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Vom Chip bis ins All: POG baut in Löbichau aus
Anspruchsvolle Produkte für anspruchsvolle Kunden: Die POG Präzisionsoptik Gera stärkt ihren Standort – will mehr produzieren und sich entwickeln. Millioneninvestitionen und volle Auftragsbücher treffen jedoch auf eine schwierige Personalsuche.
Jan Schubach steht in einer Lagerhalle. Noch ist sie weitestgehend leer. Doch der Geschäftsführer der POG Präzisionsoptik Gera GmbH versichert einer Mitarbeiterin, dass hier schon in einem Jahr weitere Produktionsmöglichkeiten entstehen werden. 15 Millionen Euro investiert die POG in die neue Halle. Dringend notwendig sei diese Investition, denn die Optik-Branche boomt.
Vom Handy bis ins Weltall
2011 übernimmt Jan Schubach die Geschäftsführung von seinem Vater. Er führt die POG heute gemeinsam mit Firmengründer Ray George.
Halbleiter und Künstliche Intelligenz – die Fortschrittstechnologien des 21. Jahrhunderts sind ein Katalysator für die Entwicklung der Optik- und Photonikbranche. Vor allem die Halbleiterindustrie sei für POG ein wichtiger Markt. „Wir liefern keine Standardprodukte vom Fließband. Bei uns entwickeln wir speziell angepasste Präzisionsoptiken für die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden“, sagt Geschäftsführer Jan Schubach.
So werden etwa bei der Herstellung von Mikrochips POG-Objektive eingesetzt. Sie kontrollieren und vermessen die Produktionsprozesse in der Halbleiterherstellung auf den Nanometer genau. Die dafür benötigten Objektive müssen deutlich genauer sein als herkömmliche Foto- oder Mikroskopobjektive. „Wir gehören zu einer kleinen Zahl von Unternehmen weltweit, die solche Spezialoptiken fertigen können“, erklärt der POG-Chef. Ohne solche optischen Messsysteme wäre die Herstellung moderner Prozessoren für Smartphones, KI-Rechenzentren oder andere Hochleistungselektronik nicht möglich.
Das Satellitenobjektiv produziert POG für das Raumfahrtunternehmen Jena-Optronik.
POG-Technik kann jedoch nicht nur auf dem Planeten gefunden werden, sondern auch im Weltall. Die Löbichauer Optikprofis entwickeln Objektive für Sternensensoren von Satelliten. Diese nehmen Bilder von Sternen auf, damit der Satellit seine exakte Lage im Weltraum bestimmen kann. Die von POG gelieferten Objektive sind ein zentraler Bestandteil dieser Systeme. „Einige Hunderte davon sind jetzt auf verschiedenen Satelliten im All unterwegs“, erklärt Schubach stolz.
Spitzentechnologie der Zukunft
Kontinuierliches Wachstum, darauf setzt POG seit dem Jahr 1991. Damals gründeten drei engagierte Mitarbeiter des ehemaligen ZEISS-Kombinates Gera die Optik-Firma aus. Was als wirtschaftlich waghalsiges Experiment begann, entwickelte sich bereits wenige Jahre nach der Gründung zu einer Erfolgsstory. Die Geschäfte stabilisierten sich und die POG wuchs kontinuierlich, zählt heute 250 Mitarbeiter. „Das steigende Kundeninteresse hat uns seit jeher dazu gezwungen, mehr Geld in den Ausbau unserer Kapazitäten zu stecken“, meint Jan Schubach.
Die zukünftige Produktionshalle: Die Fläche ist so groß wie ein halbes Fußballfeld.
Und so muss nun am Firmensitz in Löbichau abermals erweitert werden. Eine 4.000 Quadratmeter große Produktionshalle soll entstehen. 15 Millionen Euro gibt POG insgesamt für den Bau der Fertigungsflächen und für neue Maschinen in den kommenden drei Jahren aus. Einen Teil davon erhält die Firma als Investitionsförderung des Landes Thüringen. „Momentan haben wir erfreulicherweise die Situation, dass wir von unseren Kunden mit dem Wunsch konfrontiert werden, kurzfristig höhere Bedarfe bewältigen zu müssen“, erklärt der Geschäftsführer. Die neue Halle soll das gestiegene Auftragsvolumen abfedern, aber auch Produktentwicklung ermöglichen.
Das POG-Firmengebäude in Löbichau – bereits jetzt wird hier auf rund 10.000 Quadratmetern gearbeitet. Weitere Flächen sollen nun hinzukommen.
Das ist auch notwendig, denn der Optik- und Photonikmarkt wächst stetig und die Konkurrenzsituation ist groß. Das Beratungsunternehmen Fortune Business Insight prognostiziert der Branche weltweit eine jährliche Wachstumsrate von knapp sieben Prozent bis zum Jahr 2034. „Wir befinden uns im internationalen Wettbewerb, deshalb müssen wir uns auch kontinuierlich weiterentwickeln, um konkurrenzfähig zu bleiben“, mahnt der POG-Chef. Genau aus diesem Grund haben Forschung und Entwicklung bei der Löbichauer Firma einen hohen Stellenwert – auch dafür wird in der neuen Halle Platz geschaffen. „Wir investieren an allen Stellen, von der hochpräzisen Fertigung unserer Einzelteile über die Beschichtung im UV-Bereich bis zur Montage und Prüfung unserer Systeme im Reinraum.“ Jan Schubach erhofft sich von der 15-Millionen-Investition einen weiteren Qualitätssprung der POG-Produkte.
Wachstum braucht Fachkräfte
Für Jan Schubach ist die gute Auftragslage Segen und Herausforderung zugleich. Größere Produktionshallen seien wichtig, allerdings brauche es auch Menschen, die dort arbeiten. Und hier liegt das Problem: „Wir müssen aktuell bis zu fünfzehn neue Mitarbeiter in verschiedenen und speziellen Bereichen finden“, sagt der Geschäftsführer. Die Suche nach qualifizierten Fachkräften gestalte sich jedoch schwierig, auch weil Nachwuchskräfte fehlen. Schubach macht sich vor allem um die naturwissenschaftliche Bildung Sorgen – immer mehr Mathe- und Physikunterricht würde aufgrund des Lehrermangels ausfallen, so der POG-Chef.
Wir sind ein Hightech-Industriebetrieb, wo eine gute naturwissenschaftliche Schulbildung eine sehr wichtige Voraussetzung ist. Das ist die Grundlage für die Arbeit unserer Firma.Jan Schubach, Geschäftsführer POG Präzisionsoptik Gera GmbH
Nachwuchs gesucht! Wie viele andere Unternehmen spürt auch POG den Fachkräftemangel.
Passende Bewerber findet das Unternehmen immer weniger. Auch deshalb ist die Firma mittlerweile an Schulen unterwegs und wirbt für die Ausbildung im Optikbereich. An der Geraer Regelschule „Otto Dix“ übernimmt ein POG-Ausbilder momentan sogar Teile des Physikunterrichts. „Das ist eine Notlösung, aber wenn wir ehrlich sind, ist das eigentlich ein untragbarer Zustand“, erklärt Schubach. Auch im eigenen Haus kümmert sich POG um den Nachwuchs. Bereits seit 1995 bildet die Firma selbst aus – beschäftigt heute 25 Azubis. „Ausbildung ist die einzige planbare Möglichkeit, um langfristig den eigenen Nachwuchs zu organisieren“, ist sich Jan Schubach sicher. Zum Feinoptiker oder Mikrotechnologen können sich Talente bei POG ausbilden lassen. Und in Löbichau suchen sie dringend nach genau diesen jungen Köpfen, die das Wachstum der Firma in Zukunft ermöglichen.
POG Präzisionsoptik Gera GmbH
Gestartet als Ausgründung und gewachsen im Gewerbepark Keplerstraße eröffnet POG 2019 ein neues Firmengebäude in Löbichau im Altenburger Land. Im ehemaligen Druckzentrum der Funke Medien Gruppe gibt es nun genügend Platz für das aufstrebende Unternehmen. Kundenspezifische Präzisionsoptiken fertigt die Firma. POG legt nach eigenen Angaben großen Wert auf Entwicklungskompetenz, eine hohe firmeninterne Fertigungstiefe, ein breites Technologiespektrum, die Sicherheit der Prozesse und eine qualitative Ausbildung.
Mehr erfahren Sie hier:
pog.eu
Gestartet als Ausgründung und gewachsen im Gewerbepark Keplerstraße eröffnet POG 2019 ein neues Firmengebäude in Löbichau im Altenburger Land. Im ehemaligen Druckzentrum der Funke Medien Gruppe gibt es nun genügend Platz für das aufstrebende Unternehmen. Kundenspezifische Präzisionsoptiken fertigt die Firma. POG legt nach eigenen Angaben großen Wert auf Entwicklungskompetenz, eine hohe firmeninterne Fertigungstiefe, ein breites Technologiespektrum, die Sicherheit der Prozesse und eine qualitative Ausbildung.
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