Standortumfrage 2025: Ergebnis nach Region
Ortenaukreis
Positive Zukunft, Mangel an Fachkräften und Flächen für Wohnen und Gewerbe
Aus dem Ortenaukreis haben sich 345 Unternehmen an der IHK-Standortumfrage beteiligt.
Über alle Unternehmensstandorte in der Ortenau hinweg bewerten die Unternehmen die Rahmenbedingungen an ihrem Standort mit einem Wert von 2,71 und damit besser als der Durchschnitt im gesamten Kammerbezirk, aber etwas schwächer als in der Umfrage von 2023 (2,61). Wie auch in den anderen Teilregionen bewerten die Unternehmen die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes in den vergangenen fünf Jahren (Note 3,07) als eher mittelmäßig. Die Frage ‘Wie schätzen Sie die Zukunftsfähigkeit Ihres Standortes ein?‘ wird mit der Note 2,62 bewertet. Im Vergleich zu den Ergebnissen der Umfrage im Jahr 2023 fallen die Einschätzungen jedoch leicht negativer aus.
In der untenstehenden Tabelle sind die Bewertungen der 41 Standortfaktoren nach Zufriedenheit und Relevanz aufgelistet. Wie im Gesamtergebnis auch, werden insbesondere die weichen Faktoren Lebens- und Aufenthaltsqualität (Note 2,06) und das Kultur-, Sport- und Freizeitangebot (Note 2,26) am jeweiligen Standort in der Ortenau überaus positiv bewertet. Auch die Anbindung an die Autobahn wird mit einem Wert von 2,04 vergleichsweise positiv bewertet, wenn auch mit Unterschieden über den flächenmäßig großen Landkreis hinweg, bspw. von Unternehmen mit Standort im Kinzigtal. Den Standortfaktor Schienennahverkehr und ÖPNV (Note 2,88) bewerten die Unternehmen im Vergleich zum Gesamtbezirk (Note 2,70) hingegen etwas schwächer.
Die Versorgung mit schnellem Internet (Note 2,95) und das Mobilfunknetz (2,88) haben eine eher mittelmäßige Bewertung erfahren, zeigen aber leichte Verbesserungen zu den Vorjahren. Diese Faktoren sind für die Unternehmen allerdings von größter Bedeutung (92 Prozent, bzw. 91 Prozent der Teilnehmenden bemessen diesen Faktoren eine hohe Relevanz bei), sodass sich hier ein zentrales Handlungsfeld ergibt.
Negativ bewertete Standortfaktoren sind vor allem im Bereich Fläche und Fachkräfte zu finden: So werden die Verfügbarkeit von Wohnimmobilien (Miete/Kauf) (Note 3,77), von Gewerbeimmobilien/-flächen (Note 3,47) und dem Miet-/Kaufpreis von Gewerbeimmobilien/-flächen (Note 3,44) und Wohnimmobilien (3,68) negativ bewertet. Es zeigt sich indes, dass die Flächenproblematik im Südbezirk der IHK (Landkreise Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und Freiburg) schwächere Werte erreicht und auf eine noch angespanntere Lage hindeutet.
Beim Thema Fachkräfte zeigen die Werte der Ortenau nach der leichten Entspannung im Großraum Freiburg etwa identische Bewertungen wie im Südbezirk der IHK. Die Verfügbarkeit von geeigneten Ausbildungsbewerber:innen (3,67) wird am schlechtesten bewertet – qualifizierte Hochschulabsolvent:innen sind mit einer Bewertung von 3,20 in der Ortenau noch am „entspanntesten“ zu bekommen. Gerade in den nördlichen und östlichen Raumschaften der Ortenau fehlt es an technischen Fachkräften sowie Ausbildungsbewerber:innen.
Im Bereich der Höhe der Gewerbe- und Grundsteuer schneidet der Ortenaukreis im Vergleich zum restlichen Bezirk etwas besser ab. Die Unternehmen bewerten die Höhe der Gewerbesteuer mit 3,26 und die Höhe der Grundsteuer (3,34) besser als der Durchschnitt (3,40). Bei den Bewertungen zum Angebot digitaler Verwaltungsverfahren in der Gemeinde (3,40) sowie der Bearbeitungsdauer von Genehmigungs- und Antragsverfahren in der Gemeinde (3,18) liegen die Bewertungen besser als im Durchschnitt des IHK-Bezirks. Gleiches gilt für die Bewertungen der Faktoren auf Landkreisebene, die deutlich besser als in den anderen Landkreisen ist. Dabei wird auch die Wirtschaftsfreundlichkeit der Landkreisverwaltung (3,01) und die Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaftsförderung (2,88) bewertet.
Nach wie vor sind die Höhe der Energiekosten (3,71) neben der Verfügbarkeit von Wohnimmobilien (Miete/Kauf) (3,77) der am schlechtesten bewertete in der Ortenau. Allerdings nennen 88 Prozent der Unternehmen die Höhe der Energiekosten als relevanten Standortfaktor. Hier wird deutlich, dass die Ortenau stark industriegeprägt ist.
Landkreis Emmendingen
Hohe Lebensqualität am Standort, Flächendruck ist hoch
Aus dem Landkreis Emmendingen haben sich 112 Unternehmen an der IHK-Standortumfrage beteiligt.
Über alle Standorte im Landkreis Emmendingen hinweg bewerten die Unternehmen die Rahmenbedingungen insgesamt mit einem Wert von 2,93 und damit schwächer als in den anderen Teilregionen des IHK-Bezirks. Dabei schauen die Unternehmen sehr skeptisch auf die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes in den vergangenen fünf Jahren (Note 3,29). Für die Zukunft wird ein ähnliches Bild gezeichnet, wie die aktuelle Lage eingeschätzt wird. Die Frage ‚Wie schätzen Sie die Zukunftsfähigkeit Ihres Standortes ein?‘ wird mit der Note 2,82 bewertet und erreicht damit den schwächsten Wert unter den Raumschaften am südlichen Oberrhein.
In der untenstehenden Tabelle sind die Bewertungen der 41 Standortfaktoren nach Zufriedenheit und Relevanz aufgelistet. Im Bereich der Lebensqualität werden im Landkreis Emmendingen mit dem Gesamtergebnis auf Ebene des Kammerbezirks vergleichbar gute Werte erzielt. Die Lebens- und Aufenthaltsqualität wird von den Unternehmen mit der Note 1,93 sehr positiv bewertet. Der Landkreis erreicht nur noch mittlere Werte bei der Erreichbarkeit für Kunden, Mitarbeiter und Lieferverkehr (Note 2,69) und hat sich etwas verschlechtert. Mittlere Werte zeigen auch die Anbindung Schienennahverkehr und ÖPNV (Note 2,78) und den Schienenfernverkehr (Note 2,80), die allerdings naturgemäß mit steigender Entfernung zum nächsten Fernverkehrshalt (Freiburg, Offenburg) sinken.
Im Vergleich zum Ergebnis im Gesamtbezirk bewerten die Unternehmen im Landkreis Emmendingen die Standortfaktoren Versorgung mit schnellem Mobilfunk (Note 3,18) und Versorgung mit schnellem Internet (Note 3,05) etwas schwächer. Beide Faktoren sind für die Unternehmen von größter Relevanz. Jeweils 93 und 96 Prozent der beteiligten Unternehmen bemessen diesen Faktoren eine hohe Relevanz bei, was den höchsten Werten auf Landkreisebene entspricht.
Negativ bewertete Standortfaktoren sind vor allem im Bereich Fläche und Fachkräfte zu finden: So werden die Verfügbarkeit von Wohnimmobilien (Miete/Kauf) (Note 4,18), Verfügbarkeit von Gewerbeimmobilien/-flächen (Note 3,89), dem Miet-/Kaufpreis von Wohnimmobilien (4,02) und dem Miet-/Kaufpreis von Gewerbeimmobilien/-flächen (Note 3,68) negativ bewertet. Die Werte liegen jeweils etwas oberhalb des Durchschnitts der Rückmeldungen und die Lage scheint laut Umfrage im Bereich Flächen nur in Freiburg angespannter zu sein.
Auch beim Thema Fachkräfte weisen die Bewertungen, wie im gesamten restlichen Kammerbezirk, auf eine angespannte Lage hin. Insbesondere die Standortfaktoren Verfügbarkeit von qualifizierten technischen Fachkräften (Note 3,67) sind die schwächsten im Kammerbezirk. Die Verfügbarkeit von geeigneten Ausbildungsbewerber:innen (3,60) werden negativer bewertet als noch im Jahr 2023.
Im Bereich der Kosten für kommunale Abgaben (3,22) wird der Landkreis Emmendingen im Schnitt der Gesamtrückmeldungen bewertet. Und auch die Bearbeitungsdauer von Genehmigungs- und Antragsverfahren in der Gemeinde (3,17) sowie auf Ebene des Landkreises (3,68) werden eher negativ von den Unternehmen bewertet.
Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Höchste Lebensqualität und gute Anbindung, Mangel an digitaler Infrastruktur und Verwaltungsleistung
Aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald haben sich 198 Unternehmen an der IHK-Standortumfrage beteiligt.
Über alle Standorte im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hinweg bewerten die Unternehmen die Rahmenbedingungen an ihrem Standort insgesamt mit einem mittelmäßigen Wert von 2,85. Und auch die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre (3,20) wird eher skeptisch gesehen. Die Zukunftsaussichten werden von den Unternehmen dagegen deutlich positiver eingeschätzt als die derzeitige Zufriedenheit. Die Frage ‘Wie schätzen Sie die Zukunftsfähigkeit Ihres Standortes ein?‘ wird mit der Note 2,59 bewertet und erreicht damit nach dem Stadtkreis Freiburg den zweitbesten Wert auf Landkreisebene im Kammerbezirk der IHK Südlicher Oberrhein.
Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hat eine breite Ost-West-Ausdehnung, die Teile der Rheinebene, des Kaiserstuhls sowie die Höhenlagen des Schwarzwaldes umfassen. Zudem bildet Freiburg das geografische Zentrum des Landkreises, in dessen Speckgürtel andere Standortbedingungen vorherrschen, als in den Randlagen des Landkreises. Hieraus ergeben sich auch die sehr unterschiedlichen Bewertungen der Standortfaktoren der Unternehmen.
In der untenstehenden Tabelle sind die Bewertungen der 41 Standortfaktoren nach Zufriedenheit und Relevanz aufgelistet. Wie im gesamten IHK-Bezirk auch, werden insbesondere in der Kategorie Lebensqualität die Spitzenwerte mit höchster Relevanz erzielt. Positiv sind auch der Standortfaktor Kultur-, Sport- und Freizeitangebot (2,17) bewertet. Beim Einzelhandelsangebot und Nahversorgung (2,60) liegt der Landkreis leicht unterhalb des Durchschnitts am südlichen Oberrhein. Regionale Unterschiede im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sind zwischen den Hochlagen mit sehr hoher Lebensqualität bis hin zum Grenzgebiet nach Frankreich im Mittelbereich Breisach vorzufinden. Etwas besser als der Durchschnittswert wird der Standortfaktor Betreuungsangebot für (Klein-)Kinder (2,77) im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald bewertet.
Mit immensen Investitionen in die Breisgau-S-Bahn zeigt sich, dass die Anbindung an den Schienennahverkehr und ÖPNV (2,56) besser als in den restlichen Teilregionen des südlichen Oberrheins bewertet wird. Zwar ergeben sich aus seiner Topographie sowie der großen Ost-West-Ausdehnung des Landkreises weite Strecken bis zum nächsten Autobahnanschluss. Jedoch zeigen die Ergebnisse der Umfrage, dass dies im Gesamtblick zu einem guten Standortfaktor (2,26) des Landkreises zählt.
Gemeinsam mit dem Landkreis Emmendingen scheinen die Standorte im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald bei der digitalen Infrastruktur etwas abgehängt. So bewerten die Unternehmen die Faktoren Versorgung mit schnellem Internet (3,03) und Versorgung mit schnellem Mobilfunk (Note 3,15) zwar leicht schwächer als die Unternehmerschaft im gesamten IHK-Bezirk, aber deutlich besser als vor zwei Jahren.
Die über den gesamten IHK-Bezirk negativ bewerteten Standortfaktoren im Bereich Fachkräfte zeigen auch für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sehr negative Werte. So werden die Standortfaktoren Verfügbarkeit von qualifizierten technischen Fachkräften (3,63), Verfügbarkeit von geeigneten Ausbildungsbewerber:innen (3,69) jeweils schwächer bewertet als im Durchschnitt am südlichen Oberrhein. Regional gesehen, sind es die Unternehmen in den Höhenlagen des Schwarzwaldes sowie den Randlagen des Landkreises, die stark unter dem Fachkräftemangel leiden.
Einen klaren Standortnachteil scheint der Landkreis bei den Standortfaktoren Bearbeitungsdauer von Genehmigungs- und Antragsverfahren (3,79) sowie den Angeboten digitaler Verwaltungsverfahren (3,70) zu haben. Hier sind die Werte schwächer als im Gesamtdurchschnitt – ein Handlungsauftrag an den Landkreis.
Stadt Freiburg
Gute verkehrliche Anbindung und hohe Lebensqualität, großer Wohn- und Flächendruck
Aus der Stadt Freiburg haben sich 137 Unternehmen an der IHK-Standortumfrage beteiligt.
Die Unternehmen in der Stadt Freiburg bewerten die Rahmenbedingungen an ihrem Standort insgesamt mit einem Wert von 2,86, der leicht schwächer als der Durchschnittswert im IHK-Bezirk (2,80) liegt, sich aber dennoch gegenüber der Umfrage aus 2023 verbessert hat. Insbesondere der Rückblick der vergangenen Jahre wird negativer gesehen und von den Unternehmen mit 3,12 bewertet. Zumindest die Zukunftsaussichten beurteilen die Unternehmen wiederum deutlich positiver als die Vergangenheit und den Status-quo. So wird die Frage ‚Wie schätzen Sie die Zukunftsfähigkeit Ihres Standortes ein?‘ durchschnittlich mit 2,43 bewertet – Spitzenwert im Kammerbezirk und deutlich besser als noch vor zwei Jahren. Die Freiburger Unternehmen sehen ihren Standort durchaus als zukunftsfähig.
In der untenstehenden Tabelle sind die Bewertungen der 37 Standortfaktoren nach Zufriedenheit und Relevanz aufgelistet. Wie im Gesamtergebnis auch, werden insbesondere in der Kategorie Lebensqualität Spitzenwerte erzielt, die sich aufgrund des großen Angebots des Oberzentrums vom Durchschnitt im eher ländlich geprägten Kammerbezirk abheben. Die Standortfaktoren Lebens- und Aufenthaltsqualität (Note 1,96), Kultur-, Sport- und Freizeitangebot (Note 2,03), Medizinische Versorgung und Gastronomisch Versorgung (beides 2,17) sowie das Einzelhandelsangebot und Nahversorgung (Note 2,20) werden sehr positiv bewertet. Mit der Note 3,02 liegt der Standortfaktor Betreuungsangebot für (Klein-)Kinder im negativen Bereich, hat sich gegenüber dem Jahr 2023 zwar leicht entspannt, aber weist die schwächste Bewertung innerhalb des IHK-Bezirks auf.
Als (über)regionaler Verkehrsknotenpunkt punktet die Stadt Freiburg vor allem mit der guten verkehrlichen Anbindung an die Autobahn (Note 2,08) sowie den Schienenfern- (Note 2,44) und - nahverkehr und ÖPNV (2,43). Die Faktoren liegen besser als im Durchschnitt im Kammerbezirk. Mit dem Zustand und Leistungsfähigkeit der innerörtlichen Straßen (3,29) zeigen sich die Unternehmen hingegen weniger zufrieden, was auch die schwächsten Werte in der Region aufweist.
Die Versorgung mit schnellem Internet (2,74) sowie die Versorgung mit schnellem Mobilfunk (2,81) erreichen zwar bessere Werte als der Durchschnitt im IHK-Bezirk, allerdings auf generell mittelmäßigem Niveau und mit deutlich Luft nach oben.
Eine vergleichsweise negative Bewertung quittieren die Unternehmen der Stadt im Bereich der Kosten für kommunale Abgaben (3,34). Hier sind die Unternehmer insbesondere beim Standortfaktor Höhe der Gewerbesteuer (3,53) und Höhe der Grundsteuer (Note 3,52) sehr unzufrieden und bemessen diesem zudem mit 78 Prozent eine hohe Relevanz bei.
Zudem liegen die Bewertungen der Unternehmen bei den Standortfaktoren Wirtschaftsfreundlichkeit der Gemeindeverwaltung (Note 3,48) und Bearbeitungsdauer von Genehmigungs- und Antragsverfahren in der Gemeinde (Note 3,79) deutlich schwächer als der Durchschnitt. Auch hier wird beiden Faktoren mit 77 und 74 Prozent eine hohe Relevanz zugeschrieben, was bei dieser Bewertung auf einen Standortnachteil hinweist.
Im Gegensatz zu den Umfragen in den Vorjahren, bei denen die Werte im Bereich der Verfügbarkeit von Fachkräften von der örtlichen Unternehmerschaft angespannter als in der übrigen Region empfunden wurden, zeigen die Bewertungen aus 2025 eher eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt.
Die Bewertungen der Unternehmerschaft im Bereich der Flächen und des Wohnens zeigen für die Stadt Freiburg ein überaus negatives Bild, was auf eine deutlich angespanntere Lage im Vergleich zum Gesamt-Kammerbezirk hindeutet. So werden die Verfügbarkeit von Wohnimmobilien (Miete/Kauf) (Note 4,23), die Verfügbarkeit von Gewerbeimmobilien/-flächen (Note 3,60) sowie dem Miet-/Kaufpreise für Wohnimmobilien (4,25) und dem Miet-/Kaufpreis von Gewerbeimmobilien/-flächen (Note 3,89) sehr negativ bewertet und erreichen jeweils die schwächsten Werte am südlichen Oberrhein.