Steuern senken – Unternehmen entlasten

Dr. Matthias Leder, Hauptgeschäftsführer der IHK Gießen-Friedberg, nimmt Stellung zur aktuellen Steuerdebatte und spricht sich gegen eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes aus.
In der Koalition der Bundesregierung werden derzeit Steuerentlastungen, aber auch Steuererhöhungen diskutiert. Für die IHK Gießen-Friedberg ist klar: Steuererhöhungen kämen zur Unzeit, denn damit stünde Deutschland im internationalen Vergleich noch schlechter da.
Jüngst hat die Bundes-SPD die Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 42 auf
49 Prozent als Forderung in die aktuelle Steuerdebatte eingebracht. Dr. Matthias Leder, Hauptgeschäftsführer der IHK Gießen-Friedberg, bezieht hierzu Stellung:
„Die Abschaffung des Solidaritätszuschlags und die Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen sind richtige und wichtige Schritte. Eine Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 49 Prozent wäre jedoch das falsche Signal – sie träfe nicht nur sogenannte Besserverdienende, sondern in erheblichem Umfang auch kleine und mittelständische Unternehmen und Existenzgründer, die als Einzelunternehmen oder Personengesellschaften geführt werden. Für sie ist die Einkommensteuer faktisch die Unternehmenssteuer.

Wer jetzt über höhere Spitzensteuersätze spricht, muss alle Auswirkungen bedenken. Gerade in Hessen mit einem durchschnittlichen Gewerbesteuer-Hebesatz von 398 Prozent gilt: Schon heute gelingt Einzelunternehmen und Personengesellschaften die vollständige Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer nur an wenigen Standorten, darüber hinaus wird Gewerbesteuer schon bei niedrigen Gewinnen zur zusätzlichen Belastung. Hier sind Entlastungen für die betroffenen Unternehmen, beispielsweise durch eine deutliche Ausweitung der Gewerbesteuer-Anrechnung dringend geboten.

Deutschland braucht ein Steuersystem, das Leistung und Unternehmertum belohnt statt bestraft. Die Hürden zum Erfolg sind jetzt schon viel zu hoch. Wer Existenzgründer und mittelständische Betriebe weiter belastet, gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts und verdrängt Innovationen und Investitionen in andere Länder. Eine Reform der Einkommensteuer darf nicht auf dem Rücken derjenigen ausgetragen werden, die Verantwortung übernehmen, Risiken tragen und in die Zukunft dieses Landes investieren.“
Herausgegeben am 19. März 2026
Pressemeldung Nr. 13
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Pressestelle: Tobias Bunk, Tel. 06031 / 609-1100

Stand: 19.03.2026