Nachhaltigkeit heißt auch, über den Tellerrand hinaussehen
Nachhaltigkeit, Umweltmanagement, Energieeffizienz sind für den Saalfelder Elektronikhersteller EPSa wichtige Unternehmenswerte, quasi fester Teil der Firmen-DNA. Sie fließen in die Produktentwicklung, die Prozessoptimierung, das Lieferkettenmanagement ein, bestimmen aber auch soziale und ökologische Entscheidungen. Wichtige Impulse dafür erhält EPSa auch im Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen im von der IHK koordinierten Netzwerk Energie Effizienz Ostthüringen (NEEO).
Die Optimierung der vollautomatischen Lötstrecke für Leiterplatten durch intelligente Steuerung ist eines der wichtigsten Energieeffizienzprojekte, die Roland Krauß als Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanager bei EPSa umgesetzt hat.
„Nachhaltigkeit bedeutet für uns, unternehmerische Entscheidungen und Handlungen gleichermaßen aus ökonomischer, technologischer, sozialer und ökologischer Sicht zu betrachten“, bringt Roland Krauß, Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanager bei EPSa, die Firmenphilosophie auf den Punkt. Für ihn einer der wichtigsten Aspekte dabei: Umweltbewusstsein und Umweltmanagement. „Wir arbeiten seit mehr als 20 Jahren mit einem zertifizierten Umweltmanagementsystem. Energieeffizienz ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Thema – übrigens nicht nur für uns, sondern auch für unsere Lieferanten und Kunden.“
Prozesse optimieren – mehr als nur eine Frage der Kosten
Pendelverpackungen aus Kunststoff ersetzen Kartonagen.
Effizientere Abläufe bei den Lötprozessen, Wärmerückgewinnung, Pendelverpackungen: EPSa hat in den letzten Jahren viel in die Prozessoptimierung investiert. So erhielten die sehr energieintensiven, vollautomatischen Lötstrecken in der Leiterplattenfertigung eine intelligente Steuerung, die den Stromverbrauch deutlich senken konnte. Außerdem sorgt Wärmerückgewinnung bei diesen Anlagen dafür, dass weniger Energie zum Heizen und für die Klimatisierung der Produktionsräume benötigt wird. Pendelverpackungen aus Kunststoff werden in der innerbetrieblichen Logistik und bei der Zulieferung von Bauteilen eingesetzt, was den Verbrauch von Kartonagen reduziert.
„Der kritische Blick auf unsere Prozesse trägt nicht nur zur Kostenoptimierung bei, sondern ist auch wichtiges Element nachhaltiger Firmenentwicklung“, sagt Roland Krauß. Für ihn gehört zu einer nachhaltigen Firmenstrategie auch ein vorausschauendes Risiko- und Lieferkettenmanagement. Immerhin müssten rund 60.000 Einzelteile für Produktentwicklung und Produktion ständig verfügbar sein. „Klimaextreme wie Hitze oder Kälte und Naturereignisse wie Überschwemmungen oder Erdbeben können sowohl Lieferketten empfindlich stören als auch die Produktions- und Arbeitsbedingungen an unseren Standorten beeinflussen“, nennt er einen weiteren Faktor, auf den sich das betriebliche Risikomanagement einstellen muss. Doch: Woher Daten, auch für den eigenen Standort, beziehen, wie bewerten und wie darauf einstellen? – „Diese Fragen haben wir im Netzwerk Energie Effizienz Ostthüringen (NEEO) thematisiert und diskutiert. Fachleute vom Klimakompetenzzentrum des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz haben den Teilnehmern einen Überblick gegeben und Kontakte hergestellt, um individuelle Daten zum eigenen Standort zu beziehen.“
Energieeffizienz und Umweltwerte schon bei der Produktentwicklung im Fokus
EPSa entwickelt und fertigt elektronische Baugruppen und Systeme im Kundenauftrag.
„Energieeffizienz ist uns nicht nur mit Blick auf die eigenen Kosten wichtig. Durch die Optimierung unserer Prozesse können wir für unsere Kunden schon bei der Baugruppen- und Produktentwicklung den Fokus auf dieses Thema legen“, sagt Roland Krauß. Inzwischen sei es auch für viele Kunden- und Lieferantenbeziehungen selbstverständlich, Umweltwerte wie CO2-Fußabdruck – bis auf das einzelne Produkt aufgeschlüsselt – abzufragen. Das erfordere über die Ermittlung der eigenen Emissionen hinaus auch entsprechende Informationen von Lieferanten. „Viele wichtige grundlegende Informationen und praktische Tipps dafür haben wir ebenfalls im NEEO-Netzwerk erhalten. Damit konnten wir nicht nur die notwendigen Werte unserer Firma ermitteln, sondern auch die Abfragen bei Zulieferern systematisieren. Heute haben wir unser ERP-System auf die Verarbeitung dieser Daten und die Aufschlüsselung bis zum einzelnen Produkt eingestellt.“
Wichtige Impulse durch Wissen und Erfahrungen anderer
An diesen beiden Beispielen zeige sich, wie wertvoll die fachlichen und rechtlichen Informationen sind, die die Netzwerkteilnehmer aus den regelmäßigen Treffen mitnehmen. „Müssten wir dieses Wissen selbst recherchieren oder in Schulungen erwerben, wären Aufwand und Kosten ungleich höher. Hinzu kommen wichtige Kontakte, wie zum Beispiel zum Klimakompetenzzentrum.“
EPSa ist seit dem Start der ersten NEEO-Netzwerkrunde im Jahr 2016 aktives Mitglied. Roland Krauß schätzt den Austausch mit Unternehmen anderer Branchen. Das ermögliche ihm einen Blick über den Tellerrand der eigenen Firma und gebe ihm und seinem Team wichtige Impulse für die eigene Arbeit. Auch bei dem im Sommer 2026 startenden „NEEO IV“ mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit will EPSa wieder dabei sein.
EPSa-Elektronik & Präzisionsbau Saalfeld GmbH
EPSa entwickelt und fertigt mit rund 200 Mitarbeitern an den Standorten Saalfeld und Jena elektronische Bauelemente und Geräte für die Bereiche Medizintechnik sowie Industrieelektronik. Die 1992 aus dem Elektronikbereich der traditionsreichen und weltbekannten Jenoptik Carl Zeiss Jena GmbH entstandene Firma hat sich mit „Design und Manufacturing aus einer Hand“ als Systemlieferant etabliert und bietet kundenspezifische Lösungen und Services für nationale und internationale mittelständische Unternehmen sowie Konzerne. Darüber hinaus ist die Firma mit ihren digitalen, monitorbasierenden Werbe- und Informationssystemen am Markt erfolgreich.
epsa.de
EPSa entwickelt und fertigt mit rund 200 Mitarbeitern an den Standorten Saalfeld und Jena elektronische Bauelemente und Geräte für die Bereiche Medizintechnik sowie Industrieelektronik. Die 1992 aus dem Elektronikbereich der traditionsreichen und weltbekannten Jenoptik Carl Zeiss Jena GmbH entstandene Firma hat sich mit „Design und Manufacturing aus einer Hand“ als Systemlieferant etabliert und bietet kundenspezifische Lösungen und Services für nationale und internationale mittelständische Unternehmen sowie Konzerne. Darüber hinaus ist die Firma mit ihren digitalen, monitorbasierenden Werbe- und Informationssystemen am Markt erfolgreich.
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