12.05.2026

Aktueller IHK-Konjunkturbericht für das 1. Quartal 2026

Spürbarer Dämpfer für erhoffte Erholung.
Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage der Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken sind im 1. Quartal 2026 trotz des Kriegs im Iran nur schwach rückläufig. Dagegen haben sich die Geschäftserwartungen deutlich eingetrübt. Die skeptischen Stimmen haben zugenommen. Der Irankonflikt sorgt vor allem für neue Unsicherheiten bei den Energiepreisen und den internationalen Lieferbeziehungen. Das sind die zentralen Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken, an der sich 339 Betriebe aller Branchen und Größenklassen mit insgesamt rund 78.400 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk beteiligt haben.
Die Linien geben jeweils den Saldo der Prozentanteile positiver und negativer Urteile der Unternehmen aller Branchen zur aktuellen Geschäftslage sowie zur erwarteten Geschäftslage an.
TIPP: zum Hineinzoomen in die Grafik, diese anklicken und mit gehaltener linker Maustaste nach rechts und nach unten ziehen.
Im Branchenvergleich wird in der Industrie die Geschäftslage trotz des militärischen Konflikts im Nahen Osten leicht besser bewertet. Bis zu Beginn des Iran-Kriegs scheint sich das heimische Exportgeschäft stabilisiert zu haben. Im Baugewerbe hat sich das Stimmungsbild bei einer ungünstigen Witterung zu Jahresbeginn im Plusbereich verschlechtert. Auch im Großhandel hat sich die aktuelle Lage gegenüber dem Vorquartal eingetrübt. Im Einzelhandel bleiben die Geschäfte trotz einer leichten Verbesserung schwach. Die Beurteilung der aktuellen Lage im Dienstleistungssektor ist annähernd stabil geblieben.

Nahost-Konflikt führt zu mehr Skepsis bei Blick in die Zukunft

Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage der regionalen Unternehmen fallen im 1. Quartal 2026 trotz des Kriegs im Iran nahezu unverändert gegenüber dem Vorquartal aus. Wie zuvor melden 26 Prozent der Betriebe eine gute Geschäftslage, während ein Fünftel (Vorquartal 19 Prozent) mit der wirtschaftlichen Situation unzufrieden ist. Der Saldo der Lageurteile liegt weiter im Plusbereich, aber deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 22 Prozent. Dagegen haben sich die Geschäftserwartungen deutlich eingetrübt. Die skeptischen Stimmen haben zugenommen. 18 Prozent der Unternehmen erwarten wie im Vorquartal eine bessere zukünftige Entwicklung, während ein 28 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) von einer Verschlechterung ausgehen.

Risiken geopolitische Spannungen und Energiepreise stark gestiegen

Die größten Sorgen bereiten den Unternehmen aktuell die geopolitischen Spannungen (60 Prozent, zuvor 33 Prozent) sowie die hohen Kosten für Energie und Arbeit (57 bzw. 49 Prozent, zuvor 36 bzw. 57 Prozent). Für 54 Prozent sind die Inlandsnachfrage (zuvor 63 Prozent) und für 44 Prozent die Rohstoffkosten (zuvor 24 Prozent) zentrale Herausforderungen. Mehr als jedes dritte Unternehmen (35 Prozent wie zuvor) sieht in der Wirtschaftspolitik ein Geschäftsrisiko. Ein Viertel (zuvor 9 Prozent) betrachtet die Lieferketten bzw. Lieferengpässe als Risiko.

Wirtschaftsschwäche am Arbeitsmarkt sichtbar

Am Arbeitsmarkt ist weiterhin keine Belebung zu erkennen. Die Beschäftigungspläne der Unternehmen haben sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Die Restrukturierungsprozesse der Betriebe halten an. 12 Prozent wollen neue Mitarbeiter einstellen, ein Viertel (Vorquartal 27 Prozent) erwägt einen Stellenabbau.

Mut zu echten Strukturreformen erforderlich

Die geopolitischen Spannungen belasten die ohnehin schwache Konjunktur und sind für die Unternehmen in Heilbronn-Franken nach sechs Jahren Krisenmodus ein weiterer Schlag. Der Irankrieg sorgt vor allem für neue Unsicherheiten bei den Energiepreisen und den internationalen Lieferbeziehungen. Schon vor der aktuellen Eskalation im Nahen Osten waren die Rahmenbedingungen für viele Betriebe schwierig. Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung konsequent dort ansetzt, wo sie Einfluss hat: Energie- und Arbeitskosten sowie die steuerliche Belastung senken, Bürokratie und Berichtspflichten spürbar zurückfahren und Verfahren auf allen Ebenen deutlich beschleunigen. Es mangelt nicht an Vorschlägen. Es kommt jetzt auf die Umsetzung an.
Die vollständigen Ergebnisse enthält der Konjunkturbericht (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 1128 KB) zum Download.

Eine interaktive Übersicht zu den neuesten Ergebnissen der IHK-Konjunkturumfrage enthält das IHK-Konjunkturboard Baden-Württemberg.

Die Ergebnisse der nächsten Umfrage werden im Juli 2026 veröffentlicht.