Handel
Hannover: Immobilienmarkt kommt langsam wieder in Schwung
Der Immobilienmarkt in Hannover kommt wieder in Schwung – wenn auch langsam. Das geht aus dem Immobilienmarktbericht 2026 hervor, den die Region Hannover Ende September im ErlebnisZoo vorgestellt hat.
Einzelhandel: Innenstadt im Wandel
Der Handel in der Region Hannover verändert sich. Während Nahversorger und Fachmarktzentren stabil laufen, haben es die meisten Innenstadtlagen schwerer. Das liegt nicht an fehlender Nachfrage, sondern daran, dass sich die Anforderungen an die Immobilien ändern. Gefragt sind flexible, gut sichtbare Flächen in etablierten Lagen.
In ganz Deutschland werden ehemalige Warenhäuser inzwischen zu gemischten Quartieren umfunktioniert, in denen Handel mit Gastronomie, Dienstleistungen, Bildung, Freizeit und Wohnen kombiniert wird. Ein aktuelles und lokales Beispiel ist die Anmietung von 18.000 Quadratmetern im ehemaligen Galeria-Kaufhof-Gebäude durch die Region Hannover für die Cora-Berliner-Berufsbildenden Schulen. Hier werden zukünftig unter anderem Kauffrauen und -männer im Einzelhandel ausgebildet - eine bemerkenswerte Nachnutzung. Das zeigt: Innenstädte müssen sich neu erfinden, um attraktiv und lebendig zu bleiben.
Büromarkt auf Vorjahresniveau
Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Hannover rund 60.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet – genau so viel wie im Vorjahr. Auch für das gesamte Jahr wird ein ähnliches Ergebnis erwartet. Doch die Nachfrage hat sich verändert: Unternehmen prüfen ihren Flächenbedarf heute viel genauer als früher. Sie legen Wert auf moderne, gut erreichbare Büros mit zeitgemäßer Technik und hoher Aufenthaltsqualität. Flexibilität und Wirtschaftlichkeit spielen eine immer größere Rolle. Ältere, weniger attraktive Büros haben es dagegen immer schwerer. Sie müssen aufgewertet oder umgenutzt werden, sonst bleiben sie leer.
Wohnungsbau bleibt unter Druck
Der Wohnimmobilienmarkt in Hannover leidet unter einem zentralen Problem: Es wird zu wenig gebaut. Die Folgen sind spürbar: Zwar haben sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen stabilisiert, doch die Mieten steigen weiter, weil das Angebot einfach nicht ausreicht. 2025 war dabei ein Tiefpunkt: So wenige Baugenehmigungen und Fertigstellungen wie seit zehn Jahren nicht mehr – dabei bräuchte die Region deutlich mehr Wohnraum. Doch es gibt einen Lichtblick: Im ersten Halbjahr 2026 gab es leicht mehr Baugenehmigungen als noch 2025. Jetzt geht es darum, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und Baustandards zu vereinfachen, um Kosten zu sparen und schneller bauen zu können. Die weitere Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes wird entscheidend davon abhängen, ob es gelingt, die Neubautätigkeit dauerhaft zu steigern und das Wohnungsangebot schrittweise an den hohen Bedarf anzupassen.
Logistikmarkt stabilisiert sich
Die Nachfrage nach Logistikimmobilien ist nach wie vor stark, wenn auch nicht mehr so hoch wie in den Spitzenjahren 2018 bis 2022. Besonders gefragt sind kleinere und mittelgroße Flächen. Allerdings dauern Entscheidungen heute länger – vor allem bei Unternehmen, die die Immobilien selbst nutzen wollen. Sie zögern, weil die wirtschaftliche Unsicherheit groß und die Baukosten hoch sind.
In den nächsten Jahren wird das Angebot an Logistikflächen voraussichtlich wachsen und damit auch der Wettbewerb. Die Unterschiede zwischen den Immobilien werden dabei immer größer: Hochwertige Objekte in guter Lage können ihre Mietpreise halten, während weniger attraktive Immobilien mit Preisnachlässen kämpfen müssen.
Hotelmarkt weiter im Aufwind
2025 war ein Rekordjahr für die Hotels in der Landeshauptstadt: Mit 2,48 Millionen Übernachtungen wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Gleichzeitig gibt es mehr Hotels und mehr Betten in der Stadt. Die Zahlen zeigen, dass es der Branche gut geht: Die Auslastung der Hotels ist gestiegen, und obwohl der durchschnittliche Zimmerpreis leicht gesunken ist, verdienen die Hotels insgesamt mehr, weil mehr Zimmer belegt sind. Neubauten, Sanierungen und Umnutzungen prägen das Angebot. Internationale Hotelketten gewinnen Marktanteile – ein Zeichen dafür, dass Hannover als Standort immer attraktiver wird. Kleinere, unabhängige Hotels haben es dagegen schwerer, weil der Wettbewerb härter wird.
Fazit
Die jährliche Analyse der Immobilienlandschaft zeigt den Ruf nach Qualität - gefragt sind hochwertige Immobilien in guter Lage, die nachhaltig und flexibel nutzbar sind. Innovative Konzepte, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbinden, gewinnen immer mehr an Bedeutung. Auch zeigt sich wieder einmal, dass Konkurrenten gemeinsam und transparent den Standort Hannover repräsentieren können, wenn sie sich als „befreundete Marktbegleiter“ (Hilmar Engel, HRG) verstehen und alle profitieren.
Alle Daten und Trends online
Alle Daten, Trends und Karten des Immobilienmarktberichts Hannover, der zusammen mit 29 Unternehmen bzw. Partnern aus der Immobilienwirtschaft veröffentlicht wird, stehen als Kompakt- oder Langversion auf www.immobilienmarktbericht-hannover.de
Stand: 13.10.2026
