Ausbildung
Ausbildungsberuf in der Kampfmittelräumung in Vorbereitung
Die zivile Kampfmittelräumung stellt ein dauerhaft relevantes und sicherheitskritisches Aufgabenfeld der öffentlichen Daseinsvorsorge dar. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Voruntersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Trotz ihrer zentralen Bedeutung für die öffentliche Sicherheit sowie für Bau- und Infrastrukturprojekte fehlt der Branche bislang eine einheitliche, berufslogisch strukturierte Ausbildung für operative Tätigkeiten.
Der Zugang zur Tätigkeit in der Kampfmittelräumung erfolgt derzeit über sehr unterschiedliche berufliche Hintergründe. Der Kompetenzerwerb ist häufig informell geprägt und findet überwiegend im Rahmen betrieblicher Einarbeitung statt. Eine rechtlich verbindliche Qualifikation existiert bisher lediglich für die sogenannte „verantwortliche Person“ gemäß § 20 des Sprengstoffgesetzes.
Vor diesem Hintergrund hat das BIBB im Rahmen einer umfassenden Voruntersuchung die Handlungsfelder und Aufgaben der Kampfmittelräumung detailliert analysiert. Im Fokus standen dabei insbesondere die Arbeits- und Geschäftsprozesse sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen. Ziel war es, die Grundlage für die mögliche Entwicklung eines anerkannten Ausbildungsberufs zu schaffen.
Der Abschlussbericht der Untersuchung steht auf der Website des BIBB zum Download bereit und liefert eine fundierte Basis für die weitere Diskussion.
Auf Grundlage der Ergebnisse beraten die Sozialpartner nun über einen möglichen Antrag zur Schaffung eines neuen Ausbildungsberufs. Sollte eine gemeinsame positive Bewertung erfolgen, könnte ein entsprechender Antrag beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) bereits im Herbst 2026 eingereicht werden.
Die Einführung eines strukturierten Ausbildungsberufs würde einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Professionalisierung dieser sicherheitsrelevanten Branche leisten.
Stand: 17.06.2026
