Standortumfrage 2023: Ergebnis nach Region

Ortenaukreis

Positive Zukunft, Mangel an Fachkräften und Flächen

Aus dem Ortenaukreis haben sich 189 Unternehmen an der IHK-Standortumfrage beteiligt.
Über alle Unternehmensstandorte in der Ortenau hinweg bewerten die Unternehmen die Rahmenbedingungen an ihrem Standort mit einem Wert von 2,61 und damit besser als der Durchschnitt im gesamten Kammerbezirk. Dabei bewerten die Unternehmen die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes in den vergangenen fünf Jahren (Note 2,91) als eher mittelmäßig. Die Frage ‘Wie schätzen Sie die Zukunftsfähigkeit Ihres Standortes ein?‘ wird mit der Note 2,57 bewertet. Im Vergleich zu den Ergebnissen der Umfrage im Jahr 2021 fallen die Einschätzungen jedoch leicht negativer aus.
In der untenstehenden Tabelle sind die Bewertungen der 33 Standortfaktoren nach Zufriedenheit und Relevanz aufgelistet. Wie im Gesamtergebnis auch, werden insbesondere die weichen Faktoren Lebens- und Aufenthaltsqualität (Note 1,99) und das Kultur-, Sport- und Freizeitangebot (Note 2,21) am jeweiligen Standort in der Ortenau überaus positiv bewertet. Auch die Anbindung an die Autobahn wird mit einem Wert von 2,07 vergleichsweise positiv bewertet, wenn auch mit Unterschieden über den flächenmäßig großen Landkreis hinweg. Den Standortfaktor Schienennahverkehr und ÖPNV (Note 2,82) bewerten die Unternehmen im Vergleich zum Gesamtbezirk (Note 2,67) hingegen etwas schwächer.
Die Versorgung mit schnellem Breitband (Note 3,10) und das Mobilfunknetz haben tendenziell eine eher negative Bewertung erfahren. Diese Faktoren sind für die Unternehmen allerdings von größter Bedeutung (90 Prozent, bzw. 88 Prozent der Teilnehmenden bemessen diesen Faktoren eine hohe Relevanz bei), sodass sich hier ein zentrales Handlungsfeld ergibt.
Negativ bewertete Standortfaktoren sind vor allem im Bereich Fläche und Fachkräfte zu finden: So werden die Verfügbarkeit von Wohnimmobilien (Miete/Kauf) (Note 3,77), von Gewerbeimmobilien/-flächen (Note 3,62) und dem Miet-/Kaufpreis von Gewerbeimmobilien/-flächen (Note 3,37) negativ und mit nochmals schwächeren Werten als 2021 bewertet. Es zeigt sich indes, dass die Flächenproblematik im Südbezirk der IHK (Landkreise Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und Freiburg) schwächere Werte erreicht und auf eine noch angespanntere Lage hindeutet.
Beim Thema Fachkräfte zeigen die Werte der Ortenau ebenfalls eine leicht weniger angespannte Lage wie im restlichen Kammerbezirk. Einzig die Verfügbarkeit von geeigneten Ausbildungsbewerber:innen (3,71) wird schlechter bewertet als im Gesamtbezirk. Gerade in den nördlichen und östlichen Raumschaften der Ortenau fehlt es an technischen Fachkräften sowie Ausbildungsbewerber:innen.
Im Bereich der Höhe der Gewerbe- und Grundsteuer schneidet der Ortenaukreis im Vergleich zum restlichen Bezirk besser ab. Die Unternehmen bewerten die Höhe der Gewerbesteuer mit 3,25 und die Höhe der Grundsteuer (3,26) besser als der Durchschnitt (3,11). Luft nach oben zeigen auch die Bewertungen hinsichtlich dem Angebot digitaler Verwaltungsverfahren (3,72) sowie Bearbeitungsdauer von Genehmigungs- und Antragsverfahren bei der Verwaltung (3,48).
Im Lichte der aktuellen Kriegshandlungen Russlands gegen die Ukraine und der damit verursachten Energiekrise, ist der Standortfaktor Höhe der Energiekosten (3,85) der am schlechtesten bewertete in der Ortenau.
Standortumfrage 2023_Region Ortenaukreis (1)

Landkreis Emmendingen

Zufriedenheit mit Standort, Flächendruck ist hoch

Aus dem Landkreis Emmendingen haben sich 88 Unternehmen an der IHK Standortumfrage beteiligt.
Über alle Standorte im Landkreis Emmendingen hinweg bewerten die Unternehmen die Rahmenbedingungen insgesamt mit einem Wert von 2,69. Dabei schauen die Unternehmen eher skeptisch auf die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes in den vergangenen fünf Jahren (Note 3,01). Für die Zukunft wird ein ähnliches Bild gezeichnet, wie die aktuelle Lage eingeschätzt wird. Die Frage ‚Wie schätzen Sie die Zukunftsfähigkeit Ihres Standortes ein?‘ wird mit der Note 2,69 bewertet und erreicht damit den schwächsten Wert unter den Raumschaften am südlichen Oberrhein.
In der untenstehenden Tabelle sind die Bewertungen der 33 Standortfaktoren nach Zufriedenheit und Relevanz aufgelistet. Im Bereich der Lebensqualität werden im Landkreis Emmendingen mit dem Gesamtergebnis auf Ebene des Kammerbezirks vergleichbar gute Werte erzielt. Die Lebens- und Aufenthaltsqualität wird von den Unternehmen mit der Note 1,86 sehr positiv bewertet. Der Landkreis punktet der Erreichbarkeit für Kunden, Mitarbeiter und Lieferverkehr (Note 2,31). Der Faktor wird als generell gut und mit dem besten Wert im gesamten Kammerbezirk beurteilt. Schwächere, aber immer noch gute Werte zeigen die Anbindung Schienennahverkehr und ÖPNV (Note 2,48) und den Schienenfernverkehr (Note 2,59), die allerdings naturgemäß mit steigender Entfernung zum nächsten Fernverkehrshalt (Freiburg, Offenburg) sinken. Allerdings wartet nur Freiburg bei diesen Faktoren mit besseren Noten auf.
Im Vergleich zum Ergebnis im Gesamtbezirk bewerten die Unternehmen im Landkreis Emmendingen die Standortfaktoren Leistungsfähiger Mobilfunk (Note 2,92) und Versorgung mit schnellem Breitband (Note 3,09) etwas besser. Beide Faktoren sind für die Unternehmen von größter Relevanz. Jeweils 92 und 94 Prozent der beteiligten Unternehmen bemessen diesen Faktoren eine hohe Relevanz bei.
Negativ bewertete Standortfaktoren sind vor allem im Bereich Fläche und Fachkräfte zu finden: So werden die Verfügbarkeit von Wohnimmobilien (Miete/Kauf) (Note 4,12), Verfügbarkeit von Gewerbeimmobilien/-flächen (Note 3,83) und dem Miet-/Kaufpreis von Gewerbeimmobilien/-flächen (Note 3,81) negativ bewertet. Die Werte liegen jeweils etwas oberhalb des Durchschnitts der Rückmeldungen und die Lage scheint laut Umfrage im Bereich Flächen nur in Freiburg angespannter zu sein.
Auch beim Thema Fachkräfte weisen die Bewertungen, wie im gesamten restlichen Kammerbezirk, auf eine angespannte Lage hin. Insbesondere die Standortfaktoren Verfügbarkeit von qualifizierten technischen Fachkräften (Note 3,72) und Verfügbarkeit von geeigneten Ausbildungsbewerber:innen (3,53) werden negativer bewertet als noch im Jahr 2021.
Im Bereich der Kosten für kommunale Abgaben (3,22) wird der Landkreis Emmendingen schwächer bewertet als der Wert der Gesamtrückmeldungen zeigt. Und auch die Bearbeitungsdauer von Genehmigungs- und Antragsverfahren bei der Verwaltung (3,52) wird eher negativ von den Unternehmen bewertet.
Standortumfrage 2023_Region Emmendingen (1)

Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

Hohe Lebensqualität und gute Anbindung, Mangel an digitaler Infrastruktur

Aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald haben sich 91 Unternehmen an der IHK Standortumfrage beteiligt.
Über alle Standorte im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hinweg bewerten die Unternehmen die Rahmenbedingungen an ihrem Standort insgesamt mit einem vergleichsweise schwachen Wert von 3,01. Und auch die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre (3,21) wird eher skeptisch gesehen. Die Zukunftsaussichten werden von den Unternehmen dagegen positiver eingeschätzt als die derzeitige Zufriedenheit. Die Frage ‘Wie schätzen Sie die Zukunftsfähigkeit Ihres Standortes ein?‘ wird mit der Note 2,64 bewertet und erreicht damit nach den Ortenau den zweitbesten Wert auf Landkreisebene im Kammerbezirk der IHK Südlicher Oberrhein.
Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat eine breite Ost-West-Ausdehnung, die Teile der Rheinebene, des Kaiserstuhls sowie die Höhenlagen des Schwarzwaldes umfassen. Zudem bildet Freiburg das geografische Zentrum des Landkreises, in dessen Speckgürtel andere Standortbedingungen vorgefunden werden, als in den Randlagen des Landkreises. Hieraus ergeben sich auch die sehr unterschiedlichen Bewertungen der Standortfaktoren der Unternehmen.
In der untenstehenden Tabelle sind die Bewertungen der 33 Standortfaktoren nach Zufriedenheit und Relevanz aufgelistet. Wie im gesamten IHK-Bezirk auch, werden insbesondere in der Kategorie Lebensqualität Spitzenwerte erzielt. Dennoch liegen die abgefragten Standortfaktoren Kultur-, Sport- und Freizeitangebot (2,23) und Einzelhandelsangebot und Nahversorgung (2,45) im Schnitt des Landkreises leicht unterhalb des Durchschnitts am südlichen Oberrhein und haben zudem zur Umfrage im Jahr 2021 leicht abgenommen. Regionale Unterschiede im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sind zwischen den Hochlagen mit sehr hoher Lebensqualität bis hin zum Grenzgebiet nach Frankreich im Mittelbereich Breisach vorzufinden. Etwas besser als der Durchschnittswert wird der Standortfaktor Betreuungsangebot für (Klein-)Kinder (2,95) im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald bewertet.
Trotz immenser Investitionen in die Breisgau-S-Bahn wird die Anbindung an den Schienennahverkehr und ÖPNV (2,87) schwächer als in den restlichen Teilregionen des südlichen Oberrheins bewertet. Zwar ergeben sich aus seiner Topographie sowie der großen Ost-West-Ausdehnung des Landkreises weite Strecken bis zum nächsten Autobahnanschluss. Jedoch zeigen die Ergebnisse der Umfrage, dass dies im Gesamtblick zu einem guten Standortfaktor des Landkreises zählt.
Deutlich abgehängt hingegen scheinen die Standorte im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald bei der digitalen Infrastruktur. So bewerten die Unternehmen die Faktoren Versorgung mit schnellem Breitband (3,41) und leistungsfähiges Mobilfunknetz (Note 3,30) deutlich schwächer als die Unternehmerschaft im gesamten IHK-Bezirk und noch schwächer als vor zwei Jahren.
Die über den gesamten IHK-Bezirk negativ bewerteten Standortfaktoren im Bereich Fachkräfte zeigen auch für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sehr negative Werte. So werden die Standortfaktoren Verfügbarkeit von qualifizierten technischen Fachkräften (3,82), Verfügbarkeit von geeigneten Ausbildungsbewerber:innen (3,79) jeweils schwächer bewertet als im Durchschnitt am südlichen Oberrhein. Regional gesehen, sind es die Unternehmen in den Höhenlagen des Schwarzwaldes sowie den Randlagen des Landkreises, die stark unter dem Fachkräftemangel leiden.
Standortumfrage 2023_Region Breisgau-Hochschwarzwald (1)

Stadt Freiburg

Gute verkehrliche Anbindung und hohe Lebensqualität, großer Flächendruck

Aus der Stadt Freiburg haben sich 116 Unternehmen an der IHK Standortumfrage beteiligt.
Die Unternehmen in der Stadt Freiburg bewerten die Rahmenbedingungen an ihrem Standort insgesamt mit einem Wert von 2,97, der leicht schwächer als der Durchschnittswert im IHK-Bezirk (2,79) liegt. Insbesondere der Rückblick der vergangenen Jahre wird deutlich negativ gesehen und von den Unternehmen mit 3,36 bewertet – der schwächste Wert im Kammerbezirk. Zumindest die Zukunftsaussichten beurteilen die Unternehmen wiederum deutlich positiver als die Vergangenheit und den Status-quo. So wird die Frage ‚Wie schätzen Sie die Zukunftsfähigkeit Ihres Standortes ein?‘ durchschnittlich mit 2,68 bewertet.
In der untenstehenden Tabelle sind die Bewertungen der 33 Standortfaktoren nach Zufriedenheit und Relevanz aufgelistet. Wie im Gesamtergebnis auch, werden insbesondere in der Kategorie Lebensqualität Spitzenwerte erzielt, die sich aufgrund des großen Angebots des Oberzentrums vom Durchschnitt im eher ländlich geprägten Kammerbezirk abheben. Die Standortfaktoren Lebens- und Aufenthaltsqualität (Note 1,91), Kultur-, Sport- und Freizeitangebot (Note 2,06) und Einzelhandelsangebot und Nahversorgung (Note 2,40) werden sehr positiv bewertet, wenn auch bei letztem Faktor überraschenderweise schwächer als beispielsweise der Landkreis Emmendingen. Mit der Note 3,28 liegt der Standortfaktor Betreuungsangebot für (Klein-)Kinder deutlich unter dem Wert von 2021 und hinter dem Durchschnitt des IHK-Bezirks (3,02).
Als (über)regionaler Verkehrsknotenpunkt punktet die Stadt Freiburg vor allem mit der guten verkehrlichen Anbindung an die Autobahn (Note 2,19) sowie den Schienenfern- (Note 2,29) und - nahverkehr und ÖPNV (2,42). Die Faktoren liegen besser als im Durchschnitt im Kammerbezirk. Mit dem Zustand und Leistungsfähigkeit der innerörtlichen Straßen (3,14) zeigen sich die Unternehmen hingegen weniger zufrieden.
Die Versorgung mit schnellem Breitband (2,95) sowie einem leistungsfähigen Mobilfunknetz (2,89) erreichen zwar bessere Werte als der Durchschnitt im IHK-Bezirk, allerdings auf generell mittelmäßigem Niveau und mit deutlich Luft nach oben.
Eine vergleichsweise negative Bewertung quittieren die Unternehmen der Stadt im Bereich der Kosten für kommunale Abgaben (3,45). Hier sind die Unternehmer insbesondere beim Standortfaktor Höhe der Gewerbesteuer (3,93) und Höhe der Grundsteuer (Note 3,80) sehr unzufrieden und bemessen diesem zudem mit 94 Prozent eine sehr hohe Relevanz bei. Die hohen Werte, ohne das am Gewerbesteuerhebesatz etwas verändert wurde, könnten sich mit der finanziell eher angespannten Lage einiger Unternehmen erklären.
Zudem liegen die Bewertungen der Unternehmen bei den Standortfaktoren Wirtschaftsfreundlichkeit der Verwaltung (Note 3,53) und Bearbeitungsdauer von Genehmigungs- und Antragsverfahren bei der Verwaltung (Note 3,93) deutlich schwächer als der Durchschnitt und als im Jahr 2021. Auch hier wird beiden Faktoren mit 80 und 74 Prozent eine hohe Relevanz zugeschrieben, was bei dieser Bewertung auf einen Standortnachteil hinweist.
Im Gegensatz zu den Umfragen in den Vorjahren wird nun der Wert der Verfügbarkeit von Fachkräften von der örtlichen Unternehmerschaft ebenfalls angespannter empfunden, als der Gesamtdurchschnitt zeigt. Der Standort Freiburg hat bei den Faktoren rund um Fachkräfte in den Voruntersuchungen nicht zuletzt durch die hohe Attraktivität als Großstadt (siehe Lebens- und Aufenthaltsqualität) sowie durch vielen Berufsanfänger, die aus der vielfältigen Hochschullandschaft hervorgehen profitiert.
Die Bewertungen der Unternehmerschaft im Bereich der Flächen und des Wohnens zeigen für die Stadt Freiburg ein überaus negatives Bild, was auf eine deutlich angespanntere Lage im Vergleich zum Gesamt-Kammerbezirk hindeutet. So werden die Verfügbarkeit von Wohnimmobilien (Miete/Kauf) (Note 4,43), die Verfügbarkeit von Gewerbeimmobilien/-flächen (Note 3,77) und dem Miet-/Kaufpreis von Gewerbeimmobilien/-flächen (Note 3,93) negativ bewertet und erreichen jeweils die schwächsten Werte am südlichen Oberrhein.
Standortumfrage 2023_Region Freiburg (1)