#ihk_standpunkte: „Afrika – Chancen nutzen"

Darum geht es:

Afrika ist ein Kontinent im Aufbruch. Mit einer Bevölkerung von derzeit rund 1,5 Milliarden Menschen und einem erwarteten Anstieg auf knapp 2,5 Milliarden bis 2050 ist Afrika die weltweit am schnellsten wachsende Region. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 25 Jahre.
Die Wachstumsraten vieler der 54 afrikanischen Volkswirtschaften liegen über dem globalen Durchschnitt. Laut Zahlen des Internationalen Währungsfonds dominierten afrikanische Länder im Jahr 2024 die Rangliste der 20 Länder mit dem größten Wirtschaftswachstum (BIP) weltweit. Eine Reihe von Ländern erzielte dabei über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren ein durchschnittliches Wachstum von fünf bis sieben Prozent (wie etwa Senegal und Äthiopien), was auf eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung hindeutet. Gleichzeitig ist die Kaufkraft vieler urbaner Mittelschichten deutlich gestiegen. Afrika kann ein aussichtsreicher Zukunftsmarkt sein – auch für die niedersächsische Wirtschaft.
Afrika ist zudem Europas direkter Nachbarkontinent. Was dort geschieht, hat unmittelbare Auswirkungen auf Europa und Deutschland. Sei es bei Fragen der Energiesicherheit, des Handels, der Migration oder des Klimaschutzes. Aktuelle Diskussionen um den Zugang zu kritischen Rohstoffen, die Versorgung mit grünem Wasserstoff, aber auch Fluchtbewegungen zeigen, dass eine enge Zusammenarbeit nicht nur ökonomisch sinnvoll, sondern geopolitisch notwendig ist. Deshalb muss Deutschland Partnerschaften mit Afrika in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft viel stärker als strategische Gemeinschaftsaufgabe begreifen. Wer Afrika heute vernachlässigt, vergibt zukünftige Chancen. Deshalb ist mehr Geschäft mit Afrika nötig. Dafür müssen starke Wirtschaftsbeziehungen aufgebaut und der Zugang deutscher Firmen zum afrikanischen Markt erleichtert werden. Nur so kann
die Wirtschaft von den Wachstumschancen des Kontinents profitieren.
Gleichzeitig bleibt die geopolitische Situation komplex. China, Indien, die Türkei und andere Akteure haben ihre Präsenz in den letzten Jahren massiv ausgebaut. Deutschland läuft Gefahr, Marktanteile zu verlieren und den Anschluss zu verpassen. Eine aktive und mutige Afrikastrategie, die den Kontinent als Partner auf Augenhöhe betrachtet, und die eigenen Interessen bewahrt, ist dringend erforderlich.
Die 1. Norddeutsche Wirtschaftskonferenz Afrika im Juni 2025 in der IHK Hannover bot wertvolle Perspektiven aus der Praxis. Unternehmen mit langjähriger Afrika-Erfahrung berichteten über Chancen und Herausforderungen auf dem Kontinent. Ein zentrales
Signal setzte Thomas Schäfer, Volkswagen-Markenchef und Vorsitzender der Subsahara- Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI): „Die Zeit zu handeln ist jetzt. Afrika ist kein Zukunftsthema für irgendwann – sondern eine wirtschaftliche Aufgabe im Hier und Jetzt.“

Handlungsfelder aus Sicht der IHK Hannover:

1. Politische Rahmenbedingungen stärken
2. Mehr Afrikaengagement auf Landesebene
3. Entwicklungszusammenarbeit wirtschaftlicher ausrichten
4. Institutionelle Unterstützung ausbauen
5. Handelspolitische Kooperation vertiefen
6. Wertschöpfungsketten kritischer Rohstoffe neu denken

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