DIHK-Sonderumfrage

Deutsche Wirtschaft im Wettbewerb mit China: Ergebnisse der DIHK-Sonderumfrage 2026

Der Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter nimmt auf dem deutschen und europäischen Markt spürbar zu. Eine aktuelle DIHK-Sonderumfrage zeigt, wie stark die Wirtschaft gefordert ist und welche Maßnahmen jetzt notwendig sind.

Gefühlter Wettbewerbsdruck im Vergleich

  • Bundesweit: 67 % der befragten Unternehmen spüren eine wachsende Konkurrenz durch chinesische Anbieter. Unter den exportierenden Betrieben sind es sogar 86 %.
  • Thüringen: In Thüringen nehmen drei von vier der befragten Unternehmen eine zunehmende Konkurrenz wahr. 41 % stehen nach eigener Einschätzung unter starkem oder sehr starkem Wettbewerbsdruck.
Chinesische Anbieter überzeugen längst nicht mehr nur über den Preis, sondern bieten zunehmend vergleichbare oder höhere Qualität bei schnellen Lieferzeiten. Auch Kernbereiche wie der Sondermaschinenbau und die Automobilzulieferindustrie – ein wichtiges Standbein Thüringens – spüren diesen Wandel massiv.

Wie die Unternehmen auf den Druck reagieren

Sowohl in Thüringen als auch bundesweit setzen die Unternehmen vor allem auf Innovation und Kostensenkung, um wettbewerbsfähig zu bleiben:
Maßnahme Thüringen Deutschlandweit
Produktinnovationen 41 % 60 %
Kostensenkungen 38 % 50 %
Erschließung neuer Märkte 22 % 39 %
Verlagerung von Investitionen 22 % 19 %
(Hinweis: Bundesweit planen zudem 31 % Kooperationen mit chinesischen Partnern und 12 % den Rückzug aus einzelnen Geschäftsfeldern.)

Erwartungen an die Politik: Geschlossenheit statt Abschottung

Trotz des harten Wettbewerbs bleibt China ein zentraler Handelspartner. Gefordert werden jedoch faire Wettbewerbsbedingungen und ein klares Auftreten der EU:
  • Gemeinsames Auftreten der EU: In Thüringen fordern dies 59 % der Betriebe, bundesweit sprechen sich 67 % für ein koordiniertes außenwirtschaftliches Handeln aus.
  • Abhängigkeiten reduzieren: Bundesweit möchten 60 % der Unternehmen strategische Abhängigkeiten verringern.
  • Schutz kritischer Infrastruktur: Die Hälfte der Thüringer Betriebe (50 %) sowie 49 % bundesweit befürworten den Ausschluss chinesischer Firmen von Projekten der kritischen Infrastruktur.
  • Handelsschutz & Sanktionen: 59 % der Thüringer Unternehmen (und 55 % bundesweit) sprechen sich für stärkere handelspolitische Maßnahmen der EU aus, selbst wenn das eigene Unternehmen unter negativen Konsequenzen wie höheren Preisen, Bürokratie oder Zöllen leiden müsste.

Methodik

Die Sonderumfrage wurde von der DIHK und den IHKs vom 20. Juli bis 10. August 2026 unter ihren Ausschussmitgliedern durchgeführt. Bundesweit haben sich 1.325 Unternehmen beteiligt, davon 55 Prozent aus der Industrie, 18 Prozent aus dem Dienstleistungsbereich, 17 Prozent aus dem Handel sowie kleinere Anteile aus Baugewerbe, Verkehr und Gastgewerbe. Aus Thüringen nahmen 32 Unternehmen teil, überwiegend aus der Industrie. Der Schwerpunkt liegt zudem bei kleinen und mittleren Unternehmen: 20 der 32 Betriebe beschäftigen 20 bis 199 Mitarbeiter.
Die Thüringer Ergebnisse zeigen damit ein regionales Stimmungsbild, basieren aber auf einer vergleichsweise kleinen Stichprobe.
Die komplette Zusammenfassung der Ergebnisse der Umfrage finden Sie auf der Webseite der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).