IHKs fordern Kraftakt für Südwestfalen

Bei der 1. Südwestfälischen Standortkonferenz in Lüdenscheid forderten die drei Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Hagen und Siegen einen gemeinsamen Kraftakt für den Wirtschaftsstandort Südwestfalen.
„Der Erfolg NRWs stärkster Industrieregion ist massiv gefährdet! Knappe Gewerbeflächen, marode Infrastruktur, steigende Energiepreise, Hochwasserschäden und Coronabeschränkungen: All das sind Risiken, die einen gemeinsamen Kraftakt erfordern“, betonte SIHK-Präsident Ralf Stoffels zu Beginn der Veranstaltung.
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Zur Veranstaltung hatten die drei IHKs Politik, Verwaltung, Verbände nach Lüdenscheid eingeladen. Zugeschaltet waren zudem zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer. Insgesamt nahmen knapp 100 Entscheidungsträger aus der Region an der 1. Standortkonferenz teil. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen zum Zustand der Straßen, der Schiene und der digitalen Infrastruktur. Nach einem einführenden Vortrag durch Staatssekretär Dr. Hendrik Schulte vom Landesverkehrsministerium stand insbesondere die gesperrte Rahmedetal-Brücke stellvertretend für die Straßensituation in Südwestfalen im Fokus. Im Anschluss spielten die Perspektiven des Schienenverkehrs eine zentrale Rolle. Auch hier gibt es klaren Handlungsbedarf: Die Infrastruktur muss auf den Stand der Zeit gebracht werden. Zudem gilt es, die Lade- und Transportkapazitäten auszuweiten.
Standortkonferenz Südwestfalen
Arnsbergs IHK-Präsident Andreas Rother betonte: „Die Digitalisierung steht bei den Unternehmen in Südwestfalen ganz oben auf der Agenda. Längst haben sie deren Potenziale erkannt und ihre Prozesse, Produkte und Dienstleistungen digital ausgebaut.“ Neben der Verkehrsinfrastruktur müssten auch die Chancen der digitalen Infrastruktur genutzt werden, so Rother. „Die Unternehmen fordern von den Regierungen in Berlin und Düsseldorf, sich intensiver um eine leistungsfähige Infrastruktur zu kümmern. Wenn die Politik hier nicht stärker, schneller und unbürokratischer investiert, gefährdet sie den Bestand hunderter Unternehmen und tausender Arbeitsplätze in Südwestfalen.“ Im Anschluss fasste Staatssekretär Dammermann vom Landeswirtschaftsministerium die Perspektiven der digitalen Transformation zusammen.
Standortkonferenz Südwestfalen
„Der Wirtschaftsstandort Südwestfalen braucht Ideen und konkrete Maßnahmen für die Zukunft! Wir bleiben dran und laden die Verantwortlichen ein, gemeinsam mit uns, diese und weitere Handlungsfelder voranzutreiben. Hierzu wird es eine weitere Standortkonferenz geben. Gemeinsam mit allen relevanten Akteuren werden wir konzeptionelle Vorschläge entwickeln und vor Ort, in Düsseldorf und in Berlin auf die Umsetzung konkreter Verbesserungen für die Region drängen“, beendete Klaus Gräbener, Hauptgeschäftsführer der IHK-Siegen, die Veranstaltung.
Standortkonferenz Südwestfalen

Regionaler Prozess: „Südwestfalen startet durch“

Die 1. Südwestfälische Strandortkonferenz war der Startschuss für einen durch die drei IHKs Arnsberg, Hagen und Siegen moderierten regionalen Prozess unter dem Titel „Südwestfalen startet durch“.  Die enormen volkswirtschaftlichen Kosten der A45-Sperrung bei Lüdenscheid und deren Folgen werden den Wirtschaftsstandort in den kommenden Jahren maßgeblich herausfordern, beeinflussen und verändern. Mit Ideen und Vorschlägen für Projekte, die explizit nicht auf bestehende Förderprogramme oder die existierende Regionale abzielen, soll die Region trotz der mehrjährigen Autobahn-Sperrung zukunftsgerichtet weiterentwickelt werden. Zurzeit sind die folgenden Themen in der Planung:
1) Bildungs- und Forschungslandschaft stärken
2) Klimaschonende Mobilität der Zukunft fördern
3) Sonderwirtschaftszone etablieren
4) Digitale Chancen nutzen
5) Fachkräfte der Zukunft gewinnen
In den kommenden Monaten sollen erste Projektvorschläge erarbeitet werden, die die Region im Rahmen einer 2. Südwestfälischen Standortkonferenz in der zweiten Jahreshälfte verabschiedet und deren Umsetzung gegenüber den zuständigen Stellen einfordert. (Bg)■
31. März 2022