Planen & Bauen

Strukturanalyse des Einzelhandels der IHK-Region 2026

Die IHK Hannover hat ihre Struktur- und Standortanalyse des Einzelhandels in der IHK-Region aktualisiert: Auswertungen unter anderem zu Kaufkraft, Umsatz, Zentralität und Kaufkraftbindung sowie über Einzelhandelskonzepte in der IHK-Region. Dargestellt wird das in einer Reihe von Karten und erläuternden Texten.
Die in der Strukturanalyse betrachteten Kennziffern zu Kaufkraft und Kaufkraftbindung, Umsatz und Zentralität sind zentrale Grundlagen für die Bewertung von Standorten. Sie liefern wichtige Hinweise sowohl für kommunale Planungen als auch für unternehmerische Standortentscheidungen und zeigen die Herausforderungen für die zukünftige Sicherung attraktiver Versorgungsstrukturen auf.
Dabei zeigt sich ein differenziertes Bild: Die IHK-Region ist im Standortvergleich gut positioniert, bleibt aber gleichzeitig von strukturellen Kaufkraftabflüssen geprägt. Die Einzelhandelszentralität ist mit einem Indexwert von 104,3 im Bundesvergleich relativ hoch und auch die Kaufkraftbindungsquote liegt mit 91 Prozent über dem Landes- und Bundeswerten.
Deutlich wird damit ein struktureller Trend: Selbst wirtschaftlich starke Regionen sind heute nicht mehr in der Lage, ihre Kaufkraft vollständig zu binden. Kaufkraftverluste insbesondere an den Online-Handel sind damit zunehmend kein Ausdruck lokaler Schwächen, sondern Ergebnis veränderten Konsumentenverhaltens und eines grundlegenden Strukturwandels im Einzelhandel.
Innerhalb der Region zeigen sich zudem erhebliche Unterschiede. Während einzelne Standorte – insbesondere im Umfeld der Oberzentren – sehr hohe Zentralitätswerte von teils über 200 erreichen, indem sie weit über ihr Gemeindegebiet hinaus Kaufkraft anziehen, sind viele kleinere Kommunen weiterhin von deutlichen Abflüssen geprägt.
Die konkrete Ausprägung der Kennzahlen spiegelt dabei nur teilweise die Funktionszuweisung des Zentrale-Orte-Systems (Oberzentren – Mittelzentren – Grundzentren) wider. Auffällig ist, dass Mittelzentren teilweise deutlich höhere Zentralitätswerte als große Oberzentren erreichen. Ursache hierfür sind insbesondere großflächige Fachmarktstandorte, die weit in die umliegenden Räume strahlen und die lokalen Kennziffern stark prägen.
Ein Blick auf die kommunalen Steuerungsinstrumente zeigt zudem: Einzelhandelskonzepte sind in den zentralen Orten durchaus etabliert, weisen jedoch häufig einen erheblichen Aktualisierungsbedarf auf. Während nahezu alle Ober- und Mittelzentren über ein entsprechendes Konzept verfügen, ist dies in den Grundzentren weiterhin nur bei rund einem Drittel der Fall. Gleichzeitig ist etwa die Hälfte der vorhandenen Konzepte älter als sieben Jahre und damit angesichts der dynamischen Entwicklungen im Einzelhandel und den sich weiter entwickelnden baurechtlichen und raumordnerischen Rahmenbedingungen überarbeitungsbedürftig.
Stand: 02.06.2026