SIHK-Konjunkturumfrage: Regionale Wirtschaft gewinnt in schwieriger Lage Zuversicht

Auch wenn die aktuelle Geschäftslage in vielen Unternehmen in Südwestfalen weiterhin überwiegend schlecht ist, steigen die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate auf den höchsten Wert seit drei Jahren. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), an der sich fast 500 Unternehmen aus dem südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis, der Stadt Hagen und dem Märkischen Kreis beteiligt haben.
Der SIHK-Geschäftsklimaindex, der die Lage und Erwartungen der Wirtschaft kombiniert, klettert im Vergleich zur Vorumfrage um sieben auf 91 Punkte. Während die aktuelle Geschäftslage immer noch von jedem dritten Unternehmen als schlecht und nur von jedem sechsten Unternehmen als gut eingeschätzt wird, halten sich mit Blick auf die kommenden Monate zum ersten Mal seit drei Jahren Pessimisten und Optimisten nahezu die Waage.
In der exportorientierten Industrieregion geben Handelsabkommen wie mit dem Mercosur und Indien wichtige Impulse. In der aktuellen Umfrage nimmt der Pessimismus für das Auslandsgeschäft ab. Während im Herbst 2025 noch 39 Prozent der Exporteure mit rückläufigen Geschäften rechneten, sind es im Januar 2026 noch 27 Prozent. Stark zu schaffen macht den Industriebetrieben weiterhin die schwache Inlandsnachfrage, die von 71 Prozent als größtes Risiko für die Geschäftsentwicklung gesehen wird.
„Mit Blick auf die Industrie scheint die Talsohle erreicht zu sein. Jetzt gilt es, sowohl den europäischen Binnenmarkt und als auch dessen Position auf den Weltmärkten selbstbewusst zu stärken. Wenn Politik jetzt Wachstum will, muss sie liefern: Planungssicherheit, Bürokratieabbau, wettbewerbsfähige Energiepreise und spürbare Entlastungen, damit aus ‚Durchhalten‘ wieder ‚Gestalten‘ wird,“ so Britta Hölper (Möhling GmbH & Co. KG, Altena), Vorsitzende des SIHK-Ausschusses für Industrie, Umwelt und Energie.
Die Liste der Herausforderungen bleibt lang. Zwei Drittel aller Unternehmen nennen die Inlandsnachfrage und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als wesentliche Risiken für die Geschäftsentwicklung. Ebenso werden die Arbeitskosten (61 Prozent) sowie Energie- und Rohstoffpreise (54 Prozent) von über der Hälfte der Unternehmen genannt. Die Verkehrsinfrastruktur wird nur noch von jedem zehnten Betrieb als Geschäftsrisiko genannt.
„Die Wiedereröffnung der A45 lässt unsere Region aufatmen. Gleichwohl bleibt der Zustand auf Straße und Schiene kritisch. Nun ist die Politik gefragt, damit das beim Neubau der Rahmedetalbrücke gezeigte Tempo Standard bei der Sanierung der Verkehrsinfrastruktur wird“, erklärt SIHK-Vizepräsident Marc Simon (Cosi Stahllogistik GmbH & Co. KG, Hagen), zugleich auch Vorsitzender des SIHK-Verkehrsausschusses.
Im Vergleich zu den anderen Branchen ist die Situation im Dienstleistungsgewerbe deutlich besser. Hervorzuheben ist insbesondere der steigende Anteil an Dienstleistern, die eine gute Geschäftslage melden (35 Prozent). Damit überwiegen die positiven Meldungen die schlechten deutlich (13 Prozent). Dagegen meldet der Handel akute Probleme. Nur jeder siebte Betrieb gibt eine gute Geschäftslage an. Besonders der Anteil der Unternehmen mit einer positiven Geschäftserwartung (12 Prozent) ist so gering wie in keiner anderen Branche.
„Der Handel steht weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Auch wenn wir in manchen Kommunen einen erfreulichen Anstieg bei den Passantenfrequenzen verzeichnen, bleibt die Lage angespannt: Denn mehr Passanten bedeuten nicht automatisch auch mehr Umsatz. Es braucht saubere und sichere Innenstädte sowie kluge Einzelhandelskonzepte und attraktive Events für zukunftsfähige Innenstädte,“ ordnet Burkhard Blesel als Vorsitzender des SIHK-Ausschusses für Handel und Dienstleistungen ein.
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