DIHK-Impulspapier: Berufliche Bildung jetzt zur Priorität machen

Die Welt verändert sich rasant. Technologische Sprünge, geopolitische Verschiebungen und der demografische Wandel fordern Wirtschaft und Gesellschaft zugleich. Deutschlands Antwort darauf kann nur eine starke, innovative Wirtschaft sein, getragen von einer ebenso starken beruflichen Aus- und Weiterbildung.-Beides ist untrennbar miteinander verbunden: Ohne qualifizierte Fachkräfte keine Wettbewerbsfähigkeit, ohne wettbewerbsfähige Unternehmen keine Zukunft für Beschäftigung und Wohlstand.
Die Berufliche Bildung ist zentral für die Erneuerungsfähigkeit unseres Landes. Sie sichert Fachkräfte, ermöglicht Transformation und schafft Aufstiegschancen. Doch die Rahmenbedingungen geraten zunehmend unter Druck. Die Zielgruppen werden heterogener, grundlegende Kompetenzen bei Schulabgängerinnen und Schulabgängern nehmen ab, Bildungsbrüche häufen sich. Für viele Betriebe bedeutet das wachsende Zusatzaufgaben und immer häufiger stoßen sie dabei an Grenzen.
Die Unternehmen übernehmen Verantwortung. Sie bilden aus, investieren in Qualifizierung und engagieren sich für den beruflichen Nachwuchs, auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen. Dieses Engagement ist ein zentraler Pfeiler unseres Wirtschafts- und Sozialsystems. Umso wichtiger ist es, dass die berufliche Aus- und Weiterbildung in der wirtschaftspolitischen Debatte den Stellenwert erhält, den sie verdient. Denn Investitionen in Qualifizierung sind die Grundlage für Innovation, Produktivität und nachhaltiges Wachstum.
Die IHK Organisation engagiert sich entlang des gesamten Bildungswegs – von Berufsorientierung über Prüfung und Qualifizierung bis zur Gewinnung von Fachkräften im In- und Ausland. Die folgenden fünf Impulse des Papiers der IHK-Organisation setzen dort an, wo Betriebe heute konkret an Hürden stoßen. Sie verbinden betriebliche Realität mit klaren politischen Handlungserfordernissen. Die IHK-Organisation lädt die Bundesregierung ein, diese Impulse aufzugreifen und gemeinsam mit den Ländern in wirksame Rahmenbedingungen zu übersetzen. Die IHK-Organisation steht dafür im engen Dialog und mit tatkräftiger Unterstützung bereit. Entscheidend ist jetzt, der beruflichen Aus- und Weiterbildung die Priorität einzuräumen, die der Wirtschaftsstandort Deutschland dringend braucht.

Fünf Impulse zur Stärkung der Beruflichen Bildung

Der Wirtschaftsstandort Deutschland steht unter Druck wie selten zuvor in der Nachkriegsgeschichte. Gleichzeitig eröffnen technologische Entwicklungen, etwa in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, neue Chancen für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Damit diese Potenziale gehoben werden können, braucht es vor allem eines: gut qualifizierte Fachkräfte.
Das duale System setzt in der Qualifizierung durch seine enge Verzahnung mit der betrieblichen Praxis schon heute internationale Maßstäbe. Damit das so bleibt, gilt es, auf neue Herausforderungen zu reagieren: Immer mehr Betriebe finden keine Auszubildenden, während zugleich die Zahl junger Menschen ohne Berufsabschluss steigt.
Mit bürokratischen und wirkungslosen Instrumenten wie Ausbildungsabgaben werden Unternehmen zusätzlich belastet. Stattdessen braucht Deutschland mutige Innovationen und Reformen. Notwendig sind vor allem: eine konsequente und talentorientierte Berufsorientierung, die kontinuierliche Weiterentwicklung der Attraktivität sowie ein Ausbau der Flexibilität des Systems bei gleichzeitigem Abbau der Bürokratie.
Die IHK-Organisation zeigt mit fünf Impulsen für die Berufliche Bildung klare Wege auf und liefert konkrete Handlungsfelder und Empfehlungen, wie die Berufliche Bildung weiterentwickelt und als Erfolgsmodell erhalten werden kann.