IHK-Ausschuss Mittelstand startet mit Dialog zu Digitalisierung, KI und moderner Verwaltung

Der neue Ausschuss Mittelstand der IHK Erfurt hat am 25. Juni 2026 seine Auftaktsitzung durchgeführt. Im Mittelpunkt des öffentlichen Teils stand die Frage, wie digitale Transformation in Unternehmen und öffentlicher Verwaltung schneller, praxistauglicher und stärker mittelstandsorientiert gelingen kann.
Den politischen Impuls setzte Milen Starke, Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur. Sie stellte die Digitalstrategie „Smart State“ sowie Initiativen des Landes zur Digitalisierung und KI-Implementierung in den Behörden vor. In der anschließenden Diskussion machten die Unternehmerinnen und Unternehmer deutlich, dass Digitalisierung nur dann Akzeptanz findet, wenn sie Verfahren tatsächlich vereinfacht, Doppelabfragen vermeidet, Bearbeitungszeiten verkürzt und am Ende zu spürbarer Entlastung führt.
Den wissenschaftlichen Impuls gab Dr. Sebastian Gerth, koordinierender KI-Trainer der Modellfabrik Vernetzung am Mittelstand-Digital-Zentrum der TU Ilmenau. Er stellte Unterstützungsangebote für kleine und mittlere Unternehmen vor und ordnete den Stand der digitalen Transformation in der Thüringer Wirtschaft ein. Dabei wurde deutlich: Viele Betriebe wollen digitale Lösungen und KI einsetzen, benötigen aber Orientierung, konkrete Anwendungsbeispiele, neutrale Beratung und niedrigschwellige Möglichkeiten zum Ausprobieren.
Der Ausschuss Mittelstand versteht sich künftig als „Maschinenraum“ der Interessenvertretung der IHK Erfurt. Er soll den direkten Austausch mit Politik und Verwaltung stärken, wirtschaftspolitische Positionierungen aus der Praxis heraus unterstützen und die Sichtbarkeit kleiner und mittlerer Unternehmen erhöhen.
Zudem wurden Prof. Dr. Ninette Florschütz zur Vorsitzenden und Reinhard Grimm zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Zudem beriet das Gremium das Handlungsfeld „Unternehmertum stärken“ der IHK-Strategie 2026–2030.