MINT-Berufe bieten viele Möglichkeiten

MINT-Berufe kennen lernen

Smartphones, Apps, E-Autos, Roboter, Windräder oder moderne Medizintechnik – hinter all diesen Dingen stecken Menschen mit guten Ideen. Viele von ihnen arbeiten in MINT-Berufen.
MINT steht für Mathematik (keine Angst, du musst kein “Genie” sein!), Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Das klingt vielleicht erst einmal nach Formeln, Computern und komplizierten Maschinen. Doch MINT ist viel mehr.
In MINT-Berufen kannst du ausprobieren, tüfteln, programmieren, planen, bauen, reparieren und Probleme lösen. Du kannst dafür sorgen, dass Maschinen zuverlässig laufen, Computer miteinander kommunizieren oder Energie umweltfreundlicher erzeugt wird. Du kannst an neuen Fahrzeugen arbeiten, technische Anlagen steuern oder dabei helfen, Produkte für die Zukunft zu entwickeln.
Viel wichtiger als reines (Schul-)Wissen sind Neugier, Interesse an Technik, logisches Denken und die Lust, Dinge auszuprobieren. Auch Teamarbeit spielt eine große Rolle. Denn die besten Lösungen entstehen selten allein.
Warum sich ein MINT-Beruf lohnt
Unternehmen suchen gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb bieten viele MINT-Berufe gute Ausbildungs- und Karrierechancen. Wer sich weiterbildet, kann später zusätzliche Verantwortung übernehmen, beispielsweise als Meisterin oder Meister, Technikerin oder Techniker. Auch ein späteres Studium ist möglich.
Vor allem aber bieten MINT-Berufe etwas, das im Arbeitsleben immer wichtiger wird: Du kannst Zukunft mitgestalten.
Ob Klimaschutz, künstliche Intelligenz, neue Mobilität, moderne Produktion oder Energieversorgung – für viele große Aufgaben unserer Zeit werden Menschen gebraucht, die Ideen haben und sie praktisch umsetzen können.
MINT ist für alle da!
Technische Berufe sind nichts „nur für Jungs“ und Naturwissenschaften nichts für eine bestimmte Sorte Mensch. Entscheidend ist nicht, ob du schon alles kannst. Entscheidend ist, ob du Interesse hast und bereit bist, Neues zu lernen.
Vielleicht weißt du noch gar nicht, ob MINT zu dir passt. Das musst du auch nicht am Schreibtisch entscheiden.
Mach ein Praktikum! Besuche einen Betrieb! Sprich mit Auszubildenden! Probiere Technik selbst aus!
Denn manchmal entdeckt man einen spannenden Beruf genau dort, wo man ihn vorher überhaupt nicht vermutet hätte.
Also: Ausprobieren statt vorschnell ausschließen. Vielleicht steckt mehr MINT in dir, als du denkst!

Interview mit Michelle Prang und Dania-Tarja Person von der Firma DÖRKEN in Herdecke

Was Michelle Prang und Dania-Tarja Person von der Firma DÖRKEN in Herdecke über sich als Frauen in MINT-Berufen denken, erfahrt ihr hier:
Nach der Schule oder während der letzten Schuljahre ist immer die große Frage, was will ich machen, und wie startet mein beruflicher Lebensweg? Wie war es bei euch? War euch schon früh klar, dass ihr einen MINT-Beruf wählt?
Dania: Nach der zehnten Klasse wusste ich nicht, was ich machen wollte. Ich brauchte mehr Berufsorientierung, eine zusätzliche Maßnahme vielleicht. Irgendwann wusste ich, dass ich gerne was mit Elektronik mache. Dann habe ich mich zunächst für das Fachabi Metalltechnik entschieden, da war Elektrotechnik mit drin. Danach habe ich die Ausschreibung von DÖRKEN gesehen und hab mich einfach mal beworben.
Michelle: Ich habe Abitur gemacht, und eigentlich war ich immer der festen Überzeugung, dass ich Apothekerin werden möchte. Am Ende hat sich das dann doch gedreht. Mein Vater arbeitet auch im Elektrobereich und hat mein Interesse dafür geweckt. Eigentlich war es ein spontaner Entschluss, in dem Bereich nach einer Ausbildungsstelle im Internet zu suchen. Ein Studium kam für mich nicht infrage. Ich wollte erst mal was Festes in der Hand haben.
Dania; Du hast deine Ausbildung im letzten Sommer bei DÖRKEN begonnen. Michelle, du bist jetzt fertig und hast deine Abschlussprüfung erfolgreich bestanden. Was sind jetzt eure Aufgaben als Elektronikerin für Betriebstechnik?
Michelle: Ich hatte Mitte Januar meine Prüfung und wurde bei DÖRKEN übernommen. Seitdem bin ich in der Elektrowerkstatt. Wir starten morgens mit einem kurzen Briefing und besprechen unsere täglichen Aufgaben und Materialbestellungen. Dann geht es an die Überprüfung der elektronischen Systeme, oder wir begeben uns auf Fehlersuche bei Störungen. Das ist sehr abwechslungsreich.
Dania: Ich habe bisher in der überbetrieblichen Ausbildung in der SIHK-Akademie die Grundkenntnisse der Elektrotechnik erlangt. Nun begleite ich Michelle und die anderen Kollegen. So lerne ich die Theorie anzuwenden und praktisch umzusetzen. Das kann ich später bestimmt auch gut für zu Hause gebrauchen.
Ihr habt erzählt, dass Eltern wichtige Begleiter bei der Berufsfindung sind. Haben eure Freunde und Verwandten versucht, Einfluss zu nehmen, oder habt ihr euch euren eigenen Weg gesucht?
Michelle: Meine Freunde haben sich zunächst schon gewundert, dass ich in einen „Männerberuf“ gehe. Fragen wie „warum machst du das denn?“ habe ich schon zu hören bekommen.
Dania: Mein Vater arbeitet in der Metalltechnik, und er hat mich sehr im Bereich der Elektrotechnik unterstützt. Es ist schön, ihn fragen zu können. Mein Umfeld hat meine Entscheidung gut aufgenommen und respektvoll gesagt „cool, dass du das machst.“ Mein Freundeskreis unterstützt mich, vor allem, weil sie wissen, dass ich das wirklich will. Meine Freundin ist Industriemechanikerin und kennt auch Vorurteile.
Das Thema „Frauen in MINT-Berufen“ ist immer noch aktuell. Diese Berufe sind weiterhin eher männerlastig. Habt ihr euch dazu Gedanken gemacht, bevor ihr euch beworben habt?
Michelle: Mir war es im Grunde egal. Warum soll ich das nicht genauso gut können wie die anderen?
Dania: Ich habe mir auch keine Gedanken darum gemacht. Hauptsache ich habe Leute, mit denen ich mich gut verstehe. Bei DÖRKEN gibt es bereits einige Frauen in MINT-Berufen, z.B. auch unsere Lacklaborantinnen. Außerdem werden wir von unserer Ausbildungsleiterin und unseren Ausbildern super unterstützt, sodass das gar kein Thema zwischen den Kolleginnen und Kollegen ist.
Wie viele andere Mädchen waren noch mit euch in eurer Berufsschulklasse?
Michelle: Eine.
Dania: Ich bin das einzige Mädchen in meiner Klasse, aber das ist ok.
Was nehmt ihr für euch aus der Ausbildung am meisten mit?
Michelle: Das Wissen im Elektrobereich und die Zusammenhänge verstehen. Ich kann Dinge umsetzen, selbst machen und anderen Leuten helfen. Das ist meine neue große Stärke und macht mich auch stolz.
Was möchtet Ihr anderen Schülerinnen noch sagen?
Michelle: Ich möchte andere Schülerinnen motivieren, in anderen Berufen zu schnuppern als in denen, an die man zuerst denkt. Speziell in den Elektronikberuf. Kurz gesagt: Traut euch!
Dania: Also ich finde es wichtig, dass jeder für sich selbst entscheiden kann, wo er hingeht. Egal, was man machen will, dass man es einfach tut, egal in welchem Bereich. Wenn ihr Interesse für die technische Seite habt, Praktika machen und ausprobieren. Habt keine Bedenken einfach das zu machen, was ihr wirklich machen wollt!
Michelle: Ja, Praktika und Ausbildungsmessen sind ganz wichtig für die Orientierung. Vor allem, wenn man noch unsicher ist.
Eine schöne Motivation für nachfolgende Bewerberjahrgänge, die dann hoffentlich auch weiblicher werden. Gibt es etwas, was ihr den Ausbildungsbetrieben noch mit auf den Weg geben möchtet?
Michelle: Im Bewerbungsgespräch kommt immer noch als Erstes die Frage: „Du als Mädchen, warum bewirbst du dich denn hier auf diesen gewerblichen Ausbildungsplatz?“ Die Frage bleibt leider nicht aus. Für mich ist es wichtig, dass man sich nicht mehr wundert, dass ein Mädchen da ist, sondern dass man uns ganz normal aufnimmt, dass es für Betriebe nichts Besonderes mehr ist, dass Frauen in diesen Beruf kommen.
Dania: Mich stört es, wenn man ganz viel Aufmerksamkeit darauf zieht. Jeder soll für sich selbst entscheiden, und andere sollten diese Entscheidung als normal akzeptieren. Ich wünsche mir, dass alle mit dem Thema offen und ganz simpel umgehen. Wir wollen nichts Besonderes mehr sein, sondern ganz normal unseren Job machen!