Thüringer Tourismusstrategie 2035: Ausschüsse fordern konkrete Umsetzung
Die Thüringer IHK-Ausschüsse für Tourismus, Handel und Stadtentwicklung haben am 8. Oktober 2026 gemeinsam über die neue Tourismusstrategie Thüringen 2035 beraten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie aus den strategischen Leitlinien konkrete Verbesserungen für Unternehmen, Gäste und Bevölkerung entstehen können.
Bernhard Widmann vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft und Ländlichen Raum stellte die Ziele und tourismuspolitischen Rahmenbedingungen vor. Die Strategie richtet den Thüringen-Tourismus stärker auf Qualität, Wertschöpfung und das gesamte Reiseerlebnis aus. Unterkunft, Gastronomie, Freizeitangebote, Mobilität, Information und Buchbarkeit sollen nicht länger getrennt, sondern als zusammenhängendes touristisches Produkt verstanden werden.
Christoph Gösel von der Thüringer Tourismus GmbH erläuterte die vorgesehenen Entwicklungsfelder für die Umsetzung. Dazu zählen Produkte, Betriebe, Digitalisierung, Finanzierung und Organisation, Marketing sowie Mobilität. Die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer machten deutlich, dass die Wirtschaft frühzeitig und verbindlich in die weiteren Schritte einbezogen werden muss.
Konkreter Umsetzungsplan und Beteiligung der Betriebe gefordert
In der Diskussion forderten die Ausschussmitglieder einen gemeinsamen, finanziell abgesicherten Umsetzungsplan mit klaren Verantwortlichkeiten und Beteiligungsformaten. Besonders bei der Weiterentwicklung von Buchungs- und Vertriebswegen sowie bei möglichen Alternativen zu „Thüringen buchen“ sollen Hotels und weitere touristische Leistungsträger direkt eingebunden werden. Provisionspflichtige Portale dürfen nicht zu zusätzlichen Belastungen führen.
Auch Handel und Dienstleistungen sollen stärker als Teil der touristischen Wertschöpfung berücksichtigt werden. Gewerbevereine und Citymanagements können dazu beitragen, Angebote vor Ort besser zu verknüpfen. Darüber hinaus sprachen sich die Teilnehmenden dafür aus, eine thüringenweite Vernetzung von Gäste-, Stadt- und Einkaufskarten zu prüfen und für die touristische Vermietung von Ferienwohnungen verlässliche und faire landesrechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen.
Das zentrale Ergebnis der gemeinsamen Sitzung: Die Tourismusstrategie kann nur dann Wirkung entfalten, wenn sie zusammen mit den Unternehmen in konkrete, sichtbare Maßnahmen übersetzt wird. Die Thüringer IHKs werden den weiteren Prozess mit ihren Austausch- und Veranstaltungsformaten begleiten und die Perspektiven der Wirtschaft in die Umsetzung einbringen.