30.06.2026
Russland: EU verschärft und verlängert Sanktionen
Am 15. Juni 2026 hat die EU neue Russland-Sanktionen erlassen. Dabei handelt es sich um weitere Listungen, jedoch nicht um das 21. Sanktionspaket, das noch in Arbeit ist.
Ergänzend dazu wurden die bestehenden Maßnahmen im Zusammenhang mit der illegalen Annexion der Krim und Sewastopols um zwölf Monate verlängert.
Dieses Paket ist für Unternehmen – aus Compliance-Sicht - von besonderer Bedeutung: Es enthält zahlreiche neue Listungen von Personen, Unternehmen und Organisationen und betrifft Akteure in Russland und Drittstaaten. Zudem werden die sogenannte Schattenflotte und deren Dienstleister stärker ins Visier genommen.
Unternehmen sollten nicht nur ihre Waren, sondern auch ihre Geschäftspartner, Eigentümerstrukturen, Zahlungswege und Lieferketten prüfen. Denn Sanktionen können bereits bei mittelbarer Beteiligung gelisteter Personen oder über Drittstaaten relevant werden.
Die neuen EU-Maßnahmen betreffen insbesondere:
- weitere Listungen nach der Ukraine-/Russland-Sanktionsregelung,
- neue Personen und Unternehmen aus dem Umfeld des russischen militärisch-industriellen Komplexes,
- Akteure der russischen Schattenflotte und des Energieexports,
- Unterstützer russischer Desinformation, Propaganda und hybrider Einflussoperationen,
- weitere Maßnahmen im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen in Russland,
- zusätzliche Listungen im Zusammenhang mit russischen Destabilisierungsaktivitäten in Moldau,
- eine wichtige Genehmigungs-/Ausnahmemöglichkeit für bestimmte Geschäfte mit Yangzhou Yangjie Electronic Technology Co., Ltd.,
- verschärfte Anforderungen an Sanktionslistenprüfung, Eigentümer-/Kontrollprüfung und Lieferkettenanalyse.
Quellen:
- EU verlängert Russland-Sanktionen um zwölf Monate
- Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine
- Verordnung (EU) 2026/1336