Thüringer IHKs reichen umfangreiche Vorschlagsliste zum Bürokratieabbau ein

Die Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHKs) haben erneut umfangreiche und konkrete Vorschläge zum Abbau von Bürokratie an die Thüringer Staatskanzlei übermittelt. Die Vorschläge basieren auf Rückmeldungen aus den Mitgliedsunternehmen (u.a. aus dem IHK-Bürokratiemelder) und sollen konkrete Impulse für das geplante Zweite Thüringer Entlastungsgesetz bieten.
Der Einreichung vorausgegangen waren Regionalkonferenzen in allen drei Kammerbezirken Thüringens. Dort traten Staatssekretär Stephan König aus der Thüringer Staatskanzlei und Staatssekretär Mario Suckert aus dem Thüringer Wirtschaftsministerium mit Kammervertretern und Unternehmerinnen und Unternehmern in den direkten Dialog. Ziel dieser Gespräche war es, konkrete Impulse aus der unternehmerischen Praxis für das Zweite Thüringer Entlastungsgesetz aufzunehmen und in den weiteren Prozess einzuspeisen.

Rückmeldungen aus den Unternehmen als Grundlage

Die nun eingereichte Liste bündelt zahlreiche Hinweise und Erfahrungen aus den Unternehmen. Sie zeigt, an welchen Stellen Verfahren zu lange dauern, Anforderungen unnötig komplex sind, Nachweise doppelt verlangt werden oder landesrechtliche Sonderregelungen zusätzlichen Aufwand verursachen. Aus diesen Rückmeldungen haben die Thüringer IHKs eine strukturierte und fachlich abgestimmte Übersicht erarbeitet und an die Thüringer Staatskanzlei übersandt.

Schwerpunkt auf Bauen, Verwaltung, Förderpraxis und Mittelstand

Ein besonderer Schwerpunkt der Vorschläge liegt auf dem Bau- und Planungsrecht. Hier sehen die Thüringer IHKs erhebliches Potenzial, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, Genehmigungspflichten zurückzuführen und die Digitalisierung konsequenter umzusetzen. Daneben adressiert die Liste bürokratische Belastungen im Förderwesen, etwa bei Antragstellung, Nachweisen und Portallösungen. Weitere Themen betreffen unter anderem Vergaberegeln, Ladenöffnungszeiten, Statistikpflichten, Arbeitsschutz, Umweltrecht, Tourismus und die Gewinnung internationaler Fachkräfte.
Die Vorschläge machen deutlich, dass Bürokratieabbau eine Querschnittsaufgabe ist. Er betrifft nahezu alle wirtschaftsrelevanten Politikbereiche und entscheidet mit darüber, wie investitionsfreundlich, innovationsfähig und wettbewerbsstark Thüringen als Standort wahrgenommen wird.
Mit der Übersendung der Vorschlagsliste an die Thüringer Staatskanzlei leisten die Thüringer IHKs einen konkreten Beitrag, um den begonnenen Dialog mit der Landespolitik fortzusetzen. Die Thüringer IHKs werden den weiteren Prozess konstruktiv begleiten. Entscheidend bleibt aus ihrer Sicht, dass aus den Gesprächen, den Regionalkonferenzen und den eingereichten Vorschlägen am Ende konkrete Entlastungen entstehen, die im betrieblichen Alltag tatsächlich ankommen.

Die Bürokratieabbauvorschläge im Einzelnen