Orientierung und Qualifikation

Fit für Ausbildung: Das Projekt endet nach drei Durchgängen mit Erfolg


Logo Fit für die Ausbildung
Nach drei Jahren läuft das Projekt „Fit für Ausbildung“ der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) in diesem Herbst aus. Entstanden war es aus der Herausforderung, ausbildungsreife Jugendliche für gewerblich-technische Berufe zu gewinnen, während gleichzeitig eine wachsende Zahl junger Menschen den Übergang von der Schule in Ausbildung nicht unmittelbar schafft. Ziel war, Jugendliche mit erschwerten schulischen Ausgangsbedingungen durch eine Kombination aus sozialpädagogischer Begleitung, praktischer Erprobung und gezielter Kompetenzförderung an Ausbildung heranzuführen.
Die SIHK zu Hagen führte „Fit für Ausbildung“ eigenfinanziert und in Kooperation mit der SIHK-Akademie gGmbH (überbetriebliche Bildungsstätten an den Standorten Hagen, Hemer und Lüdenscheid) durch. Insgesamt haben knapp 100 ausbildungswillige Schülerinnen und Schüler aus Hagen, Iserlohn/Hemer und Lüdenscheid die Möglichkeit bekommen, auch ohne formale Qualifikation an diesem Projekt teilzunehmen. Diese ausbildungswilligen Jugendlichen wurden in enger Zusammenarbeit mit Haupt-, Sekundar- und Gesamtschulen sowie den Berufskollegs (in Absprache mit den Erziehungsberechtigten) ermittelt. Sie erhielten jeweils über einen Zeitraum von ca. fünf Monaten an zwei Nachmittagen pro Woche eine praktische Qualifizierung im Metall- und Elektrobereich sowie zusätzlich ein Coaching zu Softskills und Themen des Ausbildungsalltags durch die SIHK-Qualifizierungsbegleiterin Bettina Manthey.
Zusätzlich dazu boten verschiedene regionale Ausbildungsbetriebe diesen Jugendlichen ein mindestens zwei- bis vierwöchiges Praktikum in ihren Unternehmen an. Durch die Beteiligung an diesem Projekt zeigten teilnehmende Betriebe ihre Bereitschaft, den Jugendlichen, die ein Praktikum absolviert haben und das Projekt erfolgreich durchlaufen haben, im Anschluss - ohne ein weiteres Bewerbungsverfahren – eine Einstiegsqualifizierung oder einen Ausbildungsplatz anzubieten.
Norbert Lüdtke, Inhaber der gleichnamigen Kunst- und Bauschlosserei in Hagen, ist begeistert und hat einem der Praktikanten bereits einen Ausbildungsvertrag angeboten – ganz ohne schwieriges Bewerbungsverfahren: „Es ist doch toll, wenn sich jemand für echte Arbeit begeistert, auch ohne ein Musterschüler gewesen zu sein, schließlich muss der Lerneifer ja auch nach der Ausbildung nicht beendet sein“, macht Lüdtke Mut.
Die Vermittlungsquote in duale Ausbildung lag insgesamt bei knapp 50 Prozent - vor dem Hintergrund der Zielgruppe ein echter Erfolg! Denn die Teilnehmenden wiesen multiple Vermittlungshemmnisse wie fehlende Schulabschlüsse, sprachliche Defizite oder eine geringe berufliche Orientierung auf. Einige Jugendliche entschieden sich deshalb trotz Ausbildungsplatzangebot bewusst für einen weiteren schulischen Weg, um ihre Chancen zu verbessern.
Besonders positiv hervorzuheben ist die qualitative Entwicklung der Teilnehmenden. Sie erreichten deutliche Fortschritte in Motivation, Selbstorganisation und Berufsorientierung. Die Jugendlichen bauten Vertrauen zu den Projektverantwortlichen und den beteiligten Betrieben auf, verbesserten ihr Verhalten und konnten ihre Fähigkeiten in Praktika unter Beweis stellen.
„Das Projekt ‚Fit für Ausbildung‘ hat gezeigt, dass die Kombination aus praktischer Erprobung, individueller Begleitung und enger Zusammenarbeit mit Betrieben ein wirksamer Ansatz ist, um benachteiligte Jugendliche schrittweise an Ausbildung heranzuführen“, resümiert Sandra Schäfer, SIHK-Teamleiterin ‚Ausbildungsberatung und Bildungsprojekte‘, abschließend.
Gruppenbild Abschluss des Projektes Fit für die Ausbildung
27.08.2026