10.03.2026
Die Ereignisse im Nahen Osten seit dem 28. Februar 2026 verfolgt die deutsche Wirtschaft mit großer Aufmerksamkeit und Sorge. Militärische Auseinandersetzungen, gesperrte Lufträume und unterbrochene Transportwege erhöhen die Unsicherheit für internationale Geschäftsbeziehungen.
Für deutsche Unternehmen stellen sich damit Fragen zu Mitarbeitersicherheit, Lieferkettenstabilität und Energieversorgung. Dieses Factsheet bündelt zentrale Fakten und praxisnahe Hinweise, um bei der Einschätzung der aktuellen Risiken und Handlungsoptionen zu unterstützen.
Nahostkonflikt
Für deutsche Unternehmen stellen sich damit Fragen zu Mitarbeitersicherheit, Lieferkettenstabilität und Energieversorgung. Dieses Factsheet bündelt zentrale Fakten und praxisnahe Hinweise, um bei der Einschätzung der aktuellen Risiken und Handlungsoptionen zu unterstützen.
1. Wirtschaftliche Auswirkungen für Deutschland
Energieversorgung
Kurzfristig sind keine physischen Engpässe bei Öl und Gas zu erwarten. Deutschland bezieht seine Lieferungen überwiegend aus den USA, Norwegen, den Niederlanden, Libyen und Kasachstan. Nur ein sehr kleiner Anteil stammt aus dem Nahen Osten. Die größten Risiken entstehen aktuell eher durch steigende Preise auf den globalen Märkten.
Logistik und Handelsrisiken
- Straße von Hormus: Deutschlands Abhängigkeit ist sehr gering; weniger als 1 % der Importe sind betroffen.
- Bei einer Blockade betroffen: Vor allem industrielle Basisrohstoffe wie Rohöl, Mineralölprodukte und Aluminium.
- Route über das Rote Meer: Rund 10 % des deutschen Außenhandels laufen über den Suezkanal bzw. Bab al‑Mandab.
Folgen für Unternehmen
Kurzfristig:
- Mitarbeitende: Unsicherheit bei Reisen und Entsendungen.
- Energie & Strom: Starke Preisschwankungen und höhere Kosten; Auswirkungen bleiben teils begrenzt durch bestehende Lieferverträge und erneuerbare Energien.
- Logistik: Verzögerungen im See- und Lufttransport durch Umwege über Afrika; höhere Fracht‑, Versicherungs‑ und Treibstoffkosten; verringerte Transportkapazitäten.
Mittelfristig:
- Mögliche Preissteigerungen bei importierten Vorprodukten, besonders aus China.
- Engpässe bei High‑Tech‑ und Industriegütern.
2. Informationslage und Sicherheitsrisiken
Die Situation vor Ort ist volatil. Transportwege, Häfen und Flughäfen können kurzfristig eingeschränkt werden, wodurch sich Auswirkungen auf Lieferketten und Logistik ergeben.
Prüfen Sie bestehende Lieferketten auf alternative Routen und bereiten Sie Notfallpläne vor. Das Auswärtige Amt hat auf seiner Internetseite FAQ zur aktuellen Lage veröffentlicht.
Prüfen Sie bestehende Lieferketten auf alternative Routen und bereiten Sie Notfallpläne vor. Das Auswärtige Amt hat auf seiner Internetseite FAQ zur aktuellen Lage veröffentlicht.
3. Finanzielle Sicherheit
Politische Krisen erhöhen das Risiko von Zahlungsausfällen. Prüfen Sie unbedingt:
- Akkreditive, ggf. Vorkasse oder bestätigte Akkreditive bevorzugen
- Politische Risikoabsicherungen, z. B. über Hermesdeckungen
4. Logistik und Transport
Der Konflikt kann zu Verzögerungen im Seeverkehr führen und Versicherungsprämien erhöhen. Unternehmen sollten:
- Alternativrouten prüfen
- Incoterms bewusst wählen
- Vertragsstrafenregelungen überprüfen
5. Vertragliche Absicherung
Force-Majeure-Klauseln („höhere Gewalt“) können helfen, Risiken zu minimieren. Sorgen Sie für saubere Dokumentation und prüfen Sie Anpassungsklauseln in langfristigen Verträgen.
6. Wo erhalte ich weitere Informationen?
Bei Fragen kontaktieren Sie uns gerne. Darüber hinaus stehen Ihnen in Deutschland die DIHK sowie die GTAI und in der Region die Ansprechpartner der jeweiligen Auslandshandelskammern zur Verfügung:
- Die Deutsche Industrie- und Handelskammer und Germany Trade and Invest (GTAI) haben jeweils auf ihren Webseiten Sonderseiten mit aktuellen Informationen zur Region und zu wirtschaftlich relevanten Entwicklungen eingerichtet.
Hier gelangen Sie direkt zu den entsprechenden Sonderseiten:
DIHK-Sonderseite Nahost
GTAI-Sonderseite Krieg im Nahen Osten - Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer
(zuständig unter anderem für VAE, Irak, Katar, Kuwait, Oman) - Delegation der Deutschen Wirtschaft
für Saudi-Arabien, Bahrain und Jemen - Deutsch-Israelische Industrie- und Handelskammer für Israel