Südwestfälische Wirtschaft
Nr. 7046906
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Firmenportrait: Südwestfalen macht

Hof, Heu und Handel

Mit dem Shop „KaTier – Die Futter- und Heumanufaktur“ verbindet Inhaberin Katja Schlingermann Landwirtschaft und Onlinehandel. Von Breckerfeld aus verkauft sie Heu und weitere Futtermittel für Kleintiere und Pferde bis inseuropäische Ausland – und erfüllt sich damit ihren eigenen Geschäftstraum.
Es riecht nach Sommerwiese im Lager des Onlineshops „KaTier – Die Futter- und Heumanufaktur“ auf dem Biohof Feldhausen in Breckerfeld. Der Duft von Spitzwegerich und getrockneten Ringelblumenblüten vermischt sich mit dem von Heu. Was Besucher an einen warmen Sommertag auf dem Land erinnert, ist für Inhaberin Katja Schlingermann die Grundlage ihres Geschäfts: Sie verkauft Heu, Knabberhölzer, getrocknete Kräuter und weitere Futtermittel im Haupterwerb.
Katja Schlingermann Portrait
Inhaberin Katja Schlingermann © SIHK zu Hagen
Den Biohof Feldhausen mit Pferden, Hühnern, Kaninchen und Katzen betreibt Schlingermanns Familie mittlerweile in dritter Generation. „Ich hatte aber schon immer die intrinsische Motivation, etwas Eigenes aufzubauen”, beschreibt die Gründerin die Anfänge des Onlineshops um das Jahr 2020.

Eigene Anlage zur Heutrocknung

Der Familienhof, der enge Bezug zu den eigenen Tieren und ihr Wunsch nach einer umweltfreundlichen und artgerechten Fütterung hätten dafür gute Voraussetzungen geboten. „Ich konnte also nur gewinnen“, blickt sie zurück. Noch während ihres Studiums beginnt sie damit, das Heu des Familienhofs über das Internet anzubieten. Aus dem damaligen „Heushop“ entwickelt sich über die Jahre hinweg der heutige Onlineshop „KaTier“ mit einem breiteren Sortiment.
Inzwischen erhält „KaTier“ eigenen Angaben zufolge durchschnittlich rund 250 Bestellungen pro Monat. Die Entwicklung mache sie stolz und treibe sie zugleich an: „Da stecken wirklich viel Herzblut, Liebe und auch einige Tränen drin.“
Das Sortiment des Onlineshops richtet sich vor allem an Halter von Kaninchen, Meerschweinchen und anderen Kleintieren sowie Pferdehalter. Auf rund zehn Hektar Grünland produziert die Familie nach eigenen Angaben zweimal jährlich Heu. Um die Trocknung weniger abhängig vom Wetter zu machen und ein höchstmögliches Qualitätsniveau zu erreichen, hat sie eine eigene Anlage entwickelt.
Das Gras könne dadurch früher eingebracht und anschließend getrocknet werden, erklärt Katja Schlingermann. Dazu wird das Heu in der Heutrocknung mithilfe einer Turbine und erwärmter Luft bei kontrollierter Temperatur getrocknet. Dadurch können die grüne Farbe, längere Halme und ein größerer Teil der Nährstoffe erhalten bleiben. Zugleich soll das Verfahren das Risiko von Schimmelbildung während der Lagerung verringern.

Neue Geschäftsfelder erschließen

Neben dem Heu stammt auch das Holz für die Knabberhölzer aus dem eigenen Wald. Die weiteren Futtermittel bezieht Katja Schlingermann von externen Händlern und verkauft sie über ihren Shop – mittlerweile sogar ins europäische Ausland u. a. nach Tschechien oder Portugal. Wegen eines bewussten Umgangs mit der Natur verzichtet die „KaTier“-Inhaberin bereits seit der Gründung auf Plastikverpackungen und verwendet stattdessen Papier oder Graspapier. Beim Einpacken der Ware erhält sie inzwischen Unterstützung von einer Mitarbeiterin sowie einer Abpackmaschine.
Die Entlastung soll ihr mehr Zeit geben, neue Produkte und Geschäftsfelder zu entwickeln. Künftig möchte sie beispielsweise noch stärker in den Markt für Pferdefutter einsteigen. Außerdem richtet sie ihren Blick auf das Jahresende: Denn bereits jetzt trudeln die ersten Bestellungen für Adventskalender ein. Damit es in ein paar Monaten unterm Weihnachtsbaum nach Tannenzweigen und Sommerwiese duftet.