Going International 2026: Handelshemmnisse auf Rekordniveau
Die internationalen Geschäfte deutscher Unternehmen geraten zunehmend unter Druck. Neue Handelshemmnisse erschweren ihre internationalen Aktivitäten und bremsen ihre Geschäftsentwicklung: Mehr als zwei Drittel der auslandsaktiven Unternehmen (69 Prozent) spüren eine Zunahme – so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung. Trotz einer leichten Stimmungsaufhellung bleiben die Geschäftserwartungen insgesamt im Minus.
Das sind die zentralenErgebnisse der bundesweiten DIHK-Umfrage „Going International“, an der sich bundesweit knapp 2.400 international aktive Unternehmen beteiligt haben. Die Befragung lief vom 2. bis zum 13. Februar 2026 und damit noch vor Beginn des Krieges im Nahen Osten.
Die wesentlichen Ergebnisse der Umfrage:
- Die Geschäftsperspektiven der exportierenden deutschen Unternehmen sind weniger pessimistisch als in den vergangenen beiden Jahren. Doch die zunehmenden Handelshemmnisse sorgen international für massiven Gegenwind bei den Auslandsgeschäften. Das verhindert eine positivere Entwicklung des globalen Handels. Die Geschäftsperspektiven bleiben damit unter dem Strich weiterhin negativ. Lichtblicke sind die positiven Erwartungen an die Geschäfte in Indien und Lateinamerika. Diese werden allerdings durch eine starke Eintrübung im US-Markt und eine immer noch überbordende europäische Regulierung überschattet.
- Die globalen Handelshemmnisse für deutsche Unternehmen bei ihren Auslandsgeschäften haben einen Höchststand erreicht. (69 Prozent nach zuvor 58 Prozent). Geopolitische Spannungen und wachsender Protektionismus vieler Staaten sorgen für Verschiebungen im Welthandelssystem. Die zunehmende Abkehr vom freien Welthandel trifft besonders die exportorientierte deutsche Wirtschaft und dabei den Mittelstand hart.
- Die Belastungen für die Auslandsgeschäfte deutscher Unternehmen unterscheiden sich je nach Weltregion deutlich. Unternehmen, die eine Zunahme an Handelshemmnissen bei ihren internationalen Geschäften wahrnehmen, nennen dabei folgende Hürden: Knapp zwei Drittel sehen sich mit höheren Zöllen konfrontiert – darunter sind die Zollerhöhungen beim US-Geschäft das Hauptthema. Bei ihren internationalen Geschäften nehmen die Unternehmen zudem Nicht-tarifäre Handelshemmnisse in Form von lokalen Zertifizierungsvorschriften oder verstärkten Sicherheitsanforderungen wahr (51 Prozent sowie 37 Prozent). Exportkontrollen stellen ebenfalls für mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Unternehmen eine Herausforderung dar – vor allem bei ihren Geschäften mit den USA (41 Prozent) und mit China (29 Prozent).
- 83 Prozent der Unternehmen sehen hausgemachte Handelshemmnisse in Deutschland und Europa als Herausforderung für ihr internationales Geschäft. Die Regulierung im EU-Binnenmarkt beziehungsweise deutsche Vorgaben wirken für viele Unternehmen wie ein Bremsklotz. Beispiele sind die Sorgfalts- und Berichterstattungspflichten in Lieferketten, Auflagen der Verpackungsrichtlinie oder den EU-CO2-Grenzausgleich (CBAM). 42 Prozent der Unternehmen, die hausgemachte Herausforderungen beklagen, haben Probleme bei der Abwicklung ihres Auslandsgeschäfts, etwa durch lange Genehmigungszeiten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder durch komplexe Verfahren bei der Zollabwicklung.
- Die Handelsbeziehungen zu den USA werden für deutsche Unternehmen zunehmend zum Risiko: Hier finden Sie die Sonderauswertung zu den USA
Die detaillierte Auswertung der Umfrageergebnisse finden Sie, auch zum Download, auf der Website der DIHK. (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 966 KB)
Quelle: DIHK