Packaging and Labelling Act) auf Englisch und Französisch; in Québec zusätzlich strengere Vorgaben für Marken, Beschilderung und Bedienungsanleitungen.
- Elektrische Betriebsmittel: Zulassung durch akkreditierte Stelle (CSA, UL/ULC, Intertek u. a.) ist in allen Provinzen Pflicht; CE-Kennzeichnung wird nicht anerkannt. CETA erleichtert die Konformitätsbewertung, da bestimmte EU-Stellen für kanadische Normen akkreditiert werden können.
- Maschinen: provinzielle Arbeitsschutzbehörden; Druckgeräte nach CSA B51/ASME mit Canadian Registration Number (CRN) je Provinz.
- Lebensmittel: Safe Food for Canadians Regulations, Lizenz der CFIA für Importeure; Nährwerttabelle nach kanadischem Muster.
- Medizinprodukte/Pharma: Health Canada (Medical Device Licence, MDSAP-Zertifizierung; Drug Identification Number).
- Chemikalien: CEPA/Domestic Substances List; WHMIS-Kennzeichnung (GHS-basiert)
- Fahrzeuge/Teile: Transport Canada, CMVSS.
Logistik und Zahlungsabsicherung
- Haupthäfen: Montréal und Halifax (Atlantik, kurze Transitzeiten aus Nordeuropa), Vancouver/Prince Rupert (Pazifik). Transitzeit Hamburg/Bremerhaven–Montréal ca. 10–14 Tage. Luftfracht über Toronto, Montréal, Vancouver.
- Zahlungsmoral ist gut; üblich sind offene Rechnung mit 30–60 Tagen oder Akkreditiv bei Neukunden. Euler Hermes-Deckung ist für Kanada verfügbar, in der Regel ohne Länderrisikoaufschlag.
Import aus Kanada
Für EU-Importeure relevant: Kanadische Exporteure stellen die Ursprungserklärung unter Angabe ihrer Business Number aus – ein REX ist für sie nicht erforderlich.